Han­ne­lo­re Kraft: Wes­tLB war für EU im­mer ein ro­tes Tuch

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜSSELDORF (hüw) Der Nie­der­gang der West­deut­schen Lan­des­bank (Wes­tLB) ist nach Ein­schät­zung von Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft auch auf das ri­go­ro­se Vor­ge­hen der da­ma­li­gen EU-Kom­mis­si­on zu­rück­zu­füh­ren. Die Wes­tLB sei für Brüssel „im­mer ein ro­tes Tuch ge­we­sen“, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin ges­tern Abend im Wes­tLB-Un­ter­su­chungs­aus­schuss des Land­tags. Die EU-Kom­mis­si­on ha­be „ziel­ge­rich­tet dar­an ge­ar­bei­tet, die da­mals er­folg­rei­che Wes­tLB in den Griff zu krie­gen“. Kraft be­ton­te: „Ich könn­te das auch schär­fer for­mu­lie­ren, aber das möch­te ich nicht.“Als Grund für die har­sche Hal­tung der Kom­mis­si­on ver­mu­tet die Re­gie­rungs­che­fin „maß­geb­li­che Ein­fluss­nah­me“der Pri­vat­ban­ken auf die Brüs­se­ler Be­hör­de. Im Üb­ri­gen ha­be es be­reits frü­her „Schar­müt­zel“zwi­schen der EU-Kom­mis­si­on und der Bank ge­ge­ben.

Kraft kam auch auf den frü­he­ren CDU-Bun­des­po­li­ti­ker und der­zei­ti­gen Wirt­schafts­an­walt Fried­rich Merz zu spre­chen, der in der Wes­tLB-Schluss­pha­se die Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen ge­führt hat. Über des­sen Be­zü­ge sei sie zu­nächst nicht in­for­miert ge­we­sen, sag­te sie. Wie be­rich­tet, soll Merz ein Ta­gesho­no­rar von et­wa 5000 Eu­ro er­hal­ten ha­ben. Sie ha­be, als sie das er­fah­ren ha­be, „kei­ne Be­wer­tung vor­ge­nom­men“; au­ßer­dem ha­be es ei­nen Ver­trag mit Merz ge­ge­ben. Nach­dem die Ver­kaufs­be­mü­hun­gen am Brüs­se­ler Ve­to ge­schei­tert wa­ren, hat­ten die Ei­gen­tü­mer der Wes­tLB, dar­un­ter das Land, be­schlos­sen, die Bank zu zer­schla­gen.

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