Uni­on strei­tet um So­li für Flücht­lin­ge

We­gen der In­te­gra­ti­ons­kos­ten rückt die CSU von der Ab­schaf­fung der Ab­ga­be ab.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

MÜNCHEN/BER­LIN (RP) CSU-Chef Horst See­ho­fer hat we­gen der Flücht­lings­kos­ten die Uni­ons­plä­ne für ei­ne schritt­wei­se Ab­schaf­fung des So­li­dar­zu­schlags in­fra­ge ge­stellt. „Wir ha­ben seit der Grenz­öff­nung im Sep­tem­ber ei­ne neue Si­tua­ti­on“, sag­te der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Das sei kei­ne Ab­sa­ge an die For­de­rung nach ei­nem En­de des „So­li“. „Aber wir müs­sen ein­fach ei­nen Kas­sen­sturz ma­chen mit dem Ziel her­aus­zu­fin­den, was kön­nen wir uns noch leis­ten? Wenn wir die Zu­wan­de­rung nicht be­gren­zen, wer­den wir kei­nen Spiel­raum ha­ben.“

CDU und CSU hat­ten sich im Früh­jahr auf Drän­gen See­ho­fers dar­auf ver­stän­digt, den „So­li“von 2019 bis 2029 schritt­wei­se ab­zu­schaf­fen. Der CSU-Chef sprach da­mals von der „größ­ten Steu­er­sen­kung al­ler Zei­ten“. In­zwi­schen wird da­mit ge­rech­net, dass sich die Kos­ten für die Flücht­lin­ge in den nächs­ten Jah­ren ver­viel­fa­chen.

Micha­el Fuchs Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze

Beim stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, Micha­el Fuchs, stieß See­ho­fers Vor­stoß auf Ab­leh­nung: „Von die­sem vor­schnel­len Vor­schlag hal­te ich gar nichts“, sag­te Fuchs un­se­rer Re­dak­ti­on. „Die Fra­ge, ob wir den Plan auf­ge­ben, den So­li schritt­wei­se ab­zu­schaf­fen, steht jetzt über­haupt nicht an.“Wie sich die zu­sätz­li­chen Aus­ga­ben für Flücht­lin­ge ent­wi­ckeln wür­den und wie sie zu fi­nan­zie­ren sei­en, sei jetzt noch gar nicht ab­seh­bar. „Ich fin­de es falsch, jetzt schon ein­fach zu sa­gen, dass wir ei­ne Art So­li-Steu­er für Flücht­lin­ge brau­chen wer­den“, be­ton­te Fuchs.

Die SPD sprach von ei­nem durch­sich­ti­gen Ma­nö­ver: „See­ho­fer macht über­deut­lich, dass die Ei­nig­keit der Uni­on nur bil­li­ge Fas­sa­de ist“, sag­te SPD-Vi­ze Thors­ten Schä­fer-Güm­bel. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner nann­te es „ge­ra­de­zu schä­big, die Bei­be­hal­tung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags mit Flücht­lin­gen zu be­grün­den“. Leit­ar­ti­kel

„Ich fin­de es falsch, jetzt schon von ei­nem So­li für Flücht­lin­ge zu spre­chen“

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