Auf die Ver­pa­ckung kommt es an

Fa­mi­ly Of­fices ha­ben auch in der Wahl der Fi­nanz­pro­duk­te mehr Frei­hei­ten als an­de­re Fi­nanz­dienst­leis­ter. Ver­brie­fun­gen von Ver­mö­gens­wer­ten fin­den sich da­her im­mer häu­fi­ger in den De­pots der hoch­ver­mö­gen­den Kun­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON JOSÉ MACIAS

Es gibt sie noch, die Ni­schen in den Fi­nanz­märk­ten, die hoch­spe­zia­li­sier­te Ex­per­ten nut­zen, um at­trak­ti­ve Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln. Ei­ne sol­che Ni­sche hat die Oak­let Gm­bH aus Frankfurt be­reits bei ih­rer Grün­dung 2006 ent­deckt. „Vie­le Jah­re lang litt der Ver­brie­fungs­markt un­ter den Fol­gen der Fi­nanz­kri­se, doch jetzt kom­men zu­se­hends An­bie­ter auf den Markt, die eben­falls gro­ße Chan­cen se­hen“, er­läu­tern Di­rek­tor Rolf Girsch und Ge­schäfts­füh­rer Sven Ul­brich. Da­bei macht Oak­let auf den ers­ten Blick das, was vie­le an­de­re Spe­zia­lis­ten auch bie­ten – die Frank­fur­ter sind Di­enst­leis­ter für nam­haf­te Kun­den aus Ban­ken, in­sti­tu­tio­nel­len Kun­den (wie Ver­si­che­run­gen oder Pen­si­ons­kas­sen) und (mit stei­gen­der Ten­denz) Fa­mi­ly Of­fices.

„Un­ser An­ge­bot ist breit an­ge­legt, von der Pro­dukt­kon­zep­ti­on und Emis­si­ons­be­ra­tung über Wert­pa­pier­for­ma­te bis hin zu Ser­vice-Aspek­ten“, un­ter­streicht Ul­brich. Er selbst sieht sich da­bei eher als ein „Pro­dukt­de­si­gner“für die an­spruchs­vol­le Kli­en­tel.

Ge­ra­de in der an­hal­ten­den Nied­rig­zins­pha­se sucht der ge­sam­te Markt nach Lö­sun­gen, mit de­nen lang­fris­tig gu­te Ren­di­ten bei über­schau­ba­rem Ri­si­ko zu er­zie­len sind. Wol­len dann Kun­den in für sie in­ter­es­san­te An­la­gen in­ves­tie­ren, dann ha­ben sie oft­mals re­gu­la­to­ri­sche oder auf­wands­be­zo­ge­ne Hür­den zu neh­men. Hier hat Oak­let ei­ne Mög­lich­keit für sich ent­deckt: Ver­brie­fun­gen nach Lu­xem­bur­ger Recht. „Das Lu­xem­bur­ger Ge­setz für Ver­brie­fungs­ge­sell­schaf­ten gilt seit 2004 und hat ver­schie­de­ne gro­ße Vor­tei­le. Der wich­tigs­te Vor­teil: Grund­sätz­lich kön­nen al­le ma­te­ri­el­len und im­ma­te­ri­el­len Ver­mö­gens­wer­te zu Wert­pa­pier­for­ma­ten ver­brieft wer­den“, er­klä­ren die bei­den Oak­let-Ma­na­ger.

Da­zu be­darf es al­ler­dings hoch­spe­zia­li­sier­tem Know­how. Das brin­gen die bei­den Fi­nanz­ex­per­ten und die zwölf Mit­ar­bei­ter mit. Schon im Jahr 2007 ver­brief­te die Ge­sell­schaft zwei der größ­ten Im­mo­bi­li­en-Trans­ak­tio­nen in Eu­ro­pa und wi­ckel­te auch zahl­rei­che in­ter­na­tio­na­le Ge­schäf­te ab, et­wa in Ita­li­en oder Chi­na.

