Der Ter­ror wohnt ne­ben­an

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THO­REN

Die Is­la­mis­ten le­ben un­ter uns. Ter­ror­hel­fer und Kämp­fer woh­nen ne­ben­an – in Glad­bach, Düsseldorf oder Dinslaken. Wer auf­fäl­lig wird, steht un­ter Be­ob­ach­tung – nicht sel­ten seit Jah­ren. Fest­nah­men aber blie­ben lan­ge die Aus­nah­me. Das än­dert sich nun. Seit den Ter­ror­an­schlä­gen von Pa­ris grei­fen Jus­tiz und Po­li­zei of­fen­sicht­lich schnel­ler und en­er­gi­scher durch. Po­li­zei­ak­tio­nen – wie die gest­ri­ge ge­gen den Kon­ver­ti­ten Sven Lau – zei­gen, wie ernst die Staats­ge­walt die Be­dro­hung nimmt.

Was lan­ge als ver­ba­le Verun­glimp­fung ab­ge­tan wur­de, wird end­lich als ge­fähr­li­che Pro­pa­gan­da ge­wer­tet, als Auf­ruf zum hei­li­gen Krieg ge­gen die Un­gläu­bi­gen – als Het­ze ge­gen uns. Hass­red­ner Sven Lau ist als Ter­ror­hel­fer ent­larvt. Sei­ne Fest­nah­me in Mön­chen­glad­bach trifft den Kern der ra­di­ka­len sala­fis­ti­schen Sze­ne in NRW. Das ist ein Er­folg der Fahn­der, aber auch mit dem Ein­ge­ständ­nis ver­bun­den, dass Auf­tritt und Han­deln von Lau mitt­ler­wei­le an­ders be­wer­tet wer­den. Pa­ris hat viel be­wegt. Das Po­ten­zi­al mög­li­cher Ter­ror­hel­fer ist mit 500 Ge­fähr­dern in der sala­fis­ti­schen Sze­ne be­son­ders groß. Wer de­ren Ak­tio­nen bis­lang als Fa­na­tis­musThea­ter ab­ge­tan hat, muss er­ken­nen: Die Ge­fahr ist re­al. Sie lau­ert ne­ben­an. BE­RICHT

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