Kol­lek­tiv schwa­cher Bo­rus­sen-Auf­tritt

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

YANN SOM­MER Beim ers­ten Ge­gen­tor aus kur­zer Dis­tanz sah er un­glück­lich aus, bei al­len an­de­ren macht­los. No­te: 4+ TO­NY JANTSCH­KE Als Teil der Drei­er­ket­te fand er nur schwer in die Zwei­kämpf. Nach vorn oh­ne Im­pul­se. Kam bei Kieß­lings 1:0 zu spät. Muss­te zur Halb­zeit raus. No­te: 4ANDREAS CHRIS­TEN­SEN Das schwächs­te Spiel des Dä­nen bis­her. Bei den ers­ten bei­den Ge­gen­to­ren stand er nicht da, wo er et­was ver­hin­dern konn­te, beim 0:5 ließ er Chicha­ri­to aus den Au­gen. No­te: 5 HA­VARD NORDTVEIT Hat­te viel Mü­he mit Kieß­ling und zu­dem je­de Men­ge Feh­ler im Auf­bau­spiel. Auf­fäl­lig: Kei­ner sei­ner lan­gen Bäl­le fin­det ei­nen Mit­spie­ler. No­te: 4OSCAR WENDT Er mach­te in Hälf­te eins zu we­nig aus sei­nem Platz. In der zwei­ten Hälf­te ging er im Kol­lek­tiv mit un­ter, sinn­bild­lich sein ver­lo­re­nes Lauf­du­ell vor dem 0:5. No­te: 4MO DAHOUD Für den Youngs­ter wird es Zeit, dass die Win­ter­pau­se kommt. In den Zwei­kämp­fen schwach, da­zu mit tech­ni­schen Feh­lern im Spiel nach vor­ne. No­te: 5 GRANITXHAKA Fand nur sel­ten Zu­griff aufs Spiel und wirk­te ge­gen hoch pres­sen­de Le­ver­ku­se­ner auch ge­dank­lich lang­sam – wie bei Kieß­lings zwei­tem Kopf­ball­tor. No­te: 4 JU­LI­AN KORBAls Flü­gel nur bei der Chan­ce in Hälf­te eins wir­kungs­voll. Sonst un­ge­wohnt fah­rig. No­te: 5 IBO TRAORÉMach­te aus sei­nen Mög­lich­kei­ten in Hälf­te eins zu we­nig, auch weil er es mit Ka­bi­nett­stück­chen über­trieb. Ging zur Halb­zeit an­ge­schla­gen raus. No­te: 4JOSIP DR­MIC Ei­ne Chan­ce in Halb­zeit eins, da­nach in den Zwei­kämp­fen nur zwei­ter Sie­ger. No­te: 4LARS ST­INDL Wie im­mer em­sig, aber dies­mals wir­kungs­los. Bei Kieß­lings 3:0 kam er zu spät. No­te: 4RAFFAEL Kam für Tra­o­ré. Pech beim Pfos­ten­tref­fer. An­sons­ten le­thar­gisch. No­te: 4 / NI­CO EL­VE­DI Wir­ke nach sei­ner Ein­wechs­lung in fast je­der Sze­ne über­for­dert. No­te: 5 / MAR­VIN SCHULZ Kam für Dahoud. Das war’s. Oh­ne No­te klü In der Ei­n­ord­nung des Ge­leis­te­ten ver­lässt To­ny Jantsch­ke die Gren­zen nüch­ter­ner Sach­lich­keit nur in Aus­nah­me­fäl­len. Und so ana­ly­sier­te er auch nach dem un­er­freu­li­chen 0:5 von Leverkusen ge­wohnt un­auf­ge­regt zu Pro­to­koll: „Wenn wir die ers­te Li­nie der Le­ver­ku­se­ner über­spielt hat­ten, ha­ben wir es nicht ge­schafft, den rie­si­gen Raum in ih­rer Hälf­te zu nut­zen. Wir hat­ten zu­viel Druck und ha­ben dann manch­mal den lan­gen, un­kon­trol­lier­ten Ball ge­spielt. Und in der zwei­ten Hälf­te nach dem 2:0 und 3:0 sind wir na­tür­lich ein­ge­bro­chen.“

