RE­DAK­TI­ONS­GE­SPRÄCH STE­FAN WIM­MERS „Bes­ser war’s noch nie“

Der Vor­sit­zen­de des Ci­ty­ma­nage­ments Mön­chen­glad­bach Ste­fan Wim­mers spricht über Weih­nachts­ein­käu­fe und das an­ste­hen­de letz­te Ad­vents­wo­chen­en­de, den Be­darf an hoch­wer­ti­gem Wohn­raum und die obe­re und un­te­re Hin­den­burg­stra­ße.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - AN­GE­LA RIET­DORF, NI­CO­LE SCHARFETTER UND DIE­TER WE­BER FÜHR­TEN DAS INTERVIEW

Herr Wim­mers, in zehn Ta­gen ist Hei­lig­abend. Wie weit sind Sie mit Ih­ren Weih­nachts­ein­käu­fen? STEFANWIMMERS Ich ma­che mir jetzt lang­sam Ge­dan­ken. Im Ernst, ich ent­spre­che voll und ganz dem Kli­schee und fan­ge spät an. Die Ad­vents­zeit ver­geht aber auch mit je­dem Jahr schnel­ler. Kau­fen Sie Ih­re Ge­schen­ke auch online? Oder las­sen Sie sich von Ge­schäf­ten die Wa­re nach Hau­se lie­fern? WIM­MERS Nein, ich kau­fe tat­säch­lich al­les vor Ort. Und ei­ne Lie­fe­rung ist wirk­lich nicht nö­tig, ich woh­ne ja sehr zen­tral. Die An­ge­bo­te, nach Hau­se zu lie­fern, fin­de ich aber su­per, und die Kun­den neh­men das auch lang­sam an. In ein paar Jah­ren wird es ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit sein. Es stei­gert die Auf­ent­halts­qua­li­tät, wenn ich nicht auf mei­ne Tü­ten auf­pas­sen muss und des­halb noch ent­spannt über den Weih­nachts­markt ge­hen kann. Ist die Vor­weih­nachts­zeit für Sie vom Ci­ty­ma­nage­ment ei­gent­lich die stres­sigs­te Zeit? WIM­MERS Nicht un­be­dingt, es muss ja al­les schon vor­her ge­re­gelt sein. Jetzt re­den wir schon über 2016, über die an­ste­hen­den Mes­sen, die Um­stel­lung auf LED-Weih­nachts­be­leuch­tung oder die ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge im nächs­ten Jahr. Wenn Sie schon bei den Pla­nun­gen für nächs­tes Jahr sind, kön­nen Sie si­cher auch schon ein Fa­zit für 2015 zie­hen. Wie ver­lief das Jahr aus Ih­rer Sicht? WIM­MERS Es lief toll im Ver­gleich zu 2014. Bes­ser war´s noch nie. Auch die Rück­mel­dun­gen zum Weih­nachts­markt sind sehr po­si­tiv. Es ist nur ein biss­chen zu warm. Aber es ist für je­den et­was da: Es gibt den ver­kaufs­be­glei­ten­den Weih­nachts­markt an der Hin­den­burg­stra­ße, und das Weih­nachts­dorf auf dem Al­ten Markt ist ide­al für Af­ter-Wor­kTref­fen und Ent­span­nung in den Abend hin­ein. In­zwi­schen gibt es so­gar Ta­xi­fahr­ten aus dem Um­land zum Weih­nachts­dorf. Das passt al­les total gut und kann so blei­ben. Und wenn der Platz vor dem Son­nen­haus fer­tig ist? WIM­MERS Der Platz muss be­spielt wer­den, in der Ad­vents­zeit auch mit ei­nem The­ma, aber nicht als Weih­nachts­dorf II. Den Rest des Jah­res muss er na­tür­lich auch ge­nutzt wer­den, in der war­men Jah­res­zeit zum Bei­spiel mit Pro­me­na­den­kon­zer­ten wie in En­g­land. Al­ler­dings nicht als Kon­kur­renz­ver­an­stal­tung zu be­ste­hen­den Mu­sik­ver­an­stal­tun­gen. Was er­war­ten Sie vom vier­ten und letz­ten Ad­vents­wo­chen­en­de? Kom­men in die­sem Jahr mehr Leu­te in die Stadt? WIM­MERS Es wird voll sein wie im­mer. Über ei­ne In­nen­stadt, die zur Ad­vents­zeit nicht prop­pen­voll ist, müss­te man sich auch Ge­dan­ken ma­chen. Und ja, es kom­men mehr Men­schen. Es gibt in­zwi­schen Rei­se­bus­se, die Mön­chen­glad­bach an­steu­ern. Das Min­to zieht. Die Zah­len lie­gen über dem Plan. Und auch die an­de­ren Händ­ler er­le­ben ei­nen durch­aus po­si­ti­ven Ef­fekt. Die Hin­den­burg­stra­ße pro­fi­tiert. Auch der obe­re und un­te­re Be­reich? WIM­MERS Sa­gen wir mal so: Vor­her war es un­ten schlecht und durch das Min­to hat sich das nicht ver­bes­sert. Und wenn der Bür­ger­ser­vice im Vi­tus­cen­ter un­ter­ge­bracht wird? WIM­MERS Es ist al­les bes­ser als jetzt, aber das al­lein wird nicht rei­chen. Da muss mehr ge­sche­hen, aber wir als Ci­ty­ma­nage­ment ha­ben dort auch kei­ne Mit­glie­der mehr. Wir wer­den im kom­men­den Jahr ver­su­chen, die Händ­ler wie­der an­zu­spre­chen und ein­zu­bin­den. Wie se­hen Sie die Ent­wick­lung an der obe­ren Hin­den­burg­stra­ße? WIM­MERS Es war dort schon im­mer schwie­ri­ger, al­lein we­gen der To­po­gra­phie. Aber Sinn Lef­fers hält tap­fer da­ge­gen, das Un­ter­neh­men hat auch viel Geld in die Hand ge­nom­men. Ein An­zie­hungs­punkt könn­te Top of the town wer­den. Da­zu wer­den Ge­sprä­che mit den Be­trei­bern der Bleich­wie­se ge­führt. Aber das Pro­blem an der obe­ren Hin­den­burg­stra­ße ist, dass nicht al­le Ei­gen­tü­mer wirk­lich in­ter­es­siert sind, man­che spie­len in ei­ner an­de­ren Li­ga und kön­nen durch­aus ver­kraf­ten.

