Ge­gen So­zi­al­leis­tun­gen durch die Hin­ter­tür

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON DETLEV HÜWEL

Die Städ­te und Krei­se sind zu Recht alar­miert. Nicht ge­nug da­mit, dass vie­le Kom­mu­nen we­gen der Un­ter­brin­gung und Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge schon längst an die Gren­ze ih­rer per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit an­ge­langt sind. Zu­sätz­lich be­rei­tet ih­nen jetzt noch das jüngs­te Ur­teil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts größ­te Sor­gen. Dem­nach kön­nen Bür­ger aus EU-Staa­ten – da­zu ge­hö­ren auch Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en – So­zi­al­hil­fe be­an­tra­gen, so­fern sie sich min­des­tens ein hal­bes Jahr in Deutsch­land auf­ge­hal­ten ha­ben. So­zi­al­hil­fe aber ist Sa­che der Kom­mu­nen, die nun er­heb­li­che zu­sätz­li­che Be­las­tun­gen auf sich zu­kom­men se­hen.

Das Ur­teil aus Kas­sel ist schwer nach­zu­voll­zie­hen. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof hat be­reits be­stä­tigt, dass EU-Bür­ger, die hier­zu­lan­de auf Ar­beits­su­che sind, kei­nen An­spruch auf Leis­tun­gen nach Hartz IV ha­ben. Dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt die­sen Men­schen jetzt den Aus­weg So­zi­al­hil­fe weist (die ei­gent­lich für Er­werbs­un­fä­hi­ge ge­dacht ist), be­deu­tet die Ge­wäh­rung von So­zi­al­leis­tun­gen durch die Hin­ter­tür. Das über­for­dert un­se­re So­zi­al­sys­te­me und kann so kei­nen Be­stand ha­ben. Ber­lin muss nach­bes­sern; es herrscht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf. BE­RICHT

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