Bund plant „Kli­ma­w­ohn­geld“für Ein­kom­mens­schwa­che

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (mar) Auch Wohn­geld- und Hartz-IV-Emp­fän­ger sol­len nach Vor­stel­lung der Bun­des­re­gie­rung von ge­rin­ge­ren Heiz­kos­ten in en­er­ge­tisch hoch­wer­ti­gen neu­en Woh­nun­gen pro­fi­tie­ren kön­nen. Da­zu prüft die Re­gie­rung die Ein­füh­rung ei­nes „Kli­ma­w­ohn­gel­des“so­wie die Zah­lung der Un­ter­kunfts­kos­ten für Hartz-IV-Emp­fän­ger auf Ba­sis der Brut­to­warm­mie­te an­stel­le der Kalt­mie­te. Dies geht aus der Ant­wort des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne klei­ne An­fra­ge der Grü­nen-Frak­ti­on her­vor, die un­se­rer Zei­tung vor­liegt.

Die Re­gie­rung prü­fe, „das Wohn­geld um ei­ne Kli­ma-Kom­po­nen­te durch ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung der Höchst­be­trä­ge nach en­er­ge­ti­scher Ge­bäu­de­qua­li­tät zu er­wei­tern“, heißt es in der Ant­wort. Die­ses „Kli­ma­w­ohn­geld“kön­ne da­für sor­gen, dass für Wohn­geld­emp­fän­ger auch neue oder sa­nier­te teu­re­re Woh­nun­gen in Be­tracht kä­men, die aber en­er­gie­spa­ren­der sei­en als äl­te­re. Des­halb wer­de auch im Hartz-IVSys­tem ge­prüft, „ob die Kom­mu­nen die An­ge­mes­sen­heit der Un­ter­kunfts- und Hei­zungs­kos­ten in ei­nem Ge­samt­kon­zept (Brut­to­warm­mie­te) fest­le­gen dür­fen“, sag­te ein Spre­cher des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums.

Der Ant­wort zu­fol­ge star­tet das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (Ba­fa) zu­dem ab so­fort mit Stich­pro­ben­kon­trol­len bei et­wa 100.000 grö­ße­ren Un­ter­neh­men. Da­bei geht es um die ord­nungs­ge­mä­ße Ein­füh­rung ob­li­ga­to­ri­scher Ener­gie- und Um­welt­ma­nage­ment­sys­te­me, so ge­nann­ter Ener­gie­au­dits. Ver­stö­ße könn­ten mit ei­nem Buß­geld „in Hö­he von bis zu 50.000 Eu­ro“be­straft wer­den.

Für die Grü­nen kom­men vie­le der Ener­gie­spar-Maß­nah­men zu spät. „Wenn die Bun­des­re­gie­rung so wei­ter­macht mit ih­rer Ener­gie­spar­po­li­tik, wird sie die ei­ge­nen Ener­gie­spar­zie­le kra­chend ver­feh­len“, sag­te Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin Ju­lia Ver­lin­den.

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