Dar­um ist das Darm­stadt-Spiel so wich­tig

Nach drei Nie­der­la­gen will Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach mit ei­nem Er­folgs­er­leb­nis in die Win­ter­pau­se ge­hen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON KARS­TEN KELLERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Mor­gen be­kommt Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach Be­such von ei­nem Klub, der 33 Jah­re lang nicht in Glad­bach war: Darm­stadt 98, der un­an­ge­neh­me Auf­stei­ger, kommt in den Bo­rus­si­aPark. Darm­stadt klingt nach Geg­nern wie Bay­ern München, Man­ches­ter Ci­ty, Bay­er Leverkusen und dem Po­kal-Thril­ler ge­gen Wer­der Bre­men recht un­spek­ta­ku­lär. Doch weil es ge­gen die letz­ten drei Geg­ner Nie­der­la­gen gab, ist der Ver­gleich mit den Hes­sen be­son­ders wich­tig ge­wor­den für die Bo­rus­sen. Es geht um den letz­ten Ein­druck, um das Ge­fühl, mit dem man sich ver­ab­schie­det aus die­sem Fuß­ball-Jahr. „Es gilt zwar für al­le Ver­ei­ne in der Bun­des­li­ga, aber den­noch wä­re es na­tür­lich sehr schön, wenn uns ein Er­folgs­er­leb­nis ge­lin­gen wür­de“, sag­te An­dré Schu­bert, der am Mon­tag ge­nau drei Mo­na­te Trai­ner ist.

Ma­na­ger Max Eberl hofft, dass „sich die Mann­schaft für ei­ne sehr, sehr gu­te Hin­run­de be­loh­nen wird“mit ei­nem Sieg ge­gen die „Li­li­en“. Es wä­re dann auch der pas­sen­de Ab­schluss zu ei­nem Ka­len­der­jahr der Bo­rus­sen, das es in sich hat­te. 65 Punk­te ha­ben sie seit Ja­nu­ar ge­holt in der Li­ga, das ist Cham­pi­ons­Le­ague-reif, von 33 Bun­des­li­ga­par­ti­en gin­gen nur acht ver­lo­ren, und zwi­schen­drin gab es Se­ri­en von 13 und zehn Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge. Ne­ben­bei ha­ben „wir ha­ben uns ja im Som­mer zum ers­ten Mal für die Cham­pi­ons Le­ague qua­li­fi­ziert, das ver­gisst man fast“, sag­te Eberl. Dort, in ei­ner „Ham­mer­grup­pe“(Eberl), ha­be man sich dann auch noch gut ver­kauft und „bis zur letz­ten Mi­nu­te um Eu­ro­pa ge­spielt“.

Ge­nau ge­nom­men gab es (ne­ben den un­nö­ti­gen und bit­te­ren Po­kalP­lei­ten in Bie­le­feld und ge­gen Bre­men) nur ei­ne ech­te Del­le in die­sem Jahr: Die fünf ver­lo­re­nen Spie­le zu Be­ginn die­ser Sai­son. Das al­ler­dings hat­te arge Kon­se­quen­zen: den Sturz ans Ta­bel­len­en­de und den Ab­gang von Er­folgs­trai­ner Lu­ci­en Fav­re. „Die Si­tua­ti­on kann­ten wir. Wir sind schlecht ge­star­tet, und Leis­tungs­trä­ger fehl­ten. Da ha­be ich kurz an die Sai­son 2010/2011 ge­dacht, als Glad­bach in ei­ner ähn­li­chen Kon­stel­la­ti­on am Ab­grund stand“, ge­stand Eberl.

Mit dem neu­en Trai­ner Schu­bert und sei­nem mu­ti­gen An­satz fan­den die Bo­rus­sen je­doch zu­rück auf den Weg der Tu­gend und in die obe­re Ta­bel­len­re­gi­on. „Wir ha­ben al­so tol­le Fuß­ball­fes­te ge­fei­ert, weil wir es of­fen­siv wie de­fen­siv her­aus­ra­gend ge­macht ha­ben“, re­sü­miert Schu­bert nun. Das Pro­blem ist nur: Zu­letzt gab es drei Nie­der­la­gen in Se­rie, das Eu­ro­pa- und das Po­kal-Aus in­klu­si­ve. Je­des ver­lo­re­ne Spiel, ob in Man­ches­ter, in Leverkusen oder ge­gen Bre­men, ist für sich er­klär­bar, auch durch die „feh­len­de phy­si­sche und men­ta­le Fri­sche“(Schu­bert), doch die vier­te Schlap­pe in Fol­ge wür­de das Ge­samt­bild dann doch schmä­lern.

Doch Schu­bert, der ne­ben sechs Lang­zeit­ver­letz­ten wohl er­neut auch auf Ibra­hi­ma Tra­o­ré ver­zich­ten muss, hat bei sei­nen An­ver­trau­ten kei­ne Win­ter­de­pres­si­on aus­ge­macht, son­dern gu­te Lau­ne auf dem Trai­nings­platz. Man kön­ne sich und das Ge­leis­te­te rea­lis­tisch ein­schät­zen, ver­si­cher­te Schu­bert und tat das mit ei­nem ent­spann­ten Lä­cheln. Er hat sei­nen Spie­lern am Don­ners­tag frei­ge­ge­ben. Sie soll­ten re­ge­ne­rie­ren. Um mor­gen be­reit zu sein, sich ge­gen Darm­stadt ein gu­tes Ge­fühl für die Win­ter­pau­se zu be­sor­gen.

FOTO: DPA

Nach­denk­lich: Bo­rus­si­as Trai­ner An­dré Schu­bert

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