Thys­senk­rupp steigt mit Online-Shop ins Pri­vat­kun­den­ge­schäft ein

Rheinische Post Moenchengladbach - - DIGITALE WIRTSCHAFT -

DÜSSELDORF (ma­xi) Ka­men Ge­sprächs­part­ner dar­auf zu spre­chen, wel­che Chan­cen die Di­gi­ta­li­sie­rung in der Stahl­bran­che ha­be, dann fiel bis­lang im­mer der Na­me Klöck­ner & Co. Der Vor­stands­chef des Duis­bur­ger Stahl­händ­lers, Gis­bert Rühl, wur­de und wird nicht mü­de, von sei­nem Be­such im Si­li­con Val­ley und sei­nen Plä­nen für ei­ne di­gi­ta­le Stahl-Han­dels­platt­form zu schwär­men. Dass das bei der Kon­kur­renz nicht ge­ra­de für Eu­pho­rie sorgt, liegt auf der Hand. Seit ges­tern hat es der KlöCo- Chef Schwarz auf Weiß, dass die Wett­be­wer­ber aus Es­sen ihm nicht län­ger al­lein das me­dia­le Feld bei der Di­gi­ta­li­sie­rung über­las­sen wol­len: Die Thys­senk­rupp-Han­dels­spar­te Ma­te­ri­al Ser­vices skiz­zier­te, wie sie ihr Ge­schäft in Zu­kunft an­ge­hen will. Dem­nach sol­len Platt­for­men, die be­reits seit 2007 in den USA lau­fen, auch in Eu­ro­pa an den Start ge­hen. Kon­kret will Thys­senk­rupp sei­ne Han­dels­wa­re über drei Online-Shops an­bie­ten. Be­reits seit No­vem­ber ist der Kon­zern mit ei- nem Por­tal für sei­ne Fir­men­kun­den in Deutsch­land und wei­te­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten tä­tig. Das Por­tal ist ei­ne Er­gän­zung zum klas­si­schen Ge­schäft. Kun­den kön­nen dar­über et­wa Ver­trä­ge ein­se­hen, Be­stel­lun­gen auf­ge­ben oder Re­kla­ma­tio­nen durch­füh­ren – all dies flan­kie­rend zum klas­si­schen Of­f­line-Han­del. Denn Hans-Jo­sef Hoß, Vor­stands­mit­glied bei Ma­te­ri­al Ser­vices, glaubt nicht, dass in ab­seh­ba­rer Zeit die Pro­duk­te aus­schließ­lich per Online-Platt­form ge­han­delt wer­den: „In­ner­halb von drei Jah­ren schafft man es nicht, 50 Pro­zent des Ge­schäfts online ab­zu­wi­ckeln“, meint der Thys­senk­rupp-Ma­na­ger.

Ne­ben dem Ma­te­ri­al-Ser­vice­Por­tal gibt es seit No­vem­ber zu­dem ei­nen An­ar­bei­tungs-Shop: Fir­men­kun­den kön­nen sich dort Stahl­tei­le nach ih­ren Wün­schen an­fer­ti­gen und schi­cken las­sen.

Al­ler­dings will sich der Kon­zern nicht län­ger nur auf das rei­ne Fir­men­kun­den­ge­schäft be­schrän­ken. Viel­mehr sieht er „Po­ten­zi­al vor al- lem bei den Hand- und Heim­wer­kern“mit zwei­stel­li­gen Wachs­tums­ra­ten. Für die­se Kun­den gibt es ab April den Shop Ma­te­ri­al­s4me.de, der der­zeit ers­te Er­fah­run­gen im – nach Hoß’ Aus­sa­gen zu­fol­ge – „in­ter­netaf­fi­ne­ren Groß­bri­tan­ni­en“sam­melt. Auch kleins­te Men­gen, et­wa spe­zi­ell zu­ge­schnit­te­ne Roh­re, sol­len per Kurier zu den Kun­den ge­bracht wer­den.

Es ge­be noch ei­ne Rei­he wei­te­rer Di­gi­ta­li­sie­rungs-Pro­jek­te, er­klär­te Hoß, oh­ne De­tails zu nen­nen. Da­für ha­be der Kon­zern auf dem Es­se­ner Thys­senk­rupp-Cam­pus ein Team von „Leu­ten aus der In­ter­net­wirt­schaft“ver­sam­melt, die dort ge­mein­sam mit Be­schäf­tig­ten aus dem ope­ra­ti­ven Ge­schäft an der Um­set­zung ar­bei­ten. Die Mann­schafts­stär­ke lie­ge im mitt­le­ren zwei­stel­li­gen Be­reich. Um kon­kre­te Aus­sa­gen, um wie viel die Ebit-Mar­ge dank des On­li­ne­ge­schäfts ge­stei­gert wer­den sol­le, drück­te sich Hoß. Nur so viel: Man wol­le deut­li­che Ver­bes­se­run­gen er­rei­chen und mehr als der Markt wach­sen.

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