Gro­ße Ko­ali­ti­on be­schließt hö­he­re Steu­ern

Bür­ger und Un­ter­neh­mer müs­sen mehr zah­len, be­kom­men da­für aber ei­ne sau­be­re Stadt, die wächst – das ist der Plan von CDU und SPD, für den ges­tern im Rat we­sent­li­che Pf­lö­cke ein­ge­schla­gen wur­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON RALF JÜN­GER­MANN

Man hät­te es über läng­li­chen po­li­ti­schen Streit zum Teil un­ter­halb der üb­li­chen Ge­schmacks­gren­zen und Pop­corn, das die Pipa-Grup­pe ver­teil­te, fast über­se­hen kön­nen: Der Rat hat ges­tern ei­ne Rei­he von mar­kan­ten Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen, die die Stadt teil­wei­se über Jah­re prä­gen sol­len. Ein Über­blick. Grund und Ge­wer­be­steu­er stei­gen Die Stadt nimmt ei­nen kräf­ti­gen Schluck aus der Pul­le: Die Grund­steu­er B steigt um 100 auf 620 Pro­zent­punk­te, die Ge­wer­be­steu­er um 15 auf 490 Pro­zent­punk­te. Das ist noch mal er­heb­lich mehr, als der Käm­me­rer selbst vor­ge­schla­gen hat­te. Ge­braucht wird das Geld vor al­lem für die neue Stadt-Toch­ter zur Sau­ber­keit, das Ziel ei­ner wach­sen­den Stadt, die Kos­ten für die Un­ter­brin­gung der Flücht­lin­ge und den Haus­halts­aus­gleich. Die neue Stadt-Toch­ter für die Sau­ber­keit gibt es seit ges­tern nicht län­ger aus­schließ­lich auf dem Pa­pier. Der Ver­wal­tungs­rat tag­te erst­mals un­ter Vor­sitz von Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners. Der Rat ver­ab­schie­de­te den Wirt­schafts­plan. Die drei Vor­stän­de wur­den ge­wählt. Nur wer stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats wird, bleibt noch of­fen. CDU und SPD konn­ten sich dar­auf nicht ver­stän­di­gen. Der Stadt­be­trieb Mön­chen­glad­bach, wie er vor­läu­fig heißt, be­kommt aus dem Stadt-Haus­halt in den ers­ten bei­den Jah­ren je zehn Mil­lio­nen Eu­ro. Stadt will wach­sen Zum ers­ten Mal seit vie­len Jah­ren setzt sich die Stadt wie­der selbst ein am­bi­tio­nier­tes Ziel: Mön­chen­glad­bach soll wach­sen. Jun­ge Men­schen sol­len in der Stadt ge­hal­ten, gut aus­ge­bil­de­te Neu­bür­ger ge­won­nen wer­den. Die da­für not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen soll die Stadt sys­te­ma­tisch schaf­fen – und be­kommt für die Pla­nung 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Ge­sund­heits­kar­te für Flücht­lin­ge Ab dem 1. Ju­li sol­len Asyl­be­wer­ber, die das Land Mön­chen­glad­bach zu­weist, hier ei­ne Ge­sund­heits­kar­te be­kom­men, mit der sie di­rekt zum Arzt ge­hen kön­nen. Bis­her müs­sen sie sich zu­nächst beim So­zi­al­amt Be­hand­lungs­schei­ne ab­ho­len. Die Ge­sund­heits­kar­te, die in Ko­ope­ra­ti­on mit der IKK an­ge­bo­ten wird, soll zu­nächst ein Jahr aus­pro­biert wer­den. Das kos­tet die Stadt ge­schätzt rund 160.000 Eu­ro. Da­für spart sie Ver­wal­tungs­auf­wand. Bü­che­rei wird teu­rer Der Aus­weis für die Stadt­bü­che­rei kos­tet statt bis­her 14 Eu­ro pro Jahr künf­tig 16. Wer An­spruch auf Er­mä­ßi­gung hat, muss statt bis­her 7 ab dem 1. Ja­nu­ar 8 Eu­ro zah­len. Für Kin­der und Ju­gend­li­che än­dert sich nichts. Sie be­kom­men den Nut­zer­aus­weis bis zum 18. Le­bens­jahr kos­ten­los. Wer­be­sat­zung in Rhe­ydt Wie Wer­bung in der Rhe­ydter In­nen­stadt zum Bei­spiel an Fas­sa­den aus­zu­se­hen hat, re­gelt ei­ne neue Sat­zung. Sie legt fest, wie groß Wer­bung sein darf und wo sie mon­tiert sein muss. Leis­tungs­ver­trä­ge mit So­zi­al­trä­gern Die Ver­trä­ge, die die Stadt mit pri­va­ten An­bie­tern schließt, da­mit die­se zum Bei­spiel Fa­mi­li­en Hil­fen zur Er­zie­hung leis­ten und Be­geg­nungs­stät­ten be­trei­ben, wer­den nur noch für zwei Jah­re ver­län­gert. Die Wirk­sam­keit der ein­zel­nen Maß­nah­men soll an­schlie­ßend ge­nau­er als bis­her un­ter­sucht wer­den. Bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment soll noch stär­ker ge­för­dert. Im kom­men­den Jahr gibt es 300.000 Eu­ro für Pro­jek­te, mit de­ren Hil­fe Bür­ger ver­su­chen, ihr Um­feld zu ver­bes­sern. Geld soll es vor al­lem ge­ben, wenn die Bür­ger nicht al­lein auf öf­fent­li­che Mit­tel an­ge­wie­sen sind, son­dern ei­nen Ei­gen­an­teil bei­steu­ern. Fei­er­abend­markt Die Ver­wal­tung soll ver­su­chen, ei­nen Fei­er­abend­markt an­zu­sie­deln, so wie es ihn in an­de­ren Groß­städ­ten be­reits gibt. Tour de Fran­ce Die Ver­wal­tung soll aus­lo­ten, ob die Tour de Fran­ce von Düsseldorf über Mön­chen­glad­bach nach Aa­chen füh­ren kann und da­zu Ver­hand­lun­gen mit der Lan­des­haupt­stadt auf­neh­men. Düsseldorf be­müht sich der­zeit, Start­ort der Tour zu wer­den.

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