„Das un­zu­frie­de­ne Huhn für Ma­rim­ba­phon“über­zeugt Hö­rer

Mu­si­ka­li­sche Nach­wuchs­ta­len­te ga­ben ihr De­büt­kon­zert im Stu­dio des Mön­chen­glad­ba­cher Thea­ters. Der jüngs­te So­list ist neun Jah­re.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON DA­NIE­LA GEFGEN

Ma­rim­ba­phon, Pau­ken, Drum-Set oder Per­cus­sions – so viel­sei­tig kann ein Schlag­werk sein. Das ha­ben ganz jun­ge Mu­si­ker im Stu­dio des Mön­chen­glad­ba­cher Thea­ters ein­drucks­voll be­wie­sen.

Das Schlag­zeug steht bei fast al­len mo­der­nen Kon­zer­ten in der Büh­nen­mit­te, ist gut zu se­hen und noch viel bes­ser zu hö­ren, da­her kennt es wirk­lich je­der. Auch Adri­an Fallsch­essl war an­fangs skep­tisch, ob ein an­de­res Rhyth­mus-In­stru­ment mit dem don­nern­den Sound ei­nes Schlag­zeu­ges kon­kur­rie­ren kann. „Die gro­ße Trom­mel fand ich am An­fang total lang­wei­lig“, er­in­nert er sich. „Nach­her ha­be ich ge­merkt, dass sie ei­nen ganz tol­len Klang er- zeu­gen kann.“Adri­an ist mit sei­nen neun Jah­ren der jüngs­te So­list des Abends. Be­reits mit vier Jah­ren nahm er Pri­vat­un­ter­richt und war, als er mit sechs Jah­ren zur städ­ti­schen Mu­sik­schu­le wech­sel­te, kein An­fän­ger mehr. Er geht seit­dem ein­mal pro Wo­che zum Un­ter­richt und probt au­ßer­dem täg­lich zu Hau­se. So viel Dis­zi­plin wur­de die­ses Jahr auf dem Lan­des­wett­be­werb von „Ju­gend mu­si­ziert“in Düsseldorf be­lohnt. Mit sei­nem Schlag­zeu­gQuin­tett „Rhyth­mus­po­li­zei“er­ziel­te er dort die höchs­te Punkt­zahl. Auf der Büh­ne des Thea­ter­stu­di­os zeig­te er er­neut, dass er gro­ßes Ta­lent und Mu­si­ka­li­tät be­sitzt. Die Ti­tel sei­ner Kon­zert-Stü­cke tru­gen klang­vol­le Na­men wie „Das un­zu­frie­de­ne Huhn für Ma­rim­ba­phon“oder „Der klei­ne Spring­bock für Set-Up“. Ob­wohl die Vor­aus­set­zun­gen ide­al wä­ren, hat der Be­rufs­wunsch des jun­gen Man­nes je­doch ab­so­lut nichts mit Mu­sik zu tun. „Ich möch­te spä­ter Ar­chi­tekt wer­den“, ver­rät Adri­an nach kur­zem Über­le­gen.

Pau­la Hegemann (12) ist das ein­zi­ge Mäd­chen in der So­lis­ten-Run­de. „Als ich sie­ben Jah­re alt war, ha­be ich bei dem Schlag­zeu­ger ei­ner Band Un­ter­richt ge­nom­men und auch viel bei sei­nen ei­ge­nen Pro­ben zu­ge­schaut“, er­zählt sie. Ziem­lich schnell ent­schied sie sich dann, das Ge­lern­te an der Mu­sik­schu­le zu ver­tie­fen. Auch sie ge­hört wie Adri­an zu dem Quin­tett „Rhyth­mus­po­li­zei“. Mitt­ler­wei­le hat sie das Ma­rim­ba­phon für sich ent­deckt und prä­sen­tiert auf die­sem In­stru- ment un­ter an­de­rem das Stück „Wil­low in the Wind“.

Se­bas­ti­an Schaf­fer (11) hat im Ge­gen­satz zu sei­nen bei­den Mu­si­ker­Kol­le­gen noch nicht an dem Wettbewerb „Ju­gend mu­si­ziert“teil­ge­nom­men, das wird sich aber im Ja­nu­ar än­dern. „Dann fin­den die Re­gio­nal­wett­be­wer­be statt, dar­auf muss ich mich jetzt vor­be­rei­ten“, sagt er ein we­nig auf­ge­regt. Aber Mu­sik­leh­rer Ro­bert Hu­ras­ky ist sich si­cher: „Se­bas­ti­an wird das mit Er­folg meis­tern.“Auf der Büh­ne be­ein­druckt er das Pu­bli­kum mit dem „War­ming-Up for Mul­ti-Per­cus­sion“. Das mu­si­ka­li­sche Ta­lent hat er mit Si­cher­heit von sei­nem Va­ter Gün­ther Schaf­fer mit­be­kom­men - der ist Schlag­zeu­ger des Nie­der­rhei­ni­schen Sym­pho­nie­or­ches­ters.

FOTO: KNAP­PE

Se­bas­ti­an Schaf­fer (11), Felix El­sen­bruch (10), Adri­an Fallsch­essl (9), Pau­la Hegemann (12), Amon Ver­lin­den, Vin­cent Gru­pe und Ja­kob Min­ken­berg.

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