Vom Ar­men zum Mil­li­ar­där

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

(jma) In den USA ist sie sprich­wört­lich, die Kar­rie­re „vom Tel­ler­wä­scher zum Mil­lio­när“. Das ist kein Traum aus der Ver­gan­gen­heit, denn tat­säch­lich schaf­fen es in un­se­rem Zeit­al­ter im­mer mehr er­folg­rei­che Un­ter­neh­mer, aus ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen her­aus­zu­kom­men und ein gi­gan­ti­sches Ver­mö­gen auf­zu­bau­en. Die fin­den sich aber vor al­lem in Asi­en, wo in den ver­gan­ge­nen Jah­ren das Ver­mö­gens­wachs­tum re­gel­recht ex­plo­diert ist. Und wir spre­chen hier nicht nur von Mil­lio­nen, son­dern von Mil­li­ar­den: 25 Pro­zent der asia­ti­schen Self­made-Mil­li­ar­dä­re wuchs in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen auf, be­stä­tigt der „Bil­lio­nai­res Re­port 2015“, den die Schwei­zer Pri­vat­bank UBS und die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft Pri­ce­wa­ter­hou­seCo­o­pers (PwC) kürz­lich prä­sen­tiert ha­ben. In Zu­kunft, so die bei­den Fi­nanz­ge­sell­schaf­ten, wer­den die gro­ßen Ver­mö­gen vor al­lem in Asi­en ge­bil­det.

Da­ten zu über 1300 Mil­li­ar­dä­ren aus 14 Län­dern und 19 Jah­ren so­wie per­sön­li­che Ge­sprä­che mit 30 Mil­li­ar­dä­ren bil­den das Rück­grat der Stu­die. Da­nach spielt bei den meis­ten Mil­li­ar­dä­ren die­ser Welt die Fa­mi­lie ei­ne gro­ße Rol­le. „Über zwei Drit­tel der Mil­li­ar­dä­re sind über 60 Jah­re alt und ha­ben meh­re­re Kin­der“, heißt es in der Stu­die. Vor al­lem die Self­made-Mil­li­ar­dä­re in Eu­ro­pa und den USA wol­len ihr Ver- mö­gen und Un­ter­neh­men auch zu­künf­tig in Fa­mi­li­en­hän­den las­sen (An­teil von 60 Pro­zent). 30 Pro­zent wol­len Tei­le des Un­ter­neh­mens ver­kau­fen, zehn Pro­zent wol­len das Ge­schäft voll­stän­dig ver­kau­fen. „Die Mehr­heit be­tä­tigt sich in der Fol­ge als Pri­vat­an­le­ger und stre­ben nach spe­zi­fi­schen Ri­si­ko-Ren­di­te-Zie­len, de­le­gie­ren die An­la­ge­tä­tig­keit an ein Fa­mi­ly Of­fice oder an ei­nen per­sön­li­chen An­la­ge­be­ra­ter“, so ein wei­te­res Er­geb­nis.

Gu­te Aus­sich­ten al­so für die Fa­mi­ly Of­fices, aber auch ei­ne Her­aus­for­de­rung. „Die Bil­dung von Mil­li­ar­den­ver­mö­gen er­folg­te in den letz­ten 20 Jah- ren vor­nehm­lich an den Fi­nanz­märk­ten, wel­che in kür­zes­ter Zeit je­doch ins Sto­cken ge­ra­ten – oder schlim­mer – ein­bre­chen kön­nen“, warnt Micha­el Spel­la­cy, Glo­bal We­alth Le­a­der bei PwC USA. „Da­her ist ei­ne stra­te­gi­sche Pla­nung von höchs­ter Wich­tig­keit für den Ver­mö­gens­er­halt, sei es mit­hil­fe von Fa­mi­ly Of­fices, per­sön­li­chen An­la­ge­plä­nen oder an­de­ren Mit­teln.“

Laut Bil­lio­nai­res Re­port ha­ben welt­weit 917 Self­madeMil­li­ar­dä­re ins­ge­samt ein Ver­mö­gen von über 3,6 Bil­lio­nen US-Dol­lar er­wirt­schaf­tet. Und die meis­ten wur­den so­gar recht jung so reich: Et­wa je­der vier­te grün­de­te das ers­te Un­ter­neh­men noch vor sei­nem 30. Ge­burts­tag, 68 Pro­zent vor dem 40. Ge­burts­tag. Da­bei sind die Bran­chen durch­aus un­ter­schied­lich, mit de­nen die Su­per­rei­chen zu ih­rem Ver­mö­gen ka­men.

In den USA ist es vor al­lem die Fi­nanz­bran­che, in Eu­ro­pa und Asi­en wur­de das gro­ße Geld eher in der Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie ver­dient. Trotz al­ler Un­ter­schie­de gibt es aber auch Ge­mein­sam­kei­ten in den Cha­rak­ter­zü­gen: „Die Be­reit­schaft, sinn­vol­le Ri­si­ken ein­zu­ge­hen, ei­nen aus­ge­präg­ten Ge­schäfts­sinn und ei­nen stren­gen Ar­beits­ethos“.

FOTO: THINKSTOCK/SKOUATROULIO

Sinn­bild für asia­ti­schen Reich­tum: Taj Mahl in In­di­en.

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