Schwes­ter­kampf

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Na­tür­lich muss­te sich CSU-Chef Horst See­ho­fer auf dem CDU-Par­tei­tag höf­lich ge­ben. Er war ja Gast bei der gro­ßen Schwes­ter. Doch zwi­schen den Zei­len wur­de in der Re­de des baye­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten klar, dass An­ge­la Mer­kel die CDU hin­ter sich wis­sen kann, die CSU in­des noch lan­ge nicht. See­ho­fer, seit Mo­na­ten of­fi­zi­ell und hin­ter den Ku­lis­sen ei­ner der schärfs­ten Mer­kelK­ri­ti­ker in der Flücht­lings­fra­ge, setz­te der Kanz­le­rin mit ei­ner Zah­len­fol­ge die Pis­to­le auf die Brust. „5193, 5434, 3877, 4238, 4486“, zähl­te der CSU-Chef die täg­li­chen Flücht­lings­zah­len in Bay­ern der letz­ten Ta­ge auf. Im Kl­ar­text: Von Be­gren­zung ist drau­ßen in den Grenz­re­gio­nen noch nichts zu spü­ren.

Die Bun­des­kanz­le­rin hat dem Volk nun aber er­neut ver­spro­chen, dass sie die Zah­len re­du­zie­ren wird, um Deutsch­land nicht zu über­for­dern. Da­für muss man ihr Zeit ge­ben. Die Flücht­lin­ge tun schließ­lich al­les, um nach Deutsch­land zu kom­men. Ein­fa­che Maß­nah­men grei­fen da­her nicht. Die Kri­ti­ker aus der CSU wird das nicht be­sänf­ti­gen. An­ge­la Mer­kel ist in der Ver­ant­wor­tung. BE­RICHT

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