Waf­fen ge­gen Angst

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THO­REN

Wir le­ben im Land der Angst­ha­sen. Kaum ein an­de­res Volk fürch­tet sich so gern und so sehr wie wir Deut­schen – „Ger­man Angst“ist welt­be­kannt. Vor al­lem die Sor­ge, Op­fer von Ein­bre­chern oder Ge­walt­tä­tern zu wer­den, wächst ste­tig. Kein Wun­der: Ein­bre­cher­ban­den su­chen un­ser Land heim. Die Auf­klä­rungs­quo­te ist er­schre­ckend ge­ring. Die Fol­ge: NRW rüs­tet auf. Waf­fen­händ­ler ver­mel­den eif­ri­ge Nach­fra­ge nach so ge­nann­ten Ab­wehr­mit­teln. Pfef­fer­spray oder Gas­pis­to­len sind oft so­gar aus­ver­kauft.

Die Po­li­zei hält die Ent­wick­lung für be­denk­lich. Sie warnt vor fal­scher An­wen­dung und Rechts­ver­stö­ßen. Aus Op­fern könn­ten leicht Tä­ter wer­den. Wer ei­nen mut­maß­li­chen Ein­bre­cher an­greift, müs­se sich mög­li­cher­wei­se we­gen Kör­per­ver­let­zung vor Ge­richt ver­ant­wor­ten. Das hilft den Op­fern von Ge­walt­ta­ten we­nig. Sie füh­len sich al­lein ge­las­sen. Sie trös­tet nicht, dass die Zahl der Tö­tungs­de­lik­te rück­läu­fig ist. Die Angst um Leib und Le­ben bleibt. Wer ver­hin­dern will, dass Bür­ger zur Waf­fe grei­fen, muss al­so mehr tun, als Ein­brü­che bloß zu re­gis­trie­ren. Er muss die Tä­ter ding­fest ma­chen. Nur so las­sen sich Angst­ha­sen be­ru­hi­gen. BE­RICHT

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