Mo­du­le für den in­di­vi­du­el­len Lern­er­folg

Am Gym­na­si­um am Ge­ro­wei­her kön­nen Schü­ler aus drei ver­schie­de­nen Mo­du­len wäh­len und so ei­ge­ne Schwer­punk­te set­zen. Die An­ge­bo­te wer­den stän­dig op­ti­miert.

Rheinische Post Moenchengladbach - - BILDUNG - VON AN­GE­LA RIET­DORF

Ja­kob macht sei­ne Haus­auf­ga­ben ger­ne zu Hau­se, da­für wählt er in der Schu­le lie­ber das In­ter­es­sens­mo­dul NaWi Kids. Da­bei kann er mi­kro­sko­pie­ren oder sich mit der Tier­welt be­schäf­ti­gen, und al­les, was er her­aus­ge­fun­den hat, fasst er an­schlie­ßend in ei­ner Po­wer-Po­in­tPrä­sen­ta­ti­on zu­sam­men. Sei­ne Klas­sen­ka­me­ra­din Ele­na en­ga­giert sich lie­ber bei der Schü­ler­zei­tung und nimmt au­ßer­dem ein Übungs­mo­dul. Das ist ei­ne St­un­de, in der sie die Auf­ga­ben in der Schu­le er­le­digt.

Das mo­du­la­re Ler­nen er­mög­licht die­se Fle­xi­bi­li­tät im Gym­na­si­um am Ge­ro­wei­her. „Nicht al­le Schü­ler brau­chen das Glei­che, zum Bei­spiel ei­ne zu­sätz­li­che St­un­de in Deutsch oder Ma­the“, er­klärt Chris­ti­an Dern, Schul­lei­ter am Gym­na­si­um am Ge­ro­wei­her. „Mit dem mo­du­la- ren Ler­nen stel­len wir uns auf die Be­dürf­nis­se der Schü­ler ein.“Drei Va­ri­an­ten ste­hen zur Aus­wahl: Die Schü­ler ent­schei­den sich in je­dem Quar­tal neu zwi­schen den Mo­du­len „In­ter­es­se“, „Ver­tie­fung“und „Übung“. Die In­ter­es­sens­mo­du­le sind je­weils zwei­stün­dig und rei­chen von Sport­an­ge­bo­ten über Thea­ter, Schü­ler­zei­tung und ma­the­ma­ti­sche Kno­be­lei­en bis hin zum Pro­gramm „JA­RA“, ei­ner Ko­ope­ra­ti­on mit der RWTH Aa­chen und dem For­schungs­zen­trum Jü­lich, bei der Schü­ler wis­sen­schaft­li­che Ex­pe­ri­men­te auf höchs­tem Ni­veau ken­nen ler­nen. Die In­ter­es­sens­mo­du­le ge­hen über den nor­ma­len Lehr­stoff hin­aus und sind ein Stück Be­gab­ten­för­de­rung.

Die Ver­tie­fungs­mo­du­le da­ge­gen bie­ten den Schü­lern Ge­le­gen­heit, Lern­stoff zu wie­der­ho­len. „Zu Be­ginn wird erst ein­mal fest­ge­stellt, wo der Schü­ler Schwä­chen hat, dann wer­den sie ent­spre­chend auf­ge­ar­bei­tet“, er­klärt Dern. Beim Übungs­mo­dul kön­nen die Schü­ler Übungs­auf­ga­ben er­le­di­gen. Frü­her hieß so et­was mal Haus­auf­ga­ben, und tat­säch­lich kön­nen Schü­ler wie Ja­kob die Übun­gen auch zu Hau­se er­le­di­gen. Dann kön­nen sie in die­ser Zeit in der Schu­le an­de­re An­ge­bo­te nut­zen.

Vier St­un­den wö­chent­lich ste­hen für die Mo­du­le zur Ver­fü­gung. „Die Schü­ler kön­nen sie nach ih­ren Wün­schen kom­bi­nie­ren“, er­läu­tert Mar­kus Klemt, am Gym­na­si­um am Ge­ro­wei­her für die in­di­vi­du­el­le För­de­rung zu­stän­dig. Sie kön­nen zum Bei­spiel ein In­ter­es­sens­mo­dul und ein Übungs­mo­dul wäh­len. Und weil in­di­vi­du­el­le För­de­rung auch Fle­xi­bi­li­tät um­fas­sen muss, ist in­ner­halb des Quar­tals ein Wech­sel mög­lich, bei­spiels­wei­se, weil die Leis­tun­gen in ei­nem Fach nicht den Er­war­tun­gen ent­spre­chen und des­halb ein Ver­tie­fungs­mo­dul not­wen­dig ma­chen. Seit den Som­mer­fe­ri­en gibt es das mo­du­la­re Ler­nen in der jet­zi­gen Form, und die Er­fah­run­gen sind sehr po­si­tiv. „Die Schü­ler sind mit Be­geis­te­rung da­bei“, sagt El­tern­ver­tre­ter Jörn Kuhn. „Das ist ei­ne ech­te Stei­ge­rung ge­gen­über dem vor­he­ri­gen An­satz, der auch schon selbst­stän­di­ges Ler­nen um­fass­te.“

Die Schü­ler wäh­len recht gleich­mä­ßig zwi­schen den Mo­du­len, neh­men die im Ver­tie­fungs­mo­dul an­ge­bo­te­ne För­de­rung eben­so in An­spruch wie die Mög­lich­keit, ih­re Auf­ga­ben zu er­le­di­gen oder in den In­ter­es­sens­mo­du­len Neu­es zu ent­de­cken. Der Ar­beits­kreis, der das mo­du­la­re An­ge­bot kon­zi­piert hat, bleibt im­mer am Ball, op­ti­miert und pro­biert neue An­ge­bo­te aus. Im zwei­ten Halb­jahr soll es bei­spiels­wei­se Wirt­schafts­eng­lisch ge­ben. Auch Tanz­thea­ter wird da­zu­kom­men.

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