Falsch­par­ker müs­sen Leer­fahrt be­zah­len

So­bald Be­am­te ei­nen Ab­schlepp­wa­gen ru­fen, müs­sen Au­to­fah­rer die Kos­ten da­für tra­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - HOCHSCHULE - VON TOM NE­BE

Wenn Au­to­fah­rer län­ge­re Zeit im Hal­te­ver­bot ge­stan­den ha­ben, kann ei­ne un­an­ge­neh­me Über­ra­schung fol­gen. Näm­lich dann, wenn schon ein Ab­schlepp­wa­gen an­ge­for­dert wur­de. Selbst für die Leer­fahrt wird der Park­sün­der an­schlie­ßend zur Kas­se ge­be­ten, falls er noch selbst weg­fah­ren kann. Dar­auf weist der Au­to Club Eu­ro­pa (ACE) hin.

„In dem Fall gilt das Ver­ur­sa­cher­prin­zip“, sagt Han­nes Krä­mer, Recht­s­as­ses­sor des ACE. Der Park­sün­der muss die Kos­ten tra­gen, die durch sein Ver­hal­ten ver­ur­sacht wur­den. Für das Be- und Ent­la­den darf im ein­ge­schränk­ten Hal­te­ver­bot im­mer­hin bis zu drei Mi­nu­ten ge­stan­den wer­den. Ob da­nach ab­ge­schleppt wird, liegt laut Krä­mer im Er­mes­sens­spiel­raum der Ord­nungs­hü­ter. „Sie ste­hen kaum mit der Stopp­uhr da“, sagt der Ex­per­te. Aber je län­ger man steht, des­to wahr­schein­li­cher wird es.

35 Mi­nu­ten et­wa kön­nen zu viel sein. Dar­auf lässt ein Ur­teil des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs- sel­dorf schlie­ßen (Az.: 14 K 8743/13). So lan­ge stand das Fahr­zeug ei­ner Au­to­fah­re­rin im Hal­te­ver­bot, als die Be­am­tin den Ab­schlepp­wa­gen an­for­der­te. Die Frau kam zwar vor dem Ab­schlep­per zu ih­rem Au­to zu­rück, soll­te aber die Leer­fahrt zah­len.

Sie leg­te Wi­der­spruch ein und klag­te. Un­ter an­de­rem be­grün­de­te sie ih­re Kla­ge da­mit, dass wei­te­re Fahr­zeu­ge falsch ge­parkt hat­ten. Und der Ab­schlep­per ei­nes die­ser Au­tos hät­te ab­schlep­pen kön­nen, um ei­ne Leer­fahrt zu ver­mei­den. Die Kos­ten­pflicht ent­fällt da­durch nicht, be­grün­de­te das Ge­richt un­ter an­de­rem und wies die Kla­ge ab.

Au­to­fah­rer kön­nen grund­sätz­lich ge­gen ei­nen Be­scheid zur Zah­lung ei­ner Leer­fahrt Wi­der­spruch ein­le­gen. Das lohnt sich aber nur mit über­zeu­gen­den Ar­gu­men­ten, sagt Krä­mer. „We­gen der mög­li­chen Kos­ten ist das auch nur mit ei­nem Ver­kehrsRechts­schutz zu emp­feh­len.“

Bes­ser ver­mei­den Au­to­fah­rer Falsch­par­ken von vorn­her­ein. Wer sich nicht si­cher ist, soll­te auch mal ein paar Me­ter ge­hen und um­lie­gen­de Schil­der ge­nau an­schau­en. „Man soll­te um­sich­tig sein“, so Krä­mer. Wer auf ei­nem Be­hin­der­ten­park­platz oder vor ei­ner Feu­er­wehr­zu­fahrt parkt, kann üb­ri­gens nicht auf die drei­mi­nü­ti­ge Schon­frist ver­trau­en: Dann sei das Ab­schlep­pen un­ver­züg­lich mög­lich, sagt der Rechts­ex­per­te.

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