Wie Mie­ter si­cher ins neue Jahr kom­men

Wer Sil­ves­ter in sei­ner Woh­nung fei­ern will, soll­te sei­ne Nach­barn vor­her in­for­mie­ren. Denn so kön­nen sich Mie­ter viel Är­ger und Dis­kus­sio­nen er­spa­ren. Auch sonst lohnt es sich, beim Jah­res­wech­sel ein paar Re­geln zu be­fol­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON ISA­BEL­LE MOD­LER

Ein bun­tes Feu­er­werk, knal­len­de Sekt­kor­ken und la­chen­de Freun­de in der Woh­nung – das klingt für vie­le nach ei­ner ge­lun­ge­nen Sil­ves­ter­par­ty. Nur blöd, wenn der Nach­bar von ne­ben­an die fröh­li­che Stim­mung nicht tei­len kann, weil er das Knal­len der Böl­ler oder die lau­te Mu­sik als stö­ren­den Lärm emp­fin­det.

Da­mit es nicht zum Streit zwi­schen den Nach­barn kommt, gibt es kla­re Re­geln für das Zu­sam­men­le­ben in ei­nem Miets­haus. Doch wie ge­nau müs­sen sich Mie­ter dar­an hal­ten? Und was gibt es sonst noch zu be­ach­ten, da­mit der Start ins neue Jahr si­cher ge­lingt? Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten da­zu: Wie lan­ge dür­fen Mie­ter an Sil­ves­ter in der Woh­nung laut sein? „Of­fi­zi­ell gilt auch an Sil­ves­ter ab 22 Uhr die Nacht­ru­he“, sagt Ulrich Ropertz vom Deut­schen Mie­ter­bund. Das ist aber schwer um­setz­bar: Denn Nacht­ru­he herrscht erst dann, wenn in der ei­ge­nen Woh­nung nichts mehr zu hö­ren ist. „In der Re­gel wird an Sil­ves­ter in vie­len Woh­nun­gen ge­fei­ert, des­halb gel­ten de fac­to Son­der­re­ge­lun­gen“, sagt Ropertz. Ab wann soll­te die Laut­stär­ke al­so in der Woh­nung re­du­ziert wer­den? „Wenn drau­ßen lang­sam Ru­he ein­kehrt, soll­te auch in der Woh­nung der Lärm­pe­gel auf Zim­mer­laut­stär­ke her­un­ter­ge­fah­ren wer­den“, sagt Ale- xander Wiech vom Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus & Grund Deutsch­land. Er rät, un­ge­fähr ab 1 Uhr die Par­ty­laut­stär­ke zu re­du­zie­ren, da­mit Nach­barn in Ru­he schla­fen kön­nen. Wie kön­nen sich Mie­ter ver­hal­ten, um Streit zu ver­mei­den? Auch wenn die Re­geln an Sil­ves­ter et­was lo­cke­rer sind, müs­sen al­le Be­woh­ner – Par­ty­Leu­te wie Fei­er-Muf­fel – ge- gen­sei­tig et­was Rück­sicht auf­ein­an­der neh­men. Be­son­ders in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern soll­te dies gel­ten, sagt Ropertz. Er rät da­zu, Nach­barn im Vor­feld über die ge­plan­te Sil­ves­ter­par­ty zu in­for­mie­ren. Dür­fen Ra­ke­ten vom Bal­kon ge­zün­det wer­den? Beim Ab­feu­ern von Ra­ke­ten müs­sen Fehl­schlä­ge im­mer ein­kal­ku­liert wer­den, so­wie die Ge­fahr, dass Men­schen, Au­ßen­fas­sa­den oder Nach­bar­woh­nun­gen ge­trof­fen wer­den. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Amts­ge­richts Ber­lin-Mit­te dür­fen des­halb kei­ne Ra­ke­ten auf dem Bal­kon oder der Ter­ras­se an­ge­zün­det wer­den (Az.: 25 C 177/ 01). Wich­tig für das Ab­bren­nen von Feu­er­werks­kör­pern: „Es muss ein Platz ge­wählt wer­den, von dem aus fehl­ge­lei­te­te Ra­ke­ten al­ler Vor­aus­sicht nach kei­nen Scha­den an­rich­ten kön­nen“, sagt Wiech und ver­weist auf ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Stuttgart (Az.: 10 U 116/09). Al­so bes­ser die Ra­ke­ten auf der Stra­ße ab­feu­ern? An sich ei­ne gu­te Idee. Doch auch hier gibt es kla­re Vor­ga­ben: So dür­fen py­ro­tech­ni­sche Ge­gen­stän­de nicht in der Nä­he von Kir­chen, Kran­ken­häu­sern oder Al­ters- hei­men ge­zün­det wer­den. So steht es in der Spreng­stoff-Ver­ord­nung. Auch di­rekt ne­ben brand­emp­find­li­chen Ge­bäu­den wie Reet- und Fach­werk­häu­sern ist es ver­bo­ten, sie zu star­ten. Wor­auf soll­ten Mie­ter ach­ten, da­mit sie si­cher ins neue Jahr kom­men? Da ge­gen Mit­ter­nacht vie­le Ra­ke­ten durch die

„Für Ve­r­un­rei­ni­gun­gen und Schä­den ist der Gast­ge­ber ver­ant­wort­lich“

Alex­an­der Wiech Haus & Grund Deutsch­land Luft flie­gen, soll­ten Mie­ter Dach­lu­ken und Fens­ter am Jah­res­wech­sel ge­schlos­sen hal­ten. Am bes­ten räu­men Be­woh­ner vor­her auch al­le brenn­ba­ren Ge­gen­stän­de vom Bal­kon be­zie­hungs­wei­se von der Ter­ras­se, rät Ropertz. Und wenn doch et­was pas­siert? Wer haf­tet? „Für Ve­r­un­rei­ni­gun­gen und Schä­den ist zu­nächst der Gast­ge­ber ver­ant­wort­lich“, sagt Wiech. Es sei denn, es gibt ei­nen kla­ren Schul­di­gen. Dann muss der die Ver­ant­wor­tung tra­gen – wenn er bei­spiels­wei­se beim wil­den Tan­zen den Fens­ter­rah­men oder die Bril­le ei­nes an­de­ren Gas­tes be­schä­digt hat. Doch wer ei­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung hat, kann be­ru­higt sein: In der Re­gel springt sie für Schä­den an Per­so­nen oder Sach­ge­gen­stän­den ein.

FOTO: ANDREA WAR­NE­CKE

Ra­ke­ten ge­hö­ren zum Start ins neue Jahr da­zu. Sie dür­fen laut ei­nem Ge­richts­ur­teil aber nicht vom Bal­kon ab­ge­feu­ert wer­den. Py­ro­tech­ni­sche Ge­gen­stän­de dür­fen zu­dem nicht in der Nä­he von Kir­chen, Kran­ken­häu­sern und Al­ters­hei­men ge­zün­det wer­den.

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