Arag strei­tet mit VW-Kun­den­an­wäl­ten

Der Rechts­schutz­ver­si­che­rer hält di­rek­te Scha­den­er­satz­kla­gen für aus­sichts­los.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON GE­ORG WIN­TERS

DÜSSELDORF „Die­sel­ga­te“, die Af­fä­re um ma­ni­pu­lier­te Ab­gas­wer­te bei VW, ist nicht nur ein The­ma für den Au­to­bau­er und sei­ne Kun­den, son­dern auch für An­wäl­te und Rechts­schutz­ver­si­che­rer. Vor al­lem in Deutsch­land mel­den im­mer mehr Fah­rer ih­re An­sprü­che ge­gen das Un­ter­neh­men an. Der Düs­sel­dor­fer Rechts­schutz­ver­si­che­rer Arag hat der­zeit rund 850 An­fra­gen von Kun­den aus Deutsch­land vor­lie­gen, die den Kon­zern ent­we­der we­gen der Ma­ni­pu­la­tio­nen oder we­gen des ab­ge­stürz­ten Ak­ti­en­kur­ses be­lan­gen wol­len.

Grund­sätz­lich sei­en die Rechts­schutz­ver­si­che­rer leis­tungs­pflich­tig und über­näh­men die Kos­ten für die an­walt­li­che Be­ra­tung und die wei­te­re Rechts­ver­fol­gung, sag­te Arag- Chef Paul Ot­to Faß­ben­der. Aber: Es ge­be auch zu­neh­mend An­fra­gen zu Fäl­len, in de­nen Kun­den di­rekt Scha­den­er­satz oder ei­nen Neu­wa­gen for­der­ten. Die­se An­fra­ge leh­ne die Arag ab, weil je­der VW-Händ­ler erst ein­mal An­spruch dar­auf ha­be, den Scha­den zu be­he­ben, so Faß­ben­der.

Kon­se­quenz: Der Ver­such, sich ein neu­es Au­to zu er­strei­ten, könn­te vor­erst ins Lee­re lau­fen. In sol­chen Fäl­len kön­nen Rechts­schutz­ver­si­che­rer die Kos­ten­über­nah­me ab­leh­nen. Faß­ben­der kri­ti­ser­te „ein­zel­ne An­walts­kanz­lei­en“, die bei rechts­schutz­ver­si­cher­ten Man­da­ten da­mit wür­ben, dass sie di­rek­ten Scha­den­er­satz er­rei­chen könn­ten. Sol­che Pro­zes­se sei­en „mit ei­ni­ger Wahr­schein­lich­keit“aus­sichts­los.

Im zu En­de ge­hen­den Ge­schäfts­jahr hat die Arag nach vor­läu­fi­gen Zah­len die Bei­trags­ein­nah­men um 3,4 Pro­zent auf mehr als 1,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stei­gert. Selbst in Deutsch­land, wo die Prä­mi­en­ein­nah­men lan­ge Zeit san­ken, mel­det das Un­ter­neh­men ein Plus von 2,3 Pro­zent auf 1,07 Mil­li­ar­den Eu­ro. Das ist zum Teil Bei­trags­stei­ge­run­gen ge­schul­det, aber gleich­zei­tig ist der Kun­den­be­stand um zwei Pro­zent ge­wach­sen. Wachs­tums­trä­ger bleibt aber das Aus­land mit ei­nem Ge­samt­an­teil von mehr als 60 Pro­zent an den Ein­nah­men. Beim ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Er­geb­nis wird der Kon­zern die 60,6 Mil­lio­nen Eu­ro des Vor­jah­res zwar wahr­schein­lich über­tref­fen. Aber we­gen der schwä­che­ren Fi­nanz­märk­te dürf­te der Vor­steu­er­ge­winn ver­mut­lich dras­tisch zu­rück­ge­hen – und zwar um mehr als ein Drit­tel auf rund 55 Mil­lio­nen Eu­ro.

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