Ei­ner oder vie­le?

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Ken­ner stel­len sich die Fra­ge: Han­delt es sich um ein Singleo­der ein Mul­ti-Fa­mi­ly-Of­fice? Auch dar­über tausch­ten sich die Ex­per­ten beim RP-Fi­nanz­fo­rum „Fa­mi­ly Of­fices“aus. Sing­le Fa­mi­ly Of­fices be­treu­en meist sehr rei­che Fa­mi­li­en, er­klärt Dr. Maximilian A. Werk­mül­ler (Lohr + Com­pa­ny). Sie sind dann nur für ei­ne ein­zi­ge Fa­mi­lie tä­tig, Mul­ti Fa­mi­ly Of­fices kä­men hin­ge­gen oft aus den We­alth Ma­nage­ment-Ab­tei­lun­gen von Ban­ken, führt Werk­mül­ler aus.

Da­bei hät­ten die bei­den Gat­tun­gen auch un­ter­schied­li­che Struk­tu­ren, fügt Pro­fes­sor Dr. Jörg-Andre­as Lohr (Lohr + Com­pa­ny) hin­zu. Die Singles star­ten meist mit der Men­ta­li­tät des Se­kre­tärs, der sich um die An­ge­le­gen­hei­ten der Fa­mi­lie küm­mert. Dann kom­men an­de­re Auf­ga­ben et­wa in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung da­zu. Um­ge­kehrt er­wach­sen Mul­ti Of­fices aus der Ver­mö­gens­ver­wal­tung, in der sie be­reits tä­tig sind. Wenn Man­dan­ten zum Bei­spiel nach ei­nem Un­ter­neh­mens­ver­kauf ei­ne „kom­plett an­de­re Welt“be­tre­ten, brau­chen sie Lö­sun­gen für kom­ple­xe Fra­gen.

Fa­mi­ly Of­fi­cer, die nur ei­ne Fa­mi­lie be­treu­en, kom­men ge­le­gent­lich an Gren­zen, da auf­grund der Kom­ple­xi­tät der Fra­ge­stel­lun­gen ei­ne Spe­zia­li­sie­rung im­mer wich­ti­ger wird, er­klärt Dr. Tho­mas Rü­schen (Deut­sche Op­pen­heim). Sie las­sen sich bei Spe­zi­al­the­men dann häu­fig durch ex­ter­ne Be­ra­ter, zum Be­spiel Mul­ti Fa­mi­ly Of­fices, be­ra­ten. So­fern sie selbst auf­grund der Spe­zia­li­sie­rung auf ein The­men­ge­biet ein be­son­de­res Know-how er­wer­ben, bie­ten sie das un­ter Um­stän­den auch an­de­ren Fa­mi­li­en an, und ent­wi­ckeln sich so selbst zu ei­ner Art Mul­ti Fa­mi­ly Of­fice.

In man­chen Fäl­len ste­hen die Spe­zia­lis­ten vor kniff­li­gen Fra­gen. Wenn das Ver­mö­gens­vo­lu­men ei­ner Fa­mi­lie nicht groß ge­nug ist, dann wird die Di­enst­leis­tung ei­nes Sing­le Of­fices häu­fig zu teu­er, er­läu­tert Pe­ter Brock (Ernst & Young). Ar­bei­ten die Di­enst­leis­ter dann aber für meh­re­re Fa­mi­li­en, stellt sich schnell die Fra­ge, ob sie nicht un­ter die Re­gu­lie­rung der Fi­nanz­auf­sicht Ba­Fin (Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht) be­zie­hungs­wei­se das KWG (Kre­dit­we­sen­ge­setz) fal­len.

Ein Er­geb­nis der Dis­kus­si­on: Fa­mi­ly Of­fi­cer, die nur ei­ne Fa­mi­lie be­treu­en, kom­men ge­le­gent­lich an Gren­zen, da die Kom­ple­xi­tät zu­nimmt.

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