Bo­rus­sia-Ul­tras: Kon­trol­le vor Man­ches­ter-Spiel rechts­wid­rig ?

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON RALF JÜN­GER­MANN

Auf dem Weg zu Bo­rus­si­as Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel in Man­ches­ter ka­men knapp 200 Bo­rus­sia-Ul­tras ver­gan­ge­ne Wo­che Mon­tag erst mal nur zwei Ki­lo­me­ter weit – dann wur­den sie von der Bun­des­po­li­zei ge­stoppt. Fast 100 Be­am­te der Be­hör­de er­war­te­ten die drei Bus­se, in de­nen die Fuß­ball-Fans sa­ßen, und über­prüf­ten je­den Ein­zel­nen von ih­nen aus­gie­big. Knapp drei St­un­den dau­er­te die Ak­ti­on, bei der auch Hun­de im Ein­satz wa­ren, die da­für aus­ge­bil­det sind, Py­ro­tech­nik zu er­schnüf­feln. 20 Fuß­ball-Fans, die die Bun­des­po­li­zei als Ge­walt­tä­ter führt, wur­den in Zel­ten, die ei­gens auf ei­nem Park­platz in Vier­sen auf­ge­baut wor­den wa­ren, un­ter­sucht. „So et­was ha­ben wir noch nie erlebt. Die Po­li­zis­ten ka­men mit Hel­men in den Bus, das sah we­nig de­es­ka­lie- rend aus“, sagt Andre­as Wi­gan, ei­ner der Spre­cher der Fan-Hil­fe.

Ge­sucht ha­ben die Bun­des­po­li­zis­ten vor al­lem nach Py­ro­tech­nik, Dro­gen und Waf­fen. Ge­fun­den ha­ben sie nichts, wie Po­li­zei­spre­cher Ar­min Rog­gon der RP be­stä­tig­te. Die Maß­nah­me sei rein prä­ven­tiv ge­we­sen, kon­kre­te Hin­wei­se auf Ge­fahr, die von den Ul­tras aus­ge­hen könn­te, ha­be es vor­ab nicht ge­ge­ben. „Es ging dar­um schon im Vor- feld zu ver­hin­dern, dass Fuß­ball­Fans aus Deutsch­land in En­g­land Straf­ta­ten be­ge­hen kön­nen“, so der Spre­cher der Bun­des­po­li­zei. Die Ul­tras sei­en bei der Kon­trol­le aus­ge­spro­chen ko­ope­ra­tiv ge­we­sen, lobt die Po­li­zei. Das dürf­te wohl nicht zu­letzt dar­an ge­le­gen ha­ben, dass die Fans ih­re Fäh­re nach En­g­land be­kom­men woll­ten und durch die un­ge­wöhn­lich aus­gie­bi­ge Kon­trol­le in Zeit­not ge­rie­ten.

Auch die Fan-Hil­fe be­tont, dass man die Po­li­zei bei ih­rer Ar­beit un­ter­stützt ha­be. „Wir ha­ben auf Bit­ten der Po­li­zei un­se­re Lis­ten mit den Na­men al­ler Mit­fah­rer an die Be­am­ten wei­ter­ge­ge­ben“, sagt Wi­gan. Ob­wohl al­le drei Bus­se noch recht­zei­tig an der Fäh­re an­ka­men, wol­len die Ul­tras den Ein­satz, den sie voll­kom­men über­trie­ben fin­den, nicht ein­fach so ste­hen las­sen. „Wir ver­ste­hen nicht, war­um man die Steu- er­zah­ler der­art be­las­tet. Da ha­ben rund 100 Po­li­zis­ten und noch Mit­ar­bei­ter vom THW mit Auf- und Ab­bau si­cher gut fünf St­un­den an Ein­satz­zeit ge­habt. Wo­für?“, fragt Andre­as Wi­gan. Er kün­digt an, die Ak­te zu der Maß­nah­me an­zu­for­dern und in die­sem Rah­men auch ei­ne Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­kla­ge an­zu­stre­ben. Die Fan-Hil­fe will prü­fen las­sen, ob der Ein­satz rechts­wid­rig war.

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