Imp­fen per Ge­setz

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON WOLFRAM GOERTZ

West­deut­sche Me­di­zi­ner träu­men in stil­len Mo­men­ten von der DDR. Dort gab es ei­ne Impf­pflicht, der kaum ei­ner ent­kam. Die po­si­ti­ven Fol­gen wa­ren be­ein­dru­ckend. Seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung macht sich hü­ben wie drü­ben ei­ne selt­sa­me Teil­nahms­lo­sig­keit breit. De­ren Aus­wir­kun­gen sind al­ler­dings be­denk­lich, da muss man nicht nur auf töd­li­che Ma­sern-Fäl­le bei Klein­kin­dern ver­wei­sen. Wo­her kommt die Impf­mü­dig­keit? Vie­le In­fek­ti­ons­krank­hei­ten sind dank jahr­zehn­te­lan­ger Impf­pra­xis so gut wie aus­ge­stor­ben, wo­von auch Un­ge­impf­te im­mer noch pro­fi­tie­ren. Die­se so­ge­nann­te Her­den­im­mu­ni­tät ver­rin­gert sich in­des kon­ti­nu­ier­lich, je we­ni­ger ge­impft wird. Des­halb ist ei­ne Impf­pflicht über­fäl­lig, wie sie die CDU jetzt vor­schlägt.

Ge­wiss ru­fen Imp­fun­gen in we­ni­gen Fäl­len Ne­ben­wir­kun­gen her­vor. Doch liegt die Kom­pli­ka­ti­ons­ra­te vie­ler In­fek­ti­ons­krank­hei­ten nach ei­nem Aus­bruch, den ein Impf­ver­säum­nis ver­ur­sacht hat, um ein Viel­fa­ches hö­her. Die­ser küh­len und un­ab­weis­ba­ren Sta­tis­tik soll­te sich der Ge­sund­heits­mi­nis­ter nicht ver­schlie­ßen. Die Impf­fra­ge ist nichts für Zau­de­rer. BE­RICHT

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