Wohl­tä­tig­keit und Reich­tum

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

(jma) Es ist schon auf­fäl­lig: In jüngs­ter Zeit meh­ren sich die Meldungen, bei de­nen Su­per­rei­che mit auf­se­hen­er­re­gen­den Spen­den auf sich auf­merk­sam ma­chen. Zu­letzt mach­te Face­book-Grün­der Mark Zu­cker­berg mit der An­kün­di­gung Schlag­zei­len, bis zum Le­bens­en­de 99 Pro­zent sei­nes Ver­mö­gens spen­den zu wol­len – al­so rund 45 Mil­li­ar­den Dol­lar nach heu­ti­gem Ge­gen­wert.

Die Rei­chen und ih­re Wohl­tä­tig­keit, das ist in der Tat ein Ka­pi­tel für sich. Die USA spie­len hier ei­ne Vor­bild­rol­le, denn vor al­lem US-Mil­li­ar­dä­re zei­gen sich phil­an­thro­pi­schen En­ga­ge­ments ge­gen­über im­mer auf­ge­schlos­se­ner. Viel­leicht, weil es his­to­ri­sche Vor­bil­der gibt: John Ro­cke­fel­ler, In­be­griff für ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­mer­geist und Reich­tum, mach­te im Al­ter als groß­zü­gi­ger Spen­der von sich re­den.

Und le­gen­där ist der Satz, der bis heu­te noch Ge­ne­ra­tio- nen von ame­ri­ka­ni­schen Groß­spen­dern prägt, und vom Stahl­ma­gna­ten And­rew Car­ne­gie stammt: „Wer reicht stirbt, stirbt in Schan­de.“

Die Pri­vat­bank UBS und die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PwC ha­ben in ih­rer jüngs­ten Stu­die über Mil­li­ar­dä­re nach­ge­wie­sen, dass die Su­per­rei­chen übe­r­all auf der Welt ver­stärkt Bil­dungs-, Ge- sund­heits- und Wohl­tä­tig­keits­pro­jek­te un­ter­stüt­zen, und dies auch deut­lich zei­gen. „Sie wol­len wis­sen, wie vie­len Men­schen durch ih­re Spen­den ge­hol­fen wird, sie wol­len mit ei­ge­nen Au­gen se­hen, dass es den Men­schen ge­sund­heit­lich und so­zi­al bes­ser geht, und sie wol­len er­fah­ren, wel­che Pro­jek­te durch ih­re Mi­kro­kre­di­te fi­nan­ziert wer­den“, heißt es in der Stu­die.

Be­son­ders agil ist Mi­cro­sof­tG­rün­der Bill Ga­tes. Sei­ner phil­an­thro­pi­schen Kam­pa­gne „The Gi­ving Pledge“ha­ben sich über 100 Mil­li­ar­dä­re an­ge­schlos­sen. Da­zu ge­hört auch die Ein­lö­sung des Ver­spre­chens über 50 Pro­zent ih­res Ver­mö­gens für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke zu ver­wen­den. UBS und PwC ge­hen da­von aus, dass das phil­an­thro­pi­sche En­ga­ge­ment dank der Gi­vin­gP­ledge-Kam­pa­gne und in­di­vi­du­el­ler Zu­wen­dun­gen in den nächs­ten 20 Jah­ren stark zu­neh­men wird.

FOTO: DPA

Be­son­ders agil als Spen­der ist Mi­cro­soft-Grün­der Bill Ga­tes mit sei­ner phil­an­thro­pi­schen Kam­pa­gne „The Gi­ving Pledge“.

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