Il­le­ga­le Tier­händ­ler schla­gen wie­der zu

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON CA­RO­LIN SKIBA

ES­SEN/HAMM Der Kre­fel­der Zoo ist in der Nacht zu Mon­tag zum wie­der­hol­ten Mal Op­fer von Tier­die­ben ge­wor­den. Trotz er­höh­ter Si­cher­heits­vor­keh­run­gen schaff­ten es die un­be­kann­ten Tä­ter, in den Zoo ein­zu­drin­gen und zwei sel­te­ne Hya­zinth-Aras zu steh­len. Die ko­balt­blau­en Pa­pa­gei­en aus dem bra­si­lia­ni­schen Re­gen­wald ge­hö­ren zu den be­son­ders ge­schütz­ten Tier­ar­ten, die auf dem Schwarz­markt ei­nen Wert von ins­ge­samt 40.000 Eu­ro er­zie­len wür­den. Das teil­te die Stadt Kre­feld ges­tern mit. Erst im Ju­ni hat­ten Die­be drei Gol­de­ne Lö­we­näff­chen ge­stoh­len. In die­sem Fall gab es laut Stadt Hin­wei­se auf ei­nen Ver­bleib der Tie­re in Ost­eu­ro­pa.

Ein Schlag ge­gen ukrai­ni­sche Tier­schmugg­ler ist dem Es­se­ner Zoll am Frei­tag ge­lun­gen, wie nun mit­ge­teilt wur­de. Mehr als 130 vom Aus­ster­ben be­droh­te Tie­re wie Cha­mä­le­ons, Geckos, Un­ken, Sa­la­man­der und Schild­krö­ten konn­ten be­schlag­nahmt wer­den. Mit­ar­bei­ter ei­ner ukrai­ni­schen Fir­ma hat­ten die Tie­re in ei­nem Ho­tel­zim­mer in Hamm zum Ver­kauf an­ge­bo­ten. Der Wert der ein­ge­schmug­gel­ten Ar­ten liegt bei rund 30.000 Eu­ro. Die Tie­re sind aus­nahms­los im Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz ge­lis­tet und gel­ten als be­son­ders be­droh­te Spe­zi­es. Bis­lang gibt es für sie deutsch­land­weit kei­ne recht­mä­ßi­gen Ein­fuh­ren. „Ob es sich bei den Tie­ren um Nach­zuch­ten oder Wild­ent­nah­men han­delt und wie sie in die EU ge­langt sind, wird der­zeit noch ge­prüft“, sagt Ruth Ha­li­ti vom Zoll­fahn­dungs­amt Es­sen. Das ukrai­ni­sche Un­ter­neh­men prä­sen­tier­te sein An­ge­bot an exo­ti­schen Tie­ren und Pflan­zen im In­ter­net und ver­sand­te zu­sätz­lich spe­zi­el­le An­ge­bots-Mails an po­ten­zi­el­le Kun­den. Zeit­gleich mit der mehr­mals jähr­lich in Hamm statt­fin­den­den „Ter­ra­ris­ti­ka“-Mes­se bot die Fir­ma die Tie­re zum Ver­kauf an – oh­ne gül­ti­ge Ge­neh­mi­gung.

Die Tier­händ­ler zahl­ten nach der Über­füh­rung ei­ne Si­cher­heits­leis­tung an den Zoll, die für zu er­war­ten­de Ge­richts­kos­ten und ge­ge­be­nen­falls zu ver­hän­gen­de Geld­stra­fen prä­ven­tiv er­ho­ben wird. Das Zoll­fahn­dungs­amt Es­sen ver­fährt so, da die Tä­ter nicht in Haft kom­men und es un­ge­wiss ist, ob sie zu even­tu­el­len Ge­richts­ver­hand­lun­gen auf­tau­chen.

Ei­ne Mit­ar­bei­te­rin des Zoos Dort­mund un­ter­stützt die Zoll­fahn­dung als Sach­ver­stän­di­ge. Sie be­ton­te, dass der Trans­port für die klei­nen Rep­ti­li­en ein enor­mer Stress­fak­tor sei. So über­leb­ten auch nicht al­le Tie­re die un­frei­wil­li­ge Rei­se. Die­je­ni­gen, die aber un­be­scha­det ge­ret­tet wer­den konn­ten, wur­den in die Ob­hut der Zoos Dort­mund, Düsseldorf (Aqua­zoo), Duis­burg und Köln ge­ge­ben, die sich fach­ge­recht um die Tie­re küm­mern. Ei­ne po­si­ti­ve Über­ra­schung gab es für die Zoll­be­am­ten dann doch noch. Ei­nen Tag nach der Ak­ti­on er­war­te­ten die Zöll­ner neun Feu­er­sa­la­man­derba­bys, die in der Nacht ge­bo­ren wur­den.

FOTOS: ZOLL/DPA

Ein Cha­mä­le­on war un­ter den in Hamm ent­deck­ten Rep­ti­li­en.

Ko­balt­blaue Hya­zinth-Aras, ähn­lich den ab­ge­bil­de­ten, wur­den ge­stoh­len.

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