Mer­kels EU-Jahr

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON GREGOR MAYNTZ

Als hät­te Eu­ro­pa mit der Flücht­lings­kri­se nicht schon ge­nug Stress, lässt Pre­mier Da­vid Ca­me­ron die Ner­ven nun noch mehr flat­tern. Schon Mit­te 2016 sol­len die Bri­ten dar­über ab­stim­men, ob sie in der EU blei­ben. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel will sie in der Ge­mein­schaft hal­ten, so wie sie die Grie­chen im Eu­ro hielt. So sehr Öko­no­men auch dar­an zwei­feln, po­li­tisch ist bei­des rich­tig. Denn so­wohl ein Gr­ex­it als auch ein Br­ex­it wür­de die EU emp­find­lich schwä­chen. Und das aus­ge­rech­net in der Pha­se, in der sie Stär­ke zei­gen muss wie sel­ten zu­vor, um den Flücht­lings­zu­strom mensch­lich und recht­lich in den Griff zu be­kom­men.

So­mit muss Mer­kel in den nächs­ten Mo­na­ten so­wohl Bri­ten-Zu­ge­ständ­nis­se als auch EU-Flücht­lings­ko­or­di­na­ti­on hin­krie­gen. Bei­des wirkt auf­ein­an­der. Ei­ne durch Bri­ten-Aus­tritt ge­schwäch­te EU wür­de sich auch schwer­tun, die Asyl­fra­ge zu be­herr­schen. Und ei­ne EU, die kei­ne ent­schie­de­ne Ant­wort auf die Flucht-Her­aus­for­de­rung fin­det, ist kaum at­trak­tiv für die Bri­ten. Es klingt über­höht, trifft aber den Kern: Schei­tert Mer­kel, schei­tert Eu­ro­pa. BE­RICHT

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