See­ho­fer un­so­li­da­risch

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON BIRGIT MARSCHALL

Das ist wie­der ei­ne 180-Grad-Wen­de von CSUChef See­ho­fer, die im kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis blei­ben wird. See­ho­fer war es höchst­selbst, der im Früh­jahr ver­kün­det hat­te, der So­li­da­ri­täts­zu­schlag wer­de bis 2029 schritt­wei­se ab­ge­baut. Nun ist er der ers­te, der den „So­li“nicht mehr ab­schaf­fen, son­dern um­wid­men will in ei­nen Flücht­lings-So­li.

Das ist aus meh­re­ren Grün­den tat­säch­lich „schä­big“, wie FDP-Chef Lind­ner rich­tig kom­men­tiert. See­ho­fer voll­zieht ei­nen Wort­bruch der Uni­ons­par­tei­en. Die Steu­er­zah­ler wis­sen nun: Auf Steu­er­sen­kungs-Ver­spre­chen der Uni­on ist kein Ver­lass. Auch ver­knüpft er den „So­li“mit der Flücht­lings­zahl. Vie­le Bür­ger, die sich über­for­dert se­hen, ha­ben nun ei­nen wei­te­ren Grund, ge­gen Mi­gran­ten ein­ge­stellt zu sein.

Auch in­halt­lich liegt See­ho­fer falsch. Klar, die Aus­ga­ben für Flücht­lin­ge wer­den deut­lich stei­gen. Die Hö­he hängt aber ent­schei­dend da­von ab, wie vie­le Mi­gran­ten wie schnell und wie gut in den Ar­beits­markt in­te­griert wer­den. Der Staat soll­te sich nicht selbst den Hand­lungs­druck bei der In­te­gra­ti­on neh­men, in­dem er sich ein­fach nur die Kas­se voll macht. BE­RICHT

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