Je­der Zwei­te er­hält in sei­nem Le­ben ei­ne Krebs­dia­gno­se

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON OLI­VER BURWIG

BER­LIN Der neue For­schungs­be­richt des Ro­bert-Koch-In­sti­tuts „Krebs in Deutsch­land“ent­hält ei­ne er­schre­cken­de Nach­richt: 51 Pro­zent der Män­ner und 43 Pro­zent al­ler Frau­en be­kom­men in ih­rem Le­ben Krebs. Die Wis­sen­schaft­ler wer­te­ten die Zah­len zu Krebs­dia­gno­sen in den Jah­ren 2011/2012 aus. Al­ler­dings hän­gen die ho­hen Wer­te auch mit der stei­gen­den Le­bens­er­war­tun­gen der Be­völ­ke­rung zu­sam­men.

Bei Frau­en tritt die Krank­heit laut dem Be­richt ten­den­zi­ell frü­her im Le­ben auf: Im Al­ter von 55 Jah­ren sei­en sie häu­fi­ger von Krebs be­trof­fen als Män­ner, für die das Krank­heits­ri­si­ko mit 65 al­ler­dings schon dop­pelt so hoch sei wie für Frau­en. Die Grün­de für die Er­kran­kun­gen sei­en oft nicht fest­stell­bar oder lie­ßen sich „nicht be­ein­flus­sen“. Das In­sti­tut weist je­doch auf WHO-In­for­ma­tio­nen hin, laut de­nen sich 30 Pro­zent al­ler Krebs­er­kran­kun­gen ver­hin­dern lie­ßen. Dar­un­ter sind auch die Krebs­ar­ten, die sich auf das Rau­chen zu­rück­füh­ren las­sen – laut Be­richt rund 15 Pro­zent.

Das Do­ku­ment ent­hält aber auch gu­te Nach­rich­ten: Un­ter Be­rück­sich­ti­gung der an­stei­gen­den Le­bens­er­war­tung („Al­ters­stan­dar­di- sie­rung“) der Be­völ­ke­rung sind die Ster­be­ra­ten an Krebs zu­rück­ge­gan­gen: Bei Män­nern um 13 Pro­zent, bei Frau­en um neun Pro­zent. Da mit stei­gen­dem Al­ter das Krebs­ri­si­ko – und da­mit auch die Zahl der Er­krank­ten – stark zu­nimmt, sind die ab­so­lu­ten Ster­be­zah­len im Ge­gen­satz da­zu ge­stie­gen: Zehn Pro­zent mehr Män­ner und zwei Pro­zent mehr Frau­en star­ben an Krebs.

Laut dem Be­richt er­hiel­ten 225.900 Frau­en und 252.100 Män­ner im Jahr 2012 ei­ne erst­ma­li­ge Krebs­dia­gno­se. Ein gro­ßer Teil da­von sind Fäl­le von Darm- (62.200) und Pro­sta­ta­krebs (63.000), al­so For­men der Krank­heit, bei de­nen laut dem Ro­bert-Koch-In­sti­tut ei­ne „güns­ti­ge Pro­gno­se“(bis zu 90 Pro­zent Über­le­bens­chan­ce für fünf Jah­re) be­ste­he. Auch für Brust­krebs (70.200) ha­ben sich in den letz­ten 25 Jah­ren die Über­le­bens­ra­ten deut­lich ver­bes­sert. Zu­dem sei die Ent­wick­lung der Neu­er­kran­kun­gen am ge­fähr­li­che­ren Lun­gen- (52.500) und Ma­gen­krebs rück­läu­fig.

Seit En­de der 90er Jah­re bleibt die Krebs­ra­te in Deutsch­land un­ge­fähr gleich: Kon­stant 23 Pro­zent al­ler Frau­en und 28 Pro­zent al­ler Män­ner ster­ben seit­dem in Deutsch­land jähr­lich an ei­ner Form die­ser Krank­heit.

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