Doch was macht Ver­brie­fun­gen ei­gent­lich so at­trak­tiv? Für Rolf Girsch und Sven Ul­brich ist das ein Fi­nanz­in­stru­ment, das sich nicht für al­le An­le­ger eig­net, wohl aber für be­son­de­re Kun­den wie et­wa In­sti­tu­tio­nel­le und Fa­mi­ly Of­fices. „Un­ter Ver­brie­fun­gen wird die Um­wand­lung gleich­ar­ti­ger, il­li­qui­der und nicht markt­gän­gi­ger Ver­mö­gens­wer­te in ka­pi­tal­markt­fä­hi­ge Fi­nanz­in­stru­men­te durch ei­ne Zweck­ge­sell­schaft ver­stan­den“, führt Ul­brich aus. Da­bei gibt es ei­nen „Ori­gi­na­tor“, der Ver­mö­gens­wer­te an die Zweck­ge­sell­schaft über­trägt. Die­se wie­der­um emit­tiert die­se Ver­mö­gens­wer­te als Wert­pa­pie­re und be­si­chert auch die Zah­lungs­strö­me dar­aus. „Das Lu­xem­bur­ger Ge­setz er­öff­net hier vie­le Mög­lich­kei­ten. Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass aus den Ver­brie­fun­gen ent­spre­chend vor­her­seh­ba­re Zah­lungs­strö­me re­sul­tie­ren.“

Die­se Art der „Ver­pa­ckung“ist ge­ra­de für vie­le Pro­fis hoch­at­trak­tiv. „Fa­mi­ly Of­fices wa­ren die ers­ten, die nach der Leh­man-Kri­se im Jahr 2009 nach Ver­brie­fungs-Lö­sun­gen such­ten; um ihr Ver­mö­gen in in­sol­venz­ge­schütz­te Wert­pa­pier­for­ma­te zu brin­gen“, er­gänzt Ul­brich. Oak­let lie­fer­te die ent­spre­chen­den Pro­duk­te, denn Ver­brie­fun­gen eig­nen sich vor al­lem für Al­ter­na­ti­ve In­vest­ments und exo­ti­sche Stra­te­gi­en. „Fa­mi­ly Of­fices kön­nen durch die Be­set­zung sol­cher Ni­schen ei­nen Ren­di­te­vor­teil er­wirt­schaf­ten. Die Ver­brie­fung spielt da­bei ei­ne be­son­de­re Rol­le, denn zahl­rei­che Al­ter­na­ti­ve In­vest­ments sind oft nicht re­gu­liert, an­de­rer­seits be­nö­ti­gen ge­ra­de in­sti­tu­tio­nel­le Kun­den hoch­re­gu­lier­te Pro­duk­te.“

Der Ver­brie­fungs­markt hat da­her nach An­sicht von Girsch und Ul­brich noch ein gro­ßes Po­ten­zi­al. „Ge­ra­de im Fi­nanz­markt wer­den die Rah­men­be­din­gun­gen im­mer wie­der an­ge­passt. Da die Stra­te­gi­en der Fa­mi­ly Of­fices lang­fris­tig aus­ge­rich­tet sind und sich die Ver­mö­gens­wer­te nicht so schnell ver­än­dern las­sen, hilft die rich­ti­ge Ver­pa­ckung“, skiz­ziert Rolf Girsch.

„Ver­brie­fun­gen sind ge­ra­de auch in Zu­kunft so et­was wie ein Trans­mis­si­ons­rie­men zwi­schen den Kun­den, die hoch­re­gu­lier­te Pro­duk­te be­nö­ti­gen (et­wa Ver­si­che­run­gen), und Fa­mi­ly Of­fices, die nach in­ter­es­san­ten Ren­di­ten su­chen und die hier­für aber zum Bei­spiel auf Re­gu­la­to­rik in Tei­len ver­zich­ten kön­nen.“

Ver­brie­fun­gen eig­nen sich vor al­lem für Al­ter­na­ti­ve

In­vest­ments und exo­ti­sche Stra­te­gi­en

FOTO: THINKSTOCK/SEANPAVONEPHOTO

Oak­let ist mit sei­nem spe­zia­li­sier­ten Ver­brie­fungs­ge­schäft auch in­ter­na­tio­nal tä­tig, zum Bei­spiel in Chi­na.

Oak­let-Ge­schäfts­füh­rer Sven Ul­brich

FOTOS: OAK­LET

Rolf Girsch, Di­rek­tor bei Oak­let

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