Rheinische Kir­che will auch Schwu­le und Les­ben trau­en

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

DÜSSELDORF (fvo) Die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land will ho­mo­se­xu­el­le Le­bens­part­ner­schaf­ten in der Seel­sor­ge weit­ge­hend Ehe­paa­ren gleich­stel­len. Ei­ne Vor­la­ge der Kir­chen­lei­tung für die Ta­gung der Lan­des­syn­ode im Ja­nu­ar sieht vor, auch schwu­len und les­bi­schen Paa­ren An­spruch auf ei­nen Trau­got­tes­dienst zu ge­ben. Die Kir­chen­ord­nung soll ent­spre­chend ge­än­dert wer­den. Dort soll es dann hei­ßen: „Die Trau­ung ist ein Got­tes­dienst an­läss­lich der Ehe­schlie­ßung oder der Be­grün­dung ei­ner Le­bens­part­ner­schaft, in dem die ehe­li­che Ge­mein­schaft oder die Le­bens­part­ner­schaft un­ter Got­tes Wort und Se­gen ge­stellt wird.“Die Syn­ode muss dem mit Zwei­drit­tel­mehr­heit zu­stim­men.

Kir­chen­amts­chef Jo­hann Weus­mann sag­te, mit der Än­de­rung wol­le die Lan­des­kir­che nach­voll­zie­hen, was Pra­xis in vie­len Ge­mein­den sei. Die recht­li­che Bin­de­kraft der Le­bens­part­ner­schaft sei von der ei­ner Ehe „nicht mehr zu un­ter­schei­den“. Da­her sei ei­ne An­glei­chung kon­se­quent. Bis­her sind im Rhein­land Seg­nun­gen von Le­bens­part­ner­schaf­ten kei­ne Amts­hand­lun­gen; sie wer­den des­halb auch nicht in die Kir­chen­bü­cher ein­ge­tra­gen. Bei­des soll sich än­dern. Be­reits ge­seg­ne­te Part­ner­schaf­ten kön­nen auch nach­träg­lich ein­ge­tra­gen wer­den.

Den­noch will die Kir­che nach Weus­manns Wor­ten „wei­ter Rück­sicht auf die un­ter­schied­li­che theo­lo­gi­sche Be­wer­tung von Ho­mo­se­xua­li­tät neh­men“– Pfar­rer sol­len ei­ne Trau­ung aus Ge­wis­sens­grün­den ab­leh­nen kön­nen. In die­sem Fall muss al­ler­dings der Su­per­in­ten­dent des Kir­chen­krei­ses da­für sor­gen, dass die Ze­re­mo­nie statt­fin­det.

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