Jah­re­lan­ge Haft we­gen Ver­ge­wal­ti­gung

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON INGRID KRÜ­GER

Nach meh­re­ren Ver­hand­lungs­ta­gen hat die Ers­te Gro­ße Ju­gend­kam­mer des Mön­chen­glad­ba­cher Land­ge­richts ges­tern zwei Hü­ckel­ho­ve­ner we­gen Ver­ge­wal­ti­gung ver­ur­teilt. Vier Jah­re und zehn Mo­na­te Ju­gend­stra­fe er­hielt der 22-jäh­ri­ge Haupt­tä­ter we­gen Ver­ge­wal­ti­gung von zwei Frau­en und Kör­per­ver­let­zung. Der jün­ge­re Mit­an­ge­klag­te (21), der nur an ei­ner Tat be­tei­ligt ist und sich nach ei­nem spä­ten Ge­ständ­nis zu ei­nem Ver­gleich be­reit­er­klärt hat­te, kam mit ei­ner zwei­jäh­ri­gen Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung da­von. Der 21-Jäh­ri­ge ver­pflich­tet sich, an das Op­fer ein Schmer­zens­geld in Hö­he von 1000 Eu­ro zu zah­len. Au­ßer­dem wird er in der Be- wäh­rungs­zeit ab­sol­vie­ren.

In der Ur­teils­be­grün­dung ging der Kam­mer­vor­sit­zen­de Lothar Be­ckers noch ein­mal auf den Fall ein. Der äl­te­re Haupt­an­ge­klag­te hat­te wäh­rend des ta­ge­lan­gen Pro­zes­ses von sei­nem Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs­Recht Ge­brauch ge­macht. Bei der Po­li­zei soll der 22-Jäh­ri­ge noch von „ein­ver­nehm­li­chen Sex“ge­spro­chen ha­ben. Doch die Op­fer hat­ten die An­ge­klag­ten be­reits zu Pro­zess­be­ginn be­schul­digt und als Ver­ge­wal­ti­ger be­zeich­net. In de­ren glaub­wür­di­gen Aus­sa­gen wird dem Haupt­tä­ter vor­ge­wor­fen, im Mai 2012 auf ei­nem Spiel­platz in Hückelhoven ei­ne jun­ge Frau ver­ge­wal­tigt zu ha­ben. Sie hat­te sich spä­ter – un­ter bit­te­ren Trä­nen – ih­rer

Dro­gen­scree­nings Mut­ter an­ver­traut und ge­sagt: „Ei­ner hat was mit mir ge­macht, ei­ner auf dem Spiel­platz.“Da­mals soll der 22-Jäh­ri­ge das Op­fer zum Wod­kat­rin­ken ge­zwun­gen ha­ben, bis es be­trun­ken am Bo­den lag.

Au­ßer­dem ha­be der äl­te­re Haupt­tä­ter im Au­gust 2013 ge­mein­sam mit dem 21-jäh­ri­gen Mit­an­ge­klag­ten in ei­nem Awo-Wohn­heim in Hückelhoven ei­ne Be­woh­ne­rin zum Oral­ver­kehr ge­zwun­gen und sich an ihr an­schlie­ßend al­lein ver­gan­gen. Nach­ba­rin­nen des Op­fers in der Awo-Wohn­grup­pe und ein Mit­be­woh­ner des Hau­ses er­in­ner­ten sich im Ge­richts­saal, was sie in der Au­gust­nacht 2013 von der an­geb­li­chen Par­ty in der Woh­nung des Op­fers mit­be­kom­men hat­ten. Die Nach­ba­rin­nen hat­ten die Hil­fe­schreie aus dem Zim­mer des Op­fers ge­hört. Of­fen­sicht­lich wa­ren sie so ver­ängs­tigt, dass sie sich nicht aus ih­ren Zim­mern wag­ten. Da­ge­gen re­agier­te der Haus­mit­be­woh­ner, der eben­falls die Hil­fe­ru­fe ge­hört hat­te. Der 31-Jäh­ri­ge hat­te die Po­li­zei ver­stän­digt. Die Po­li­zei traf da­mals nur noch den 22-Jäh­ri­gen in der Woh­nung an. Der Staats­an­walt hat­te für den vor­be­straf­ten Haupt­tä­ter ges­tern ei­ne Ein­heits­ju­gend­stra­fe von sechs Jah­ren und für den ge­stän­di­gen jün­ge­ren Mit­an­ge­klag­ten ei­ne zwei­jäh­ri­ge Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung ge­for­dert. Am En­de blieb es für den schwei­gen­den Hü­ckel­ho­ve­ner bei ei­ner Ein­heits­ju­gend­stra­fe von vier Jah­ren und zehn Mo­na­ten. Der Jün­ge­re ak­zep­tier­te sei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe so­fort.

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