„Le­ben­di­ger Ort“: Ca­fé Zeit vom Bis­tum aus­ge­zeich­net

Das öku­me­ni­sche Ge­sprächs­an­ge­bot für Pa­ti­en­ten auf der on­ko­lo­gi­schen Sta­ti­on im Fran­zis­kus-Kran­ken­haus ist stets gut be­sucht.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON THO­MAS GRULKE

WIND­BERG Schwes­ter Rein­hil­dis Topütt und Mo­ni­ka Hein­richs ver­hehl­ten nicht, dass sie zu Be­ginn Be­den­ken hat­ten. „Wir konn­ten uns schwer vor­stel­len, ei­nen Ru­he­pol im lau­fen­den Be­trieb zu schaf­fen. Zu­dem hat­ten wir die Sor­ge, dass un­se­re haupt­amt­li­chen Kräf­te da­durch noch stär­ker be­las­tet wür­den“, er­in­ner­ten sich zwei der Mit­be­grün­der des Ca­fés Zeit auf der on­ko­lo­gi­schen Sta­ti­on des Fran­zis­kusKran­ken­hau­ses. Doch das öku­me­ni­sche Ge­sprächs­an­ge­bot für Pa­ti­en­ten und de­ren An­ge­hö­ri­ge be­steht nun schon seit April 2014 und er­fährt re­gen Zu­spruch. „Wir hat­ten jetzt be­reits 118 Tref­fen mit 917 Gäs- ten im Ca­fé“, ver­kün­de­te Kran­ken­haus-Seel­sor­ger Jür­gen Schmitz. Als er dies sag­te, war der Raum 327 der Sta­ti­on S3 noch bes­ser be­sucht als üb­lich: In ei­ner Fei­er­stun­de wur­de das Ca­fé Zeit als „Le­ben­di­ger Ort im Bis­tum Aa­chen“aus­ge­zeich­net.

„Es gibt wei­ter­hin ei­ne un­ge­heu­re Viel­falt im Bis­tum. Mit der 2006 durch Bi­sch­off Hein­rich Mus­sin­g­hoff ins Le­ben ge­ru­fe­nen Aus­zeich­nung wol­len wir be­wir­ken, dass eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment ei­ne Wert­schät­zung, För­de­rung und Au­ßen­wahr­neh­mung er­fährt“, sag­te Lutz Braun­öh­ler. Der Vor­sit­zen­de Diö­ze­san­rat der Ka­tho­li­ken über­nahm mit Pfar­rer Rolf-Pe­ter Cre­mer, dem Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Pas­to­ral/Schu­le/Bil­dung, die Eh­rung. Im Zen­trum stan­den die 13 eh­ren­amt­li­chen Frau­en und Män­ner, die im Ca­fé ak­tiv sind.

Je­de Wo­che ha­ben Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge die Ge­le­gen­heit, bei Kaf­fee und Ku­chen über ih­re Ängs­te und Sor­gen mit dem Ca­fé-Team zu re­den. „Wir er­le­ben es im­mer wie­der, dass wir durch die­ses An­ge­bot auf ei­ner an­de­ren Ebe­ne an den Pa­ti­en­ten her­an­kom­men. Vie­le emp­fin­den den Be­such des Ca­fés als ein Stück Nor­ma­li­tät im Kli­nik­all­tag“, sag­te Pal­lia­ti­v­ärz­tin Dr. Ger­lind Bü­sche-Schmidt. Das an­ge­neh­me Am­bi­en­te und die Zeit, die sich die Eh­ren­amt­li­chen mit den Seel­sor­gern und Fach­kräf­ten für die Ge­sprä­che neh­men, hel­fen da­bei, auch über schwie­ri­ge The­men zu spre­chen.

„Ich kann mich noch gut an das al­ler­ers­te Tref­fen er­in­nern. Da­mals hat mir ein Mann un­ter Trä­nen von der schwe­ren Er­kran­kung sei­ner Frau be­rich­tet. Ich konn­te zu­nächst nur da­sit­zen, zu­hö­ren und Trost spen­den. Doch nach­her ha­ben wir so­gar mit­ein­an­der ge­lacht“, er­zähl­te Sa­bi­ne Groth, die zum Team der eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter ge­hört.

Das Kon­zept ist voll­ends auf­ge­gan­gen. „Es ist ein Traum, wie al­les um­ge­setzt wur­de. Es muss­te nie ein Tref­fen aus­fal­len, es wa­ren im­mer Eh­ren­amt­li­che da, um uns zu hel­fen“, sag­te Rein­hil­dis Topütt. Und ih­re Kol­le­gin Mo­ni­ka Hein­richs füg­te hin­zu: „Wir hat­ten schon Pa­ti­en­ten, die uns sag­ten, sie wür­den sich wie auf dem Al­ten Markt füh­len.“

FOTO: ISA­BEL­LA RAUPOLD

Im Zen­trum der Eh­rung stan­den die 13 Eh­ren­amt­ler.

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