NRW kri­ti­siert bel­gi­sche Atom-Po­li­tik

Das Atom­kraft­werk Ti­han­ge na­he der NRW-Lan­des­gren­ze ist wie­der am Netz.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

DÜSSELDORF (dpa) Das Wie­der­an­fah­ren des bel­gi­schen Atom­re­ak­tors Ti­han­ge 2 bei Aa­chen hat hef­ti­ge Pro­tes­te in NRW aus­ge­löst. Er hal­te es für ei­nen gro­ßen Feh­ler, die um­strit­te­nen Kraft­werks­blö­cke Ti­han­ge und Do­el bei Ant­wer­pen wie­der ans Netz zu ge­ben, sag­te Wirt­schafts- und Ener­gie­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) ges­tern: „Die­se Kraft­wer­ke ge­nü­gen nicht im Ge­rings­ten un­se­ren Si­cher­heits­an­for­de­run­gen und stel­len ei­ne Ge­fähr­dung für die Bür­ger in Nord­rheinWest­fa­len dar.“Die Bun­des­re­gie­rung sol­le des­halb Druck auf die bel­gi­sche Re­gie­rung aus­üben, for­der­te Du­in.

Das rund 70 Ki­lo­me­ter west­lich von Aa­chen ge­le­ge­ne Kraft­werk sei am Mon­tag­abend ans Netz ge­gan­gen, teil­te der Be­trei­ber Elec­tra­bel mit. Die Wie­der­in­be­trieb­nah­me sei voll­kom­men si­cher ge­we­sen. Der Re­ak­tor war zu­letzt im März 2014 we­gen Si­cher­heits­be­den­ken ab­ge- schal­tet wor­den, nach­dem Haar­ris­se am Re­ak­tor­be­häl­ter ent­deckt wor­den wa­ren. Nach ei­ner Über­prü­fung hat­te die bel­gi­sche Nu­kle­ar­auf­sichts­be­hör­de AFCN aber mit­ge­teilt, dass es sich um ein Pro­blem hand­le, das kei­ne Ge­fahr für die Si­cher­heit der Re­ak­to­ren dar­stel­le.

Nord­rhein-West­fa­lens Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel (Grüne) sieht das völ­lig an­ders: „Die bel­gi­sche Re­gie­rung spielt rus­si­sches Rou­let­te, denn Ti­han­ge ist ein Brö­ckel-Re­ak­tor, der kei­ne 100 Ki­lo­me­ter von der Lan­des­gren­ze ent­fernt ist. Seit Jah­ren neh­men die Pro­ble­me in der An­la­ge zu.“Zeit­wei­se sei so­gar ra­dio­ak­ti­ves Was­ser an ei­nem Ab­kling­be­cken aus­ge­tre­ten, so Rem­mel.

FOTO: DPA

Das Atom­kraft­werk Ti­han­ge liegt 70 Ki­lo­me­ter west­lich von Aa­chen.

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