Köl­ner OB scherzt über Part­ner­schaft mit Düsseldorf

Die par­tei­lo­se Po­li­ti­ke­rin ist ges­tern im Köl­ner Stadt­rat als neue Ober­bür­ger­meis­te­rin ver­ei­digt wor­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DETLEV HÜWEL

KÖLN Zwei Mo­na­te nach dem Mes­ser­at­ten­tat, bei dem sie schwer ver­letzt wor­den war, hat die neue Köl­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin Hen­ri­et­te Re­ker (59) ih­ren Amts­eid im Rat der Stadt ab­ge­legt. Die Amts­ket­te konn­te sie we­gen ih­rer Hals­ver­let­zung aber noch nicht an­le­gen. „Vor ih­nen steht die dank­bars­te und glück­lichs­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Deutsch­lands“, sag­te sie und dank­te den Köl­nern für ihr Mit­ge­fühl in den zu­rück­lie­gen­den Wo­chen.

Die par­tei­lo­se Po­li­ti­ke­rin, die un­ter Po­li­zei­schutz steht, be­kräf­tig­te ih­ren Vor­satz für ei­nen „neu­en Po­li­tik­stil“, der von Of­fen­heit und Sach­lich­keit ge­prägt sein soll. Die Stadt­ver­wal­tung (17.000 Mit­ar­bei­ter) sei nicht das Spie­gel­bild des Ra­tes und un­ter­ste­he „aus­schließ­lich der Ober­bür­ger­meis­te­rin – sonst nie­man­dem“, stell­te sie klar und kün­dig­te Än­de­run­gen an. So soll künf­tig das Flücht­lings­we­sen ih­rem Bü­ro un­ter­stellt wer­den. Re­ker will der Dom­stadt er­klär­ter­ma­ßen wie­der zu dem wirt­schaft­li­chen und kul­tu- rel­len An­se­hen ver­hel­fen, das ihr als viert­größ­te Stadt Deutsch­lands zu­kom­me. Zu­dem müs­se die Rhein­schie­ne ge­stärkt wer­den. „Viel­leicht ist ei­ne Städ­te­part­ner­schaft mit Düsseldorf der rich­ti­ge Weg“, sag­te sie. Be­ob­ach­ter ge­hen al­ler­dings nicht von der Ernst­haf­tig­keit die­ses Vor­sto­ßes aus, zu­mal Re­ker erst vor we­ni­gen Wo­chen an die Köl­ner ap­pel­liert hat, nicht in Düsseldorf ein­kau­fen zu ge­hen.

Kölns neue OB, die im Wahl­kampf von CDU, Grü­nen, FDP und Frei­en Wäh­lern un­ter­stützt wor­den war, be­ton­te, dass sie auf al­le de­mo­kra­ti­schen Par­tei­en hö­ren wer­de: „Mei­ne Stim­me ge­hört im­mer dem über­zeu­gends­ten Vor­schlag und der bes­se­ren Ar­gu­men­ta­ti­on.“

CDU und Grüne, die im Stadt­rat ko­alie­ren wol­len, ver­fü­gen über 43 von 91 Sit­zen; mit der OB-Stim­me sind es zwar 44, aber für ei­ne Mehr­heit reicht das nicht. Re­ker ist in­des zu­ver­sicht­lich, „Mehr­hei­ten über­zeu­gen“zu kön­nen. Dass sie sich ganz ih­rem neu­en Amt ver­schrie­ben hat, macht ihr Schluss­satz deut­lich: „Mein Be­ruf ist Köln.“

FOTO: DPA

Hen­ri­et­te Re­ker trug kein Tuch, das die Nar­be ka­schie­ren wür­de.

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