Tu­mult bei Etat-De­bat­te im Land­tag

Streit um neue Schul­den we­gen vier Mil­li­ar­den Mehr­aus­ga­ben für Flücht­lin­ge

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜSSELDORF Der Land­tags­wahl­kampf 2017 hat be­gon­nen. Re­gie­rung und Op­po­si­ti­on nutz­ten die Haus­halts­de­bat­te ges­tern zu ei­ner emo­tio­na­len Ge­ne­ral­ab­rech­nung mit dem po­li­ti­schen Geg­ner weit über Fi­nanz­the­men hin­aus – Eklats in­klu­si­ve. Mit ei­nem Pfeif­kon­zert, Buh- und Schmäh­ru­fen re­agier­ten die Re­gie­rungs­par­tei­en zum Bei­spiel, als Op­po­si­ti­ons­füh­rer Ar­min La­schet (CDU) an die Adres­se des Fi­nanz­mi­nis­ters Nor­bert Wal­terBor­jans (SPD) sag­te: „Und kom­men Sie bloß nicht auf die Idee, in den letz­ten Mo­na­ten des Jah­res Ih­re Schul­den­po­li­tik mit den Flücht­lin­gen zu recht­fer­ti­gen. Das wä­re ein Miss­brauch die­ser Men­schen.“

An­ge­sichts der vier Mil­li­ar­den Eu­ro, die das Land „zur Be­wäl­ti­gung die­ser hu­ma­ni­tä­ren Ka­ta­stro­phe al­lein im kom­men­den Jahr in die Hand nimmt“, sei La­schets Be­mer­kung „un­ge­heu­er­lich“und „schä- Ar­min La­schet (CDU) Op­po­si­ti­ons­füh­rer in NRW big“, hielt SPD-Frak­ti­ons­chef Nor­bert Rö­mer da­ge­gen. Rö­mer ver­trat die er­krank­te Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft. Aber La­schet blieb da­bei: Wäh­rend die Mehr­heit der an­de­ren Län­der längst oh­ne neue Schul­den aus­kom­me, sta­gnie­re die jähr­li­che Neu­ver­schul­dung in NRW bei zwei Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Aus­ga­ben des Lan­des sei­en in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren „oh­ne Not um 30 Pro­zent aus­ge­wei­tet“wor­den. Am Etat­ent­wurf der Re­gie­rung zei­ge sich „die gan­ze Kon­zept­lo­sig­keit von Rot-Grün“; die Re­gie­rung sei nicht in der La­ge, sinn­vol­le Schwer­punk­te zu set­zen.

Wal­ter-Bor­jans warf der Op­po­si­ti­on „Fle­ge­lei­en“vor. Die Ge­gen­vor­schlä­ge sei­en nicht ernst zu neh­men und ih­rer­seits „Aus­druck von Pl­an­lo­sig­keit“. Am En­de wur­de der Haus­halt er­war­tungs­ge­mäß mit den Stim­men von SPD und Grü­nen ver­ab­schie­det. Er sieht Re­kord­aus­ga­ben in Hö­he von 69,9 Mil­li­ar­den Eu­ro und neue Kre­di­te von 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro vor.

„Recht­fer­ti­gen Sie Ih­re

Schul­den bloß nicht mit Flücht­lin­gen“

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