NRW-Wirt­schaft wächst 2016 stär­ker

Das Land hinkt dem Bund aber wei­ter hin­ter­her.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

DÜSSELDORF Das be­völ­ke­rungs­reichs­te Bun­des­land lei­det wei­ter un­ter ei­ner auf­fäl­li­gen Wachs­tums­schwä­che der Wirt­schaft. Das Brut­to­in­lands­pro­dukt in Nord­rheinWest­fa­len legt die­ses Jahr nur um 0,9 Pro­zent zu, wäh­rend es in ganz Deutsch­land um 1,7 Pro­zent wächst. Dies pro­gnos­ti­ziert das Rhei­nisch-West­fä­li­sche In­sti­tut für Wirt­schafts­for­schung (RWI). Für 2016 er­war­tet es für für NRW im­mer­hin ein Plus von 1,4 Pro­zent, wäh­rend es bun­des­weit 1,8 Pro­zent sein sol­len. Da­mit ver­rin­gert sich der Ab­stand ge­gen­über dem Bund auf 0,4 Pro­zent­punk­te.

Die Es­se­ner For­scher se­hen ei­ne Rei­he von Ur­sa­chen für die Schwä­che von NRW. So wür­de ins­ge­samt deut­lich we­ni­ger in­ves­tiert als im Bun­des­durch­schnitt. Die For­schungs- und Ent­wick­lungs­aus­ga­ben wür­den nur ein Drit­tel der Aus­ga­ben in Ba­den-Würt­tem­berg aus­ma­chen – Daim­ler, Por­sche und Bosch sor­gen im Süd­wes­ten für Spit­zen­wer­te. „NRW fehlt ei­ne so star­ke Au­to­in­dus­trie wie sie in Bay­ern, Nie­der­sach­sen und Ba­denWürt­tem­berg den Takt vor­gibt“, sag­te RWI-Kon­junk­tur­chef Ro­land Döhrn. Au­ßer­dem be­tont er, dass die Ener­gie­wen­de NRW über­durch­schnitt­lich trifft. „Eon und RWE sind in der Kri­se, aber das Geld für re­ge­ne­ra­ti­ve Ener­gi­en fließt über­wie­gend in an­de­re Län­der.“

Die Po­li­tik re­agiert er­wart­bar auf die Stu­die. Hen­drik Wüst, CDUWirt­schafts­ex­per­te im Land­tag, meint, dass das Land mehr tun müs­se, um Un­ter­neh­men zu mehr Wachs­tum zu ver­hel­fen. NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) be­grüßt, dass sich der Wachs­tums­ab­stand zum Bund ver­klei­nert. Jetzt will er sich da­für ein­set­zen, dass die NRW-Ener­gie­wirt­schaft nicht wei­ter ge­schwächt wird.

In­ter­es­san­ter­wei­se geht die Stu­die da­von aus, dass die Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­zu­wan­de­rung das Wachs­tum in NRW er­höht, wo­bei der Bund vie­le Kos­ten zah­len wer­de.

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