2600 Eu­ro Stra­fe für be­trun­ke­nen Mer­ce­des-Fah­rer

Ei­ne Fa­mi­lie be­ob­ach­te­te den Mann, als er auf der Aa­che­ner Stra­ße vor ih­nen in Schlan­gen­li­ni­en fuhr.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON INGRID KRÜ­GER

Vor­sötz­li­che Trun­ken­heit im Verkehr wur­de dem Mön­chen­glad­ba­cher (45) im Straf­be­fehl vor­ge­wor­fen. Doch der 45-Jäh­ri­ge hat­te Ein­spruch ein­ge­legt. Des­halb muss­te der Fa­mi­li­en­va­ter jetzt zum ers­ten Mal auf ei­ner An­kla­ge­bank vor dem Amts­ge­richt Platz neh­men. Zu­nächst ver­folg­te der An­ge­klag­te die Ver­hand­lung schwei­gend. Als die Zeu­gen aus­sag­ten und sein auf­fäl­li­ges Fahr­ver­hal­ten am 12. Ju­ni auf der Aa­che­ner Stra­ße schil­der­ten, re­agier­te der Mann, der bis­her noch nie auf­ge­fal­len war, ver­le­gen und mit hoch­ro­tem Kopf.

Ei­ner Fa­mi­lie, die an dem Tag im Ju­ni mit ih­rem Fahr­zeug kurz nach der Au­to­bahn­auf­fahrt Holt die Aa­che­ner Stra­ße in Rich­tung Rhein­dah­len be­fuhr, war der An­ge­klag­te in sei­nem Mer­ce­des auf­ge­fal­len. „Der Mann fuhr vor uns in Schlan­gen­li­ni­en, mal lang­sa­mer, mal schnel­ler. Als mein Mann ihn über­ho­len woll­te, ging das nicht. Der Au- to­fah­rer kam nach rechts rü­ber“, er­in­ner­te sich die 28-jäh­ri­ge Zeu­gin. Die Fa­mi­lie ver­stän­dig­te die Po­li­zei, als sich die auf­fäl­li­ge Fahr­wei­se des Au­to­fah­rers nicht än­der­te. „Wir soll­ten hin­ter ihm blei­ben“, ha­be ihr die Po­li­zei emp­foh­len, so die 28-Jäh­ri­ge. Die Fa­mi­lie blieb hin­ter dem Mer­ce­des und sah dann, dass der of­fen­sicht­lich be­trun­ke­ne Fah­rer links nach Rhein­dah­len ein­bog und da­bei fast in den Ge­gen­ver­kehr ge­riet. Der An­ge­klag­te fuhr da­mals auf den Park­platz des Gym­na­si­ums und stieg aus. Die Zeu­gen folg­ten ihm und stell­ten sich mit ih­rem Au­to vor den Mer­ce­des, bis die Po­li­zei ein­traf. Die Fa­mi­lie be­ob­ach­te­te, dass der Mer­ce­des-Fah­rer mit ei­nem klei­nen Mäd­chen un­ter­wegs ge­we­sen war.

Ei­ne Blut­pro­be hat­te da­mals bei dem An­ge­klag­ten ei­nen Pro­mille­pe­gel von 1,84 er­ge­ben. Nach den Zeu­gen­aus­sa­gen gab der Mann of­fen zu: „Wie viel ich da­mals ge­trun­ken ha­be, weiß ich nicht mehr. Es war auf al­le Fäl­le zu viel“. In­zwi­schen ha­be er sich in ei­ne ver­kehrsthe­ra­peu­ti­sche Be­hand­lung be­ge­ben, die er im Ja­nu­ar mit Er­folg be­ste­hen wür­de. Auf den Füh­rer­schein muss der An­ge­stell­te seit Ju­ni ver­zich­ten. „Ich bin auf das Au­to an­ge­wie­sen“, ver­si­cher­te der An­ge­klag­te. Am En­de ver­ur­teil­te das Ge­richt den Fa­mi­li­en­va­ter, des­sen Ver­kehrs­re­gis­ter kei­ne Ein­tra­gung ent­hält, zu ei­ner Geld­stra­fe von 2600 Eu­ro. Au­ßer­dem muss der 45-Jäh­ri­ge wei­te­re drei Mo­na­te auf sei­nen Füh­rer­schein ver­zich­ten.

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