Ge­ra­de, weil Jantsch­ke den Blick fürs We­sent­li­che be­herrscht, wird er vor al­len an­de­ren rea­li­siert ha­ben, wel­che Fol­gen für ihn per­sön­lich der Trai­ner­wech­sel von Lu­ci­en Fav­re hin zu An­dré Schu­bert hat­te. Für kei­nen an­de­ren Pro­fi, nicht ein­mal für Th­or­gan Ha­zard oder Br­ani­mir Hr­go­ta, än­der­te sich seit­dem der Sta­tus so spür­bar wie beim 25-Jäh­ri­gen. Fav­res An­kunft in Glad­bach 2011, so sag­te es Jantsch­ke im­mer wie­der in In­ter­views, sei für ihn ein Glücks­fall ge­we­sen. Un­ter dem Schwei­zer war Bo­rus­si­as Ei­gen­ge­wächs ge­setzt, Jantsch­ke ver­dräng­te Tobias Le­vels und avan­cier­te bald zu Fav­res Lieb­lins­schü­ler. Er spiel­te au­ßen, in­nen, auf der Sechs – ir­gend­wo im­mer und ir­gend­wie im­mer or­dent­lich.

Doch dann trat Fav­re zu­rück, und mit die­sem Tag ver­schwand auch Jantsch­kes Lieb­lings­schü­ler-Eti­kett. Als Schu­bert sei­ne Er­folgs­se­rie star­te­te, fehl­te Jantsch­ke mit ei­ner schwe­ren Un­ter­schen­kel­prel­lung. Erst in den bei­den Par­ti­en ge­gen Schal­ke in Li­ga und Po­kal stand er, den die Fans „Fuß­ball­gott“nen­nen, wie­der in der Start­elf, dann setz­te ihn ei­ne Kap­sel-Bän­der­deh­nung im rech­ten Schul­te­r­eck­ge­lenk drei Spie­le lang au­ßer Ge­fecht. Da­nach wa­ren die Prot­ago­nis­ten des Glad­ba­cher Um­schwungs längst an­de­re. Jantsch­kes Wo­chen­end­diens­te tru­gen auf ein­mal öf­ter das Prä­di­kat „oh­ne Ein­satz im Ka­der“.

Un­ter Fav­re war Jantsch­ke meist als Rechts­ver­tei­di­ger ge­setzt. Und wenn in­nen ei­ner aus­fiel, rück­te „Mr. Zu­ver­läs­sig“eben ein, und Ju­li­an über­nahm die Au­ßen­po­si­ti­on. Un­ter Schu­bert sieht es so aus: Hin- ten rechts ist Korb ge­setzt, und als in­nen Do­m­in­guez aus­fiel, war re­la­tiv schnell Ha­vard Nordtveit ers­ter Er­satz – nicht Jantsch­ke. Ja, selbst als im Rah­men des Pro­jekts „Drei­er­ket­te“jüngst Korb vor­ge­zo­gen agier­te, rück­te zwei­mal Ni­co El­ve­di in die Start­elf – nicht Jantsch­ke. Schu­bert ließ die Öf­fent­lich­keit auch wis­sen, war­um Jantsch­ke hin­ten dran sei. „To­ny muss sich noch an das Durch­ver­tei­di­gen ge­wöh­nen. Es ist ei­ne Um­stel­lung, re­la­tiv of­fen­siv zu ver­tei­di­gen, es wird aber im Trai­ning im­mer bes­ser“, sag­te Schu­bert in der Vor­wo­che.

Hin­zu kommt: In Ab­we­sen­heit von Mar­tin Stranzl war Jantsch­ke lan­ge Ka­pi­tän ge­we­sen. Dann über­trug Schu­bert wäh­rend Jantsch­kes Aus­fall im Sep­tem­ber Xha­ka das Amt als päd­ago­gisch-tak­ti­sche Maß­nah­me. In­des: Als Jantsch­ke ge­gen Schal­ke aufs Feld zu­rück­kehr­te, be­hielt Xha­ka die Bin­de. Was Jantsch­ke da­von hielt, ist bis heu­te nicht pu­blik ge­wor­den.

Nun in Leverkusen durf­te Jantsch­ke mal wie­der ran. Als rech­ter Teil der Drei­er­ket­te – hin­ter Korb. Jantsch­ke spiel­te – wie die Kol­le­gen – schwach und muss­te mit ei­ner Bles­sur am Knie, de­ren ge­naue Dia­gno­se ges­tern Abend noch aus­stand, zur Pau­se raus. Ob er auch oh­ne Ver­let­zung aus­ge­wech­selt wor­den wä­re, wur­de Jantsch­ke spä­ter ge­fragt. „Das kann ich nicht be­ur­tei­len“, sag­te er und lä­chel­te. Fa­bi­an John­son soll ge­gen Bre­men wie­der zur Ver­fü­gung ste­hen.

FOTO: DIRK PÄFFGEN

To­ny Jantsch­ke beim Spiel in Leverkusen.

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