Mehr Trans­pa­renz

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Mar­kus Meis­ter 41239 Mön­chen­glad­bach Ger­hard Haack Duis­burg Hans Meins 20535 Ham­burg Al­bert Koll 40597 Düsseldorf

Wenn der Mehr­heit der Deut­schen wie­der mal er­folg­reich ein­ge­re­det wor­den ist, dass man be­reit sein muss, auf Frei­hei­ten, Pri­vat­sphä­re und Da­ten­schutz zu ver­zich­ten, zwecks hö­he­rer Si­cher­heit, dann lasst es uns we­nigs­tens rich­tig ma­chen und auch Steu­er­flucht, Kor­rup­ti­on und Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät stär­ker be­kämp­fen. To­ta­le Kon­trol­le der Staats­or­ga­ne, to­ta­le Trans­pa­renz, was Ne­ben­ein­künf­te, Par­tei­spen­den, Frei­han­dels­ab­kom­men und Lob­by­is­mus an­geht in der Po­li­tik, of­fe­ne Ge­halts­lis­ten und Steu­er­er­klä­run­gen von Spit­zen­ver­die­nern und Su­per­rei­chen. To­ta­le Ein­sicht in al­le Ge­schäfts­be­zie­hun­gen, In­ves­ti­tio­nen und Spe­ku­la­tio­nen der Ban­ken, Kon­zer­ne und Ver­si­che­run­gen. Das al­les für mehr so­zia­le Ge­rech­tig­keit, ei­ne fai­re Ver­tei­lung und mehr Nach­hal­tig­keit in un­se­rer Ge­sell­schaft. Jetzt muss man nur die Po­li­ti­ker und Me­di­en fin­den, die das der Be­völ­ke­rung als ab­so­lut not­wen­dig ein­re­den! ist, wird zu oft in der Rhei­ni­schen Post ver­schwie­gen. Die Su­per­rei­chen le­ben ge­nau­so iso­liert in ih­rer Welt wie die Be­dürf­ti­gen. Es gibt nur we­ni­ge In­sti­tu­tio­nen und In­ter­es­sen­grup­pen, in de­nen bei­de Grup­pen auf­ein­an­der­tref­fen – lei­der. Des­halb kann man si­cher nicht von ei­ner Volks­ge­mein­schaft oder ähn­li­chen ideo­lo­gi­schen Schön-Be­grif­fen spre­chen, wie das im­mer noch et­li­che Po­li­ti­ker tun. Olympia und ähn­li­che Groß­ver­an­stal­tun­gen/Groß­pro­jek­te ha­ben ein Glaub­wür­dig­keits­pro­blem. Kei­ner will die­se kor­rup­ten Ty­pen mehr in der Stadt ha­ben. Da kön­nen ver­lo­ge­ne Po­li­ti­ker, geld­gie­ri­ge Groß­in­dus­tri­el­le und de­ren An­häng­sel so­wie do­ping­ver­seuch­te Sport­ler noch so sehr jam­mern. Die­se Num­mer ist durch und mei­net­we­gen kann das IOC Olympia ein­mot­ten. Es in­ter­es­siert uns Bür­ger ein­fach nicht mehr. die schö­nen Be­grif­fe wie „Kren­te­kä­cker“oder „Kohz­sech­ti­je“. Ob Olympia oder Start der Tour de Fran­ce, es sind Wer­bun­gen für Stadt und Land. Es kom­men nicht nur an die­sen Ta­gen Aber­tau­sen­de von Gäs­ten, die ei­ni­ges an Geld hier las­sen, son­dern sie kom­men auch in den fol­gen­den Mo­na­ten. Wenn man meint, das Geld wä­re für neue Fens­ter in Schu­len bes­ser aus­ge­ge­ben, ok, je­doch des­we­gen kommt kein Gast zu uns. Wenn man an die­ser Wer­bung spart, kann man auch die Uhr an­hal­ten, um Zeit zu spa­ren. Lei­der wer­den die „oben ge­nann­ten“im­mer mehr und die­se sind es auch, die ein gro­ßes Ge­schrei an­fan­gen, wenn Deutsch­land auf ein­mal 2. Li­ga ist. An­de­re Län­der wer­den, wenn wir uns die­sen Men­schen nicht ent­ge­gen­stel­len, lä­chelnd an uns vor­bei zie­hen. Sie sind schon aus den Start­lö­chern, nicht nur im Sport.

FOTO: DPA

Vor­bei die Chan­ce, sich für die Aus­tra­gung der Olym­pi­schen Spie­le zu be­wer­ben: Die Mehr­heit der be­trof­fe­nen Bür­ger war da­ge­gen.

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