Ka­len­der­blatt 18. De­zem­ber 1911

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Der Na­me war schnell ge­fun­den. Als Was­si­ly Kand­ins­ky (Foto) und Franz Marc nach ei­nem Ti­tel für ih­re neue Grup­pe such­ten, ei­nig­ten sie sich auf „Blau­er Rei­ter“. Für bei­de hat­te die Far­be Blau ei­ne star­ke Be­deu­tung und vor al­lem Marc nutz­te das Mo­tiv der Pfer­de häu­fig. Die bei­den Künst­ler hat­ten sich über die Neue Künst­ler­ver­ei­ni­gung München ken­nen­ge­lernt, die ge­gen En­de des Jah­res 1911 nach ei­nem Streit aus­ein­an­der­brach. Marc und Kand­ins­ky grün­de­ten den „Blau­en Rei­ter“. Als neue Künst­ler­ver­ei­ni­gung woll­ten sie den lo­cke­ren Zu­sam­men­schluss be­freun­de­ter Künst­ler ver­schie­de­ner Stil­rich­tun­gen aber nicht ver­stan­den wis­sen. Am 18. De­zem­ber 1911 wur­de die ers­te Aus­stel­lung des „Blau­en Rei­ter“in München er­öff­net. Ge­zeigt wur­den Wer­ke von Kand­ins­ky, Au­gust Ma­cke, Ga­b­rie­le Mün­ter, Marc, Hen­ri Rous­seau und vie­len an­de­ren. Au­ßer­dem wur­de Kand­ins­kys „Kom­po­si­ti­on V / Das Jüngs­te Ge­richt“aus­ge­stellt, an dem sich der Streit mit der Neu­en Künst­ler­ver­ei­ni­gung ent­zün­det hat­te – die Ju­ry hat­te das Werk für die ei­ge­ne Aus­stel­lung ab­ge­lehnt. An­schlie­ßend ging die Aus­stel­lung auf Tour­nee durch eu­ro­päi­sche Groß­städ­te. 1914 zer­fiel der „Blaue Rei­ter“. Nicht al­lein künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen hat­ten da­zu ge­führt, son­dern vor al­lem der Aus­bruch des Welt­kriegs. Kand­ins­ky kehr­te nach Russ­land zu­rück. Franz Marc und Au­gust Ma­cke fie­len als Sol­da­ten in Frank­reich.

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