Ge­richt er­klärt lie­bes­kran­ke Se­nio­rin für schuld­un­fä­hig

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

ARNS­BERG (dpa) Seit fast 15 Jah­ren stellt ei­ne Se­nio­rin ei­nem Pas­tor aus dem sau­er­län­di­schen Me­sche­de nach. Nach meh­re­ren Pro­zes­sen wur­de nun die lie­bes­kran­ke Rent­ne­rin we­gen Schuld­un­fä­hig­keit vom Land­ge­richt Arns­berg vom Stal­kin­gVor­wurf frei­ge­spro­chen. Im Früh­jahr 2014 hat­te das Amts­ge­richt in Me­sche­de den Fall noch an­ders be­wer­tet und die Frau zu 14 Mo­na­ten Haft ver­ur­teilt. Doch ein wei­te­res Gut­ach­ten, das der Frau ei­nen krank­haf­ten Lie­bes-Wahn be­schei­nigt und vor al­lem die Tat­sa­che, dass die An­ge­klag­te trotz der dro­hen­den Ge­fäng­nis­stra­fe wei­ter­mach­te, lie­ßen das Be­ru­fungs­ge­richt den Fall jetzt an­ders be­ur­tei­len. „Wir ha­ben Zwei­fel an der Schuld­fä­hig­keit“, sag­te der Rich­ter. „Sie ist zwar läs­tig, aber nicht ge­fähr­lich.“

Der Geist­li­che hat­te ei­nen sol­chen Aus­gang nach dem ers­ten Pro- zess­tag schon er­war­tet. Er fühlt sich von Jus­tiz und Rechts­staat im Stich ge­las­sen. „Nach mei­nem rechts­staat­li­chen Emp­fin­den hört die Frei­heit des ei­nen da auf, wo sie die Frei­heit des an­de­ren be­rührt“, sag­te er. Und auch wenn die Frau krank sei: „Es kann nicht sein, dass sie je­man­den ter­ro­ri­sie­ren darf.“

Ei­ne Ein­wei­sung der Frau in ei­ne psych­ia­tri­sche Kli­nik schloss das Ge­richt aus.

FOTO: DPA

Die 72-Jäh­ri­ge ver­folgt ei­nen Pas­tor seit Jah­ren aus Lie­be.

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