Miet­aus­fäl­le Was kann man denn grund­sätz­lich ge­gen Leer­stän­de tun? WIM­MERS Ich wür­de wei­ter aus­ho­len: Wir müs­sen Kauf­kraft nach Mön­chen­glad­bach ho­len. Da­zu ha­ben wir vie­le Mög­lich­kei­ten. Das Ge­län­de des al­ten Fi­nanz­amts kann ein sehr at­trak­ti­ves Wohn­ge­biet wer­den, eben­so das frei­wer­den­de Ge­län­de des Ma­ria Hilf. Hier kann man ein hoch­wer­ti­ges Wohn­quar­tier ent­wi­ckeln. Funk­tio­niert denn Hoch­prei­si­ges in Mön­chen­glad­bach? WIM­MERS Ja, der Be­darf an hoch­wer­ti­gem Wohn­raum in der In­nen­stadt ist da. Es spricht sich her­um, dass man in Mön­chen­glad­bach güns­ti­ger woh­nen kann als in Düsseldorf oder Ra­tin­gen. Bei der Ver­mark­tung des Bö­kel­berg­ge­län­des wur­de ja die Er­fah­rung ge­macht, dass das funk­tio­niert. Wir brau­chen ei­ne star­ke Kauf­kraft in der Stadt. Dann war es rich­tig, Gregor Bo­nin als Bau­de­zer­nent nach Glad­bach zu ho­len? WIM­MERS Ja, das war ein Voll­tref­fer. Wenn er es nicht kann, wer dann? Wie ist das Ver­hält­nis zum Ci­ty­ma­nage­ment Rhe­ydt? Gut? WIM­MERS Ja, es ist gut. Wir müs­sen uns nicht ge­gen­sei­tig zer­le­gen. Und es nützt nie­man­dem, wenn ein Stand­ort nicht läuft. Es ist gut, dass Kar­stadt bleibt und der Weih­nachts­markt auf dem Markt­platz wird sich eta­blie­ren. Er hat die bes­te Ku­lis­se und ist lie­be­voll ge­macht. Sie ent­wi­ckeln gern krea­ti­ve Ide­en. Der Vor­schlag mit dem Ca­ble Car kam von Ih­nen und auch das SkiE­vent auf der Hin­den­burg­stra­ße war Ih­re Idee. Ist so et­was jetzt ge­stor­ben, weil das Snowboard-Event im Ho­ckey­park statt­fin­den wird? WIM­MERS Nein, das Snow­boar­dE­vent fin­det ja in der Ad­vents­zeit statt, da hät­te man auf der Hin­den­burg­stra­ße so­wie­so nichts Der­ar­ti­ges ver­an­stal­ten kön­nen. Au­ßer­dem darf es dort dann kei­ne Bau­stel­le ge­ben. Aber in ei­nem bau­stel­len­frei­en No­vem­ber kann man über vie­les nach­den­ken. Grund­sätz­lich müs­sen wir jetzt in der In­nen­stadt Gas ge­ben.

RP-ARCHIFVOTO: ISA­BEL­LA PAUPOLD

Der Mann mit den Ide­en: Ste­fan Wim­mers vom Ci­ty­ma­nage­ment will in der In­nen­stadt noch ei­ni­ges be­we­gen.

RP-ARCHIV: JÖRG KNAP­PE

Das Min­to zieht, und die Hin­den­burg­stra­ße pro­fi­tiert ins­ge­samt da­von.

RP-ARCHIV: DETLEF ILGNER

Wim­mers er­war­tet ei­ne vol­le In­nen­stadt am letz­ten Ad­vents­wo­chen­en­de.

ANIMATION: PRIVAT

Wim­mers: „Der Platz vor sem Son­nen­haus muss be­spielt wer­den.“Zum Bei­spiel mit Kon­zer­ten.

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