Die Ju­gend be­gehrt auf

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Die her­be Klat­sche für die re­gie­ren­den Kon­ser­va­ti­ven von Ma­ria­no Ra­joy bei der Par­la­ments­wahl in Spa­ni­en war kei­ne Über­ra­schung. Spa­ni­ens Ju­gend hat­te in den letz­ten Jah­ren der Kri­se schon mit den Fü­ßen ab­ge­stimmt. Und das Land ver­las­sen. Nir­gend­wo in Eu­ro­pa ist die Per­spek­tiv­lo­sig­keit für jun­ge Leu­te so frap­pant. Je­der zwei­te Ju­gend­li­che in Spa­ni­en sucht ei­nen Job. Nur in Grie­chen­land ist die La­ge noch schlim­mer.

Dass aus­ge­rech­net Spa­ni­ens Ju­gend, die hei­mat­treu und fa­mi­li­en­ori­en­tiert ist, in Mas­sen aus­wan­dert, hät­te Ra­joy zu den­ken ge­ben müs­sen. Er sa­nier­te die Fi­nan­zen des Lan­des, er re­for­mier­te ge­dul­dig, doch er ver­gaß die An­ge­bo­te für die Ju­gend. Hin­zu kam, dass der 60-jäh­ri­ge Re­gie­rungs­chef ge­gen die ju­gend­li­chen Pop-Stars der Op­po­si­ti­on fad und bie­der wirk­te. Kei­ner, mit dem man in der Ta­pas Bar ei­nen Rio­ja trin­ken wür­de. Doch Vor­sicht! Spa­ni­en braucht kei­nen Jungspund, der das Blaue vom Him­mel ver­spricht. Die fünft­größ­te Volks­wirt­schaft Eu­ro­pas braucht ei­nen dis­zi­pli­nier­ten und er­fah­re­nen Re­for­mer. Das ist Ra­joy. Er soll­te Kurs hal­ten. BE­RICHT

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