CDU und SPD: So wird Glad­bach at­trak­ti­ver

Die Gro­Ko mach­te ges­tern im Rat deut­lich: Zehn Mil­lio­nen Eu­ro für die AöR Sau­ber­keit sind nö­tig, um die Stadt at­trak­ti­ver zu ma­chen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON DIE­TER WE­BER VON DIE­TER WE­BER

Von den an­ste­hen­den Steu­er­er­hö­hun­gen war un­mit­tel­bar in der Etat­re­de des CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Hans Pe­ter Schle­gel­milch nicht die Re­de. Auch den neu­en Stadt­be­trieb AöR Sau­ber­keit sprach er nicht di­rekt an. Zah­len – wie viel für die­se Po­si­ti­on be­stimmt ist, wie viel für die an­de­re – fehl­ten gänz­lich. Un­ter­neh­mer Schle­gel­milch stell­te das her­aus, was in der Kon­se­quenz auf al­le Schrit­te zu­trifft, die CDU und SPD mit ih­ren Ent­schei­dun­gen vor­ge­ben: Es ist ei­ne Qua­li­täts­of­fen­si­ve, an de­ren En­de ei­ne „le­bens­wer­te, sau­be­re und si­che­re Stadt“ste­hen soll. Schle­gel­milch hob bei al­len Kon­so­li­die­rungs­be­mü­hun­gen die Un­ter­schie­de zu frü­he­ren Bünd­nis­sen her­vor: „Wir ge­hen hier aber dif­fe­ren­zier­ter vor, als man­che das in der Ver­gan­gen­heit ge­tan ha­ben. Ra­sen­mä­her an! Leis­tung run­ter! So durf­te das nicht wei­ter­ge­hen.“

Und er be­ton­te, was als Richt­schnur christ­de­mo­kra­ti­scher Po­li­tik gilt: Die Stadt bis 2020 zur sau­bers­ten Groß­stadt in NRW zu ma­chen, mit mehr Bau­krä­nen als heu­te zu punk­ten und bes­se­re Plat­zie­run­gen bei Städ­te-Ran­kings an­zu­stre­ben. Wenn die SPD als CDU-Part­ner im Rat den Haus­halts­sa­nie­rungs­plan als se­gens­reich pries, so kam von Schle­gel­milch Kri­tik: „Auch Land und Kom­mu­nal­auf­sicht müs­sen er­ken­nen, dass der Bei­tritt Mön­chen­glad­bachs zum Haus­halts­sa­nie­rungs­plan nicht das Gelüb­de der Bür­ger­schaft auf ewi­ge Ar­mut ge­we­sen sein kann.“Und: Trotz neu­er Aus­ga­ben blei­be die Kon­so­li­die­rung des Haus­halts auf der Agen­da.

Glad­bach sei ei­ne Stadt der Chan­cen und wach­se –nicht ra­sant, aber doch er­freu­lich. Dies hän­ge sehr mit der stra­te­gi­schen La­ge zu den wirt­schaft­lich star­ken Zen­tren am Rhein zu­sam­men. Schle­gel­milch hob in die­sem Zu­sam­men den Ein­satz en­ga­gier­ter Bür­ger her­vor, be­dank­te sich aus­drück­lich bei der SPD und hob die po­si­ti­ven Re­ak­tio­nen von FDP, PiPa und auch von den Lin­ken her­vor. Schle­gel­milch: „Ein­zig die Grü­nen ste­hen mit her­un­ter­ge­zo­ge­nen Mund­win­keln dau­ernd in der Schmoll­ecke – fest im Ges­tern und blind für die Mög­lich­kei­ten von mor­gen.“ Mehr Geld für so­zia­le, kul­tu­rel­le und bür­ger­schaft­li­che Initia­ti­ven. Ein fast ver­dop­pel­ter An­satz beim Rad­we­ge­bau. Mehr Geld für die Ver­wal­tung, da­mit sie zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter ein­stel­len kann. Ein neu­es Kon­zept für Stra­ßen, Parks und Plät­ze und die Grün­dung ei­nes Stadt­be­triebs, der sich dies zur Auf­ga­be macht – ver­se­hen mit ei­ner Geld­sprit­ze von rund zehn Mil­lio­nen Eu­ro. Der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Felix Hein­richs scheint mit sich, sei­ner Par­tei und sei­nem Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner im Rei­nen zu sein. „Ich weiß nicht wie lan­ge es her ist, dass ein Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der in die­sem Rat so vie­le po­si­ti­ve Nach­rich­ten in ei­ner Haus­halts­re­de ver­kün­den konn­te“, sag­te er ges­tern.

Nach sei­ner Mei­nung hat die Stadt die ent­schei­den­de Kehrt­wen­de ma­chen kön­nen, als sie dem Stär­kungs­pakt bei­trat. Dank Mil­lio­nen­hil­fe des Lan­des und ei­ge­nen Spar­an­stren­gun­gen sei der Haus­halt­sa­nie­rungs­plan kein „Blut-, Schweiß- und Trä­nen­buch, son­dern der Plan zur Mo­der­ni­sie­rung un­se­rer Stadt“. Mön­chen­glad­bach ha­be wie­der „Luft zum At­men und Raum für Gestal­tung“. Trotz­dem sei es not­wen­dig, Kor­rek­tu­ren vor­zu­neh­men: Die wohl be­deu­tends­te sei die „Um­wand­lung der Zie­le zur Per­so­nal­ein­spa­rung“.

Hein­richs ver­tei­dig­te die Steu­er­er­hö­hun­gen bei der Grund­steu­er B (+ 100 Punk­te) und bei der Ge­wer­be­steu­er (+ 15 Punk­te). Das dar­aus re- sul­tie­ren­de Plus von rund 14 Mil­lio­nen Eu­ro ma­che In­ves­ti­tio­nen in die Zu­kunft mög­lich: bei der städ­ti­schen In­fra­struk­tur und im Per­so­nal­stand der Ver­wal­tung. Das sei­en aber kei­ne Lu­xus­aus­ga­ben, und SPD und CDU wür­den auch kei­ne Kon­so­li­die­rungs­zie­le auf­ge­ben.

Hein­richs de­fi­nier­te als Ziel für 2016 die an Ein­woh­ner zu­neh­men­de Stadt. Man dür­fe sich da­bei nicht auf „stein­ge­wor­de­ne Wohn­träu­me“kon­zen­trie­ren, son­dern ganz we­sent­lich ei­ne ver­bes­ser­te Bil­dungs­struk­tur in den Mit­tel­punkt stel­len. Hein­richs stell­te auch klar: „Ei­ne sieb­te Ge­samt­schu­le wird die Pro­ble­me nicht lö­sen kön­nen.“Man müs­se im Sys­tem zu schritt­wei­sen Ve­rän­de­run­gen kom­men.

RP-FOTO: VEHLING

Mön­chen­glad­bach hat vie­le schö­ne Sei­ten – et­wa der Blick auf das Müns­ter. CDU und SPD set­zen viel Geld ein, um die Stadt schö­ner zu ma­chen.

RP-ARCHIV: RAUPOLD

Felix Hein­richs (SPD): Kon­so­li­die­rung bleibt im Blick­feld.

RP-ARCHIV: HWR

Hans Pe­ter Schle­gel­milch (CDU) : Ei­ne Stadt der Chan­cen.

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