Wo gibt es Ti­ckets für die EM 2016?

Der DFB schreibt ei­ne Mit­glied­schaft vor. An­de­re We­ge sind un­wahr­schein­lich, halb­sei­den und teu­er.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON PATRICK SCHE­RER UND GI­AN­NI COS­TA

DÜSSELDORF 125.000 Ein­tritts­kar­ten für die Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft fan­den in der ers­ten Ver­kaufs­pha­se im Früh­som­mer den Weg nach Deutsch­land. Der Kauf die­ser Ti­ckets glich aber ei­ner Par­tie Rou­let­te, da nur die Da­ten und Sta­di­en fest­stan­den, nicht aber die Du­el­le. Seit ges­tern (bis 18. Ja­nu­ar, 12 Uhr) kön­nen nun 32.000 Ti­ckets ex­pli­zit für die Grup­pen­spie­le der deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft ge­gen Ukrai­ne, Po­len, Nord­ir­land und mög­li­che Fi­nal­spie­le be­stellt wer­den. Dass der Deut­sche Fuß­ball­Bund (DFB) da­bei ei­ne Hür­de auf dem oh­ne­hin mit viel Glück ver­bun­de­nen Be­wer­bungs­weg ein­ge­baut hat, stößt auf Kri­tik. Aus­schließ­lich Mit­glie­der des „Fan­club Na­tio­nal­mann­schaft“(Jah­res­bei­trag 30 Eu­ro) kön­nen sich über die Ue­fa für Ti­ckets be­wer­ben.

„Die­ses Ver­fah­ren ist we­der of­fen, noch trans­pa­rent und wirft kein gu- tes Licht auf den DFB. Der DFB ist gut be­ra­ten, die­ses Ver­fah­ren zu über­den­ken und mög­lichst vie­len Fans die Chan­ce auf ei­ne EM-Teil­nah­me zu schaf­fen. Das wä­re im Üb­ri­gen ei­ne ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­me für den kri­sen­ge­schüt­tel­ten DFB“, sagt Öz­can Mut­lu, Spre­cher für Sport­po­li­tik der Grü­nen im Bun­des­tag.

Der DFB recht­fer­tigt die­ses Mo­dell mit Merk­ma­len wie „Treue­bo­nus“, „Si­cher­heits­re­le­vanz“und dem Ver­weis dar­auf, dass auch Frank­reich, Bel­gi­en, En­g­land, Wa­les und Schwe­den die­sen Weg wäh­len wür­den. Der Preis für die Mit­glied­schaft bringt aber kei­ne Ga­ran­tie auf ein Ti­cket. Ein Los­ver­fah­ren ent­schei­det. Da die EM im Nach­bar­land statt­fin­det, ist von ei­ner ho­hen Über­zeich­nung aus­zu­ge­hen. Wel­che We­ge gibt es al­so noch, an Ti­ckets zu kom­men? Tausch­bör­se Ab März rich­tet die Ue­fa ein Wie­der­ver­kaufspor­tal ein. Leu­te, die Kar­ten er­hal­ten ha­ben, die Spie­le aber nicht be­su­chen kön­nen oder wol­len, ha­ben hier laut Ue­fa die Mög­lich­keit, „of­fi­zi­ell und si­cher“die Kar­ten zum Nor­mal­preis zwi­schen 25 und 895 Eu­ro wie­der zu ver­kau­fen. Pau­schal­rei­sen Die Ue­fa hat ent­schie­den, Rei­se­bü­ros nicht mehr zu er­mäch­ti­gen, Ti­ckets wei­ter­zu­ver­kau­fen oder als Ti­cket­ver­mitt­ler auf­zu­tre­ten. Ei­ni­ge Sport­rei­se-Ver- an­stal­ter bie­ten aber mehr­tä­gi­ge Rei­sen mit kos­ten­lo­ser Be­ra­tung für den Kauf von Ti­ckets an. Bei Nicht­er­halt ei­ner Kar­te gibt es ein Rück­tritts­recht von der Rei­se. In den Be­schrei­bun­gen wird kei­ne Ga­ran­tie auf Ti­ckets ge­ge­ben, aber da­mit ge­wor­ben, dass die Kun­den­wün­sche seit Jah­ren be­frie­digt wür­den. Ge­winn­spie­le Spon­so­ren er­hal­ten knapp 25 Pro­zent der ins­ge­samt 2,5 Mil­lio­nen Ti­ckets. Ei­ni­ge da­von, wer­den an Kun­den über Ge­winn­spie­le wei­ter­ver­teilt. Vor al­lem bei Part­nern der Ue­fa wird es im kom­men­den Jahr die Mög­lich­keit ge­ben, sein Glück zu ver­su­chen. In­ter­net­por­ta­le Grund­sätz­lich ist in Deutsch­land der pri­va­te Wei­ter­ver­kauf von Ein­tritts­kar­ten auf In­ter­net­auk­ti­ons­platt­for­men zu­läs­sig. Vom Han­del aus­ge­nom­men, sind aber per­so­na­li­sier­te Ti­ckets, wie die der EM. So­mit ist es nicht mög­lich, le­gal auf ein­schlä­gi­gen Por­ta­len Kar­ten für die EM zu er­ste­hen.

FOTO: DPA

Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw bei der Grup­pen­aus­lo­sung in Pa­ris.

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