Wie­ner Ge­sprä­che klam­mern Fi­nan­zie­rung des IS aus

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (may-) Die Wie­ner Ver­hand­lun­gen zur Zu­rück­drän­gung der Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat in Sy­ri­en ha­ben die Fi­nanz-, Öl- und Waf­fen­ge­schäf­te der Ter­ror­mi­liz aus­ge­spart. „Die­se Fra­ge war bei den Tref­fen der In­ter­na­tio­na­len Sy­ri­en-Un­ter­stüt­zer-Grup­pe in Wi­en bis­lang nicht Be­stand­teil der Ge­sprä­che“, räum­te die Bun­des­re­gie­rung nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on in ih­rer Ant­wort auf ei­ne An­fra­ge der Lin­ken-Au­ßen­ex­per­tin Ka­trin Ku­nert ein. Al­ler­dings sei Deutsch­land in­ner­halb der An­ti-ISKo­ali­ti­on be­tei­ligt an ei­ner Ar­beits­grup­pe zur Be­kämp­fung der IS-Fi­nan­zie­rung un­ter dem ge­mein­sa­men Vor­sitz von Ita­li­en und Sau­diA­ra­bi­en. In vier Pro­jekt­grup­pen ge­he es um die grenz­über­schrei­ten­den il­le­ga­len Fi­nanz­strö­me, die Fi­nan­zie­rung von IS-Ab­le­gern, den Öl­schmug­gel und das Plün­dern von An­ti­qui­tä­ten und Kul­tur­gut, er­läu­ter­te das Aus­wär­ti­ge Amt.

Ku­nert kri­ti­sier­te die Pro­jekt­grup­pe un­ter dem Ko-Vor­sitz Sau­di­Ara­bi­ens. „Tref­fen­der lässt sich der Bock kaum zum Gärt­ner ma­chen“, sag­te die Lin­ken-Ab­ge­ord­ne­te und ver­wies dar­auf, dass die Golf­mon­ar­chie zu den größ­ten Fi­nan­ziers is­la­mis­ti­scher Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen ge­hö­re. Als fal­sches Vor­ge­hen wer­te­te sie auch den Ver­zicht dar­auf, die Fi­nanz­strö­me aus­zu­trock­nen. Der IS er­zie­le ho­he Ein­nah­men aus dem Ver­kauf von Öl und Kunst­schät­zen, mit Ent­füh­run­gen, dem Ein­trei­ben von Steu­ern so­wie als Spen­den ge­tarn­ten Zu­wen­dun­gen vor al­lem aus den Golf­staa­ten. „An­statt die Bun­des­wehr in ein neu­es Kriegs­aben­teu­er zu stür­zen, soll­te die Bun­des­re­gie­rung ih­re Kraft dar­auf ver­wen­den, die Fi­nanz­quel­len des IS aus­zu­trock­nen“, be­ton­te Ku­nert.

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