Holthausen hat wie­der Spaß als Trai­ner

Ei­gent­lich woll­te er nach we­ni­ger gu­ten Er­fah­run­gen 2015 in Holt kei­nen Klub mehr über­neh­men. Neu­werk warb aber in­ten­siv um ihn. Mit tol­ler Trai­nings­be­tei­li­gung und lern­fä­hi­gen Spie­lern brach­te er die Sport­freun­de wie­der auf Kurs.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON KURT THEUERZEIT

FUSSBALL Micha­el Holthausen hat­te als Trai­ner in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nur Er­folg und Son­nen­schein ken­nen­ge­lernt. Das Jahr 2015 aber war zeit­wei­se durch­aus ein Jahr, das er schnell ver­ges­sen woll­te. Nach der Vi­ze­meis­ter­schaft in der Be­zirks­li­ga mit Grün-Weiß Holt be­gann ei­ne kaum für mög­lich ge­hal­te­ne Tal­fahrt, die mit dem Ab­stieg en­de­te.

Doch zu die­sem Zeit­punkt war Holthausen schon nicht mehr Trai­ner in Holt, man hat­te sich ge­trennt. „Ei­gent­lich woll­te ich nach die­ser Er­fah­rung kei­nen Klub mehr über­neh­men. Aber der Neu­wer­ker Vor­stand hat sich so in­ten­siv be­müht, dass ich ein­fach zu­ge­sagt ha­be“, sagt Micha­el Holthausen heu­te.

Es schien für den ehr­gei­zi­gen Trai­ner ein wei­te­res Him­mel­fahrts­kom­man­do zu wer­den, denn Auf­stei­ger Neu­werk hat­te am lau­fen­den Band ver­lo­ren, stand auf ei­nem si­che­ren Ab­stiegs­platz, be­klag­te vie­le ver­letz­te Spie­ler, zu de­nen sich dann auch noch ge­sperr­te Ki­cker ge­sell­ten. Kei­ne gu­te Aus­gangs­po­si­ti­on, um als Trai­ner wie­der er­folg­reich zu sein.

Doch schon nach den ers­ten Trai­nings­ta­gen wich die zu­nächst ge­üb­te Zu­rück­hal­tung all­mäh­lich ei­ner herz­li­chen Ver­bun­den­heit zu sei­nem Ka­der. „Die sind al­le beim Trai- ning, ma­chen mit und be­mü­hen sich. Das ha­be ich lan­ge nicht mehr erlebt“, sagt Micha­el Holthausen sehr er­freut.

Bei ihm ent­wi­ckel­te sich Mo­ti­va­ti­on, die er auf den Ka­der über­tra­gen konn­te. Für ihn ist nicht un­be­dingt das Kol­lek­tiv maß­geb­lich, das ge­ra­de auf dem Platz steht, son­dern der ge- sam­te Ka­der steht bei ihm im Vor­der­grund. Das war zu­nächst drin­gend nö­tig, weil es zeit­wei­se an ein­setz­ba­rem Per­so­nal

man­gel-

te. Ver­wun­der­lich war des­halb nicht, dass die ers­ten Be­geg­nun­gen für Micha­el Holthausen eher Frus­t­er­leb­nis­se wa­ren. Fünf Spie­le wur­den mehr oder min- der deut­lich ver­lo­ren. Al­ler­dings wa­ren da­bei auch Geg­ner aus der Li­ga­spit­ze wie Dor­ma­gen, Rom­mers­kir­chen und Meer­busch. Die fünf Null­num­mern hat­ten aber ei­nen enor­men Lern­ef­fekt.

„Wir ha­ben es im­mer bes­ser ver­stan­den, un­se­re De­fen­si­ve zu sta­bi­li­sie­ren. Dar­an ar­bei­tet die ge­sam­te Mann­schaft. Nicht zu­letzt war die­se Tat­sa­che die Vor­aus­set­zung, um dann auch ge­gen Kaarst und Lür­rip er­folg­reich zu sein“, sagt Holthausen.

Aber es ist nicht nur die Ab­wehr, die funk­tio­niert, denn Spie­le müs­sen schon durch To­re ge­won­nen wer­den. Da schei­nen die Neu­wer­ker auch da­zu ge­lernt zu ha­ben. Mit Phil­ipp You­nes und Le­on Jansen ha­ben sie Spie­ler, die ab der Mit­tel­li­nie viel Tem­po auf­neh­men kön­nen, um Geg­ner zu über­ra­schen. Ganz vor­ne löst Tim Güth mit sei­ner Treff­si­cher­heit (zehn Sai­son­to­re) die Glücks­ge­füh­le aus, auf die Neu­werk und Micha­el Holthausen lan­ge ver­zich­ten muss­ten.

Die Ab­stiegs­zo­ne ha­ben die Sport­freun­de ver­las­sen und wol­len sich nun auf die Hal­len­stadt­meis­ter­schaft kon­zen­trie­ren. Al­ler­dings wird Micha­el Holthausen bei dem Tur­nier in der Jahn­hal­le feh­len. Der Trai­ner will sich vom Ab und Auf in die­sem Jahr er­ho­len, um dann den mo­men­ta­nen Er­folg im Jahr 2016 fort­zu­set­zen.

FOTO: KN

Neu­werksTrai­ner Micha­el Holthausen.

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