In­ter­es­sen­kon­flik­te ver­mei­den

Pri­va­te Ban­king und Fa­mi­ly Of­fices sind nach An­sicht des Bank­hau­ses Metz­ler zwei Di­enst­leis­tun­gen, die sich er­gän­zen. Um aber even­tu­el­le In­ter­es­sen­kon­flik­te zu ver­mei­den, soll­ten bei­de aber von un­ter­schied­li­chen Di­enst­leis­tern an­ge­bo­ten wer­den – und zwar

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON NI­CO­LE WILD­BER­GER

Das Bank­haus Metz­ler ist ei­ne der we­ni­gen Pri­vat­ban­ken in Deutsch­land, die noch im Be­sitz der Grün­der­fa­mi­lie ist. Als Pri­vat­bank küm­mert sie sich ganz un­ab­hän­gig von Kon­zernzwän­gen um die Be­lan­ge ih­rer ver­mö­gen­den Pri­vat­kun­den. „Im Be­reich Pri­va­te Ban­king in­ves­tie­ren wir nur in Ak­ti­en, Ren­ten oder Cash“, er­klärt Tobias Graf von Bern­storff, Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le Köln/Düsseldorf beim Bank­haus Metz­ler.

Denn beim Bank­haus Metz­ler möch­te man ei­nes ver­mei­den: In­ter­es­sen­kon­flik­te, die auf Kos­ten des Kun­den aus­ge­tra­gen wer­den. Und die las­sen sich nach An­sicht von Tobias Graf von Bern­storff vor al­lem dann ver­mei­den, wenn in der An­la­ge­phi­lo­so­phie kei­ne Ab­hän­gig­kei­ten to­le­riert wer­den. Kon­kret be­deu­tet das, dass die Bank auf den Ei­gen­han­del in Ak­ti­en ver­zich­tet und kei­ne struk­tu­rier­ten Fi­nanz­pro­duk­te ent­wi­ckelt, die im De­pot der An­le­ger lan­den.

Das Ziel al­ler An­stren­gun­gen des Hau­ses sei es, Ver­mö­gen über Ge­ne­ra­tio­nen zu er­hal­ten, sagt der Lei­ter der Ge­schäfts­stel­le – und zwar ge­ra­de für die lang­fris­tig aus­ge­rich­te­te Ver­mö­gens­an­la­ge der Kun­den im Pri­va­te Ban­king. Das be­haup­ten viel­leicht vie­le Häu­ser für sich, beim Bank­haus Metz­ler ist die­se Phi­lo­so­phie aber ge­leb­te Tra­di­ti­on: Denn das Bank­haus Metz­ler ist heu­te ei­ne der letz­ten wirk­lich pri­va­ten Ban­ken in Deutsch­land und ge­hört seit dem Jahr 1674 in zwölf­ter Ge­ne­ra­ti­on noch im­mer der Fa­mi­lie Metz­ler. „Wenn ei­ne Bank das so lan­ge ge­schafft hat, kann sie ih­re Phi­lo­so­phie mit ih­ren Kun­den tei­len“, glaubt Tobias von Bern­storff.

Doch al­len Tra­di­tio­nen zum Trotz: Auch die Ban­kiers des Bank­hau­ses Metz­ler wis­sen, dass ge­ra­de bei gro­ßen Fa­mi­li- en­ver­mö­gen auch Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen, al­ter­na­ti­ve An­la­ge­for­men oder auch ei­ne der vie­len Mög­lich­kei­ten ei­nes Im­mo­bi­li­en­in­vest­ments zur brei­ten Di­ver­si­fi­ka­ti­on ei­nes Fa­mi­li­en­ver­mö­gens da­zu­ge­hö­ren. Da­her ar­bei­ten die nord­rhein­west­fä­li­sche Ge­schäfts­stel­le in Bed­burg eben­so wie das ge­sam­te Pri­va­te Ban­king des Bank­hau­ses Metz­ler mit aus­ge­such­ten Fa­mi­ly Of­fices zu­sam­men, die ge­nau das ha­ben, was der Kun­de braucht, um das ei­ge­ne An­ge­bot um sinn­vol­le Di­enst­leis­tun­gen zu er­gän­zen.

„Ge­ra­de dann, wenn der Kun­de bei­spiels­wei­se ein steu­er­op­ti­mier­tes Be­richts­we­sen für das Ge­samt­ver­mö­gen braucht, emp­feh­len wir sehr ger­ne den je­weils ge­eig­ne­ten un­se­rer lang­jäh­ri­gen Part­ner mit Fa­mi­ly-Of­fice-Ex­per­ti­se, um uns selbst auf un­se­ren ei­ge­nen Schwer­punkt kon­zen­trie­ren zu kön­nen. Um­ge­kehrt wer­den wir re­gel­mä­ßig von den Fa­mi­ly Of­fices emp­foh­len und aus­ge­sucht, um die klas­si­sche Ver­mö­gens­ver­wal­tung für de­ren Kun­den zu leis­ten“, er­klärt Tobias von Bern­storff das Ge­schäfts­mo­dell.

Zwi­schen der Pri­vat­bank und den un­ter­schied­li­chen Fa­mi­ly Of­fices herrscht al­so kein Wettbewerb, son­dern ei­ne ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit. An­ders hät­ten sich die ver­gan­ge­nen wech­sel­vol­len Jahr­zehn­te mit In­fla­ti­on und De­fla­ti­on, har­ter und wei­cher Wäh­rung so­wie geo­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen, die die ge­sam­te Fi­nanz­welt er­schüt­tert ha­ben, wohl kaum be­wäl­ti­gen las­sen. Und das of­fen­bar zur Zuf­rie­den­heit der ei­ge­nen Kun­den, denn die Bank ge­winnt neue Kun­den häu­fig auf Emp­feh­lung ih­rer Stamm­kli­en­tel.

Da­mit hat es das Bank­haus Metz­ler zu ei­ner an­sehn­li­chen Grö­ße ge­braucht. Das Haus mit dem heu­ti­gen Stamm­sitz in Frankfurt am Main be­schäf­tigt rund 750 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land so­wie den aus­län­di­schen Stand­or­ten in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, Ja­pan, Chi­na und Ir­land. Al­lein das Ge­schäfts­feld As­set Ma­nage­ment ver­wal­tet vor al­lem für in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren ein An­la­ge­ver­mö­gen von mehr als 55 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Von der Ge­schäfts­stel­le in Bed­burg aus be­treut das Bank­haus Metz­ler sei­ne Kun­den in der Re­gi­on Nord­rhein-West­fa­len, ins­be­son­de­re in den Re­gio­nen Düsseldorf, Köln und Aa­chen.

Das Ziel al­ler An­stren­gun­gen des Hau­ses ist es, Ver­mö­gen über Ge­ne­ra­tio­nen zu er­hal­ten

Zwi­schen der Pri­vat­bank und den Fa­mi­ly Of­fices herrscht kein Wettbewerb

FOTO: MICHA­EL LÜB­KE

Tobias Graf von Bern­storff, Lei­ter der Ge­schäfts­stel­leKöln/Düsseldorf beim Bank­haus Metz­ler

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