Ko­ali­ti­ons un­eins bei Flücht­lin­gen

NRW-SPD lässt sich bei In­te­gra­ti­on in Ar­beits­markt nicht un­ter Druck set­zen

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON KIRS­TEN BI­AL­DI­GA

DÜSSELDORF NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in und Ar­beits­mi­nis­ter Rai­ner Schmel­tzer (bei­de SPD) wol­len sich vom grü­nen Ko­ali­ti­ons­part­ner bei der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt nicht zur Ei­le drän­gen las­sen. „Es darf nicht pas­sie­ren, dass Flücht­lin­ge und Ein­hei­mi­sche am Ar­beits­markt ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den“, sag­te Du­in ges­tern nach ei­nem Tref­fen mit den wich­tigs­ten nord­rhein-west­fä­li­schen Ar­beits­markt­ak­teu­ren. Be­vor die Vor­rang­prü­fung aus­ge­setzt wer­de, müs­se die Bun­des­re­gie­rung zu­nächst un­ter­su­chen, wel­che Fol­gen dies für ein­hei­mi­sche Ar­beits­lo­se hät­te, sag- te Du­in. Bei der Vor­rang­prü­fung geht es dar­um, dass ein Asyl­be­wer­ber nur ar­bei­ten darf, wenn sich kein Kan­di­dat mit deut­schem oder EU-Pass für die Stel­le fin­det.

Die Grü­nen hin­ge­gen for­dern, al­le Arndt Kirch­hoff Chef Me­tall NRW bü­ro­kra­ti­schen Hür­den mög­lichst schnell zu be­sei­ti­gen, um Flücht­lin­gen den Zu­gang zum deut­schen Ar­beits­markt zu er­leich­tern. Auch Me­tall-Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Arndt Kirch­hoff plä­dier­te da­für, ge­le­gent­lich un­bü­ro­kra­tisch zu han­deln. „Wir müs­sen jetzt schnell sein, sonst ver­lie­ren al­le Be­tei­lig­ten die Lust“, sag­te er mit Blick auch auf Asyl­be­wer­ber, die wo­mög­lich mo­na­te­lang oh­ne Be­schäf­ti­gung in Flücht­lings­un­ter­künf­ten aus­har­ren müss­ten. Ei­nig wa­ren sich die Teil­neh­mer des Job-Gip­fels dar­in, dass Flücht­lin­ge wäh­rend ih­rer Aus­bil­dung und zwei Jah­re da­nach nicht ab­ge­scho­ben wer­den dür­fen. Asyl­be­wer­ber sol­len künf­tig auch noch ei­ne Aus­bil­dung be­gin­nen dür­fen, wenn sie äl­ter sind als 21 Jah­re. Zu­dem sol­len lan­des­weit „In­te­gra­ti­on Po­ints“ein­ge­rich­tet wer­den, die ei­ne un­kom­pli­zier­te Job­ver­mitt­lung von Flücht­lin­gen ga­ran­tie­ren sol­len.

„Wir müs­sen schnell sein, sonst ver­lie­ren al­le

Be­tei­lig­ten die Lust“

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