Die­sel ist zu bil­lig

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REI­SE­NER

Die For­de­rung des Bun­des­um­welt­am­tes nach ei­ner Ab­schaf­fung der Steu­er­vor­tei­le für Die­sel ist nicht neu. Die EU-Kom­mis­si­on hat 2011 schon mal et­was Ähn­li­ches vor­ge­schla­gen – und schei­ter­te da­mals am Wi­der­stand der deut­schen Au­to-Lob­by, die Welt­markt­füh­rer bei der Pro­duk­ti­on von Die­sel­mo­to­ren ist.

Es ist gut, dass der Vor­schlag wie­der auf den Tisch kommt, denn der un­ter der Re­gie­rung von Hel­mut Kohl ein­ge­führ­te Die­sel-Steu­er­vor­teil ist nicht mehr zeit­ge­mäß. Dass Die­sel-Mo­to­ren in der Re­gel we­ni­ger ver­brau­chen als Ben­zi­ner, liegt nicht an ih­rer über­le­ge­nen Tech­nik, son­dern an der Phy­sik: Die­sel­Kraft­stoff hat ei­nen hö­he­ren Ener­gie­ge­halt als Ben­zin. Des­halb braucht man we­ni­ger da­von, um ein Au­to an­zu­trei­ben. Da­für setzt die Verbrennung aber auch mehr um­welt­schäd­li­che Stick­oxi­de frei. War­um soll man das steu­er­lich be­loh­nen?

Das Die­sel­pri­vi­leg ist ei­nes von vie­len Bei­spie­len für den oft schlech­ten Ein­fluss der mäch­ti­gen Au­to­lob­by auf die Po­li­tik. Das ist das Gu­te am VW-Skan­dal: Er zwingt die Bran­che zu mehr Ehr­lich­keit. BE­RICHT

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