Fi­li­al-Über­nah­me: IG Me­tall kri­ti­siert Mer­ce­des Her­brand

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON SE­BAS­TI­AN LAT­ZEL

Schon als die Über­nah­me der Mer­ce­des-Stand­or­te in Mön­chen­glad­bach und Kre­feld durch die Keve­lae­rer Her­brand-Grup­pe be­kannt wur­de, hat­te die IG Me­tall bei dem De­al Bauch­schmer­zen. Jetzt se­hen sich die Ge­werk­schaf­ter in ih­ren Be­fürch­tun­gen be­stä­tigt, so der Ge­werk­schafts­se­kre­tär der IG Me­tall Kre­feld, Bernd Bör­gers.

In Per­so­nal­ver­trä­gen sei­en den Mit­ar­bei­tern Blan­ko­ver­trä­ge vor­ge­legt wor­den. „Den Be­schäf­tig­ten dro­hen Ge­halts­ein­bu­ßen von bis zu 42 Pro­zent. Im Durch­schnitt wer­den sie 25 bis 30 Pro­zent we­ni­ger ver­die­nen“, sagt er. Mit wel­chen Ein­bu­ßen die Mit­ar­bei­ter kon­kret rech­nen müss­ten, wür­den sie heu­te er­fah­ren. Dann wür­den sie Ein­blick in ih­re per­so­na­li­sier­ten Ar­beits­ver­trä­ge er­hal­ten. Ei­nen Mo­nat ha­be dann je­der Kol­le­ge Zeit zu über­le­gen, ob er zu den vor­ge­leg­ten Be­zü­gen un­ter­schreibt. „Wir ha­ben al­len emp­foh­len, die­se Ver­trä­ge nicht zu un­ter­schrei­ben“, so Bör­gers. Denn es be­ste­he für den Ar­beit­neh­mer kein Druck, so kurz vor Weih­nach­ten zu un­ter­zeich­nen. Nach § 613a BGB könn­ten sie dar­auf be­ste­hen, dass der neue Ar­beit­ge­ber sie für ein Jahr zu den glei­chen Rech­ten und Pflich­ten wie bis­her über­nimmt.

Die Kri­tik kann Ge­schäfts­füh­rer Richard Lacek-Her­brand nicht nach­voll­zie­hen. Die rund 200 Mit­ar­bei­ter in Kre­feld und Glad­bach hät­ten bis­her ei­nen über­ta­rif­li­chen Ar­beits­ver­trag mit der Daim­ler AG. De­ren Be­triebs­rat ha­be aus­ge­han­delt, dass mit dem Ver­kauf ei­ne Rei­he von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen ent­fal­len – dar­un­ter sol­che, die das Ge­halt re­geln. Rich­tig sei, dass Her­brand nicht so viel zah­le wie Daim­ler frü­her. „Wir zah­len aber Ta­rif­ge­halt und ge­wäh­ren den neu­en Mit­ar­bei­tern so­gar Zu­la­gen.“Man er­stat­te bis zu 43 Pro­zent der Dif­fe­renz zum frü­he­ren Lohn. Mit die­ser Zu­la­ge wür­den die Ein­kom­mens­ein­bu­ßen bei un­ter acht Pro­zent lie­gen. Hin­zu kom­me, dass Daim­ler den be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­tern auch ei­nen Nach­teil­saus­gleich zah­le. Wich­tig sei auch, dass für Mön­chen­glad­bach und Kre­feld ei­ne ei­ge­ne Gm­bH ge­grün­det wer­de. Für al­le, die be­reits in ei­ner Her­brand-Nie­der­las­sung ar­bei­ten, än­de­re sich nichts, so Lacek-Her­brand.

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