NRW-CDU legt sich auf La­schet als Spit­zen­kan­di­dat fest

„Al­les an­de­re wä­re ja auch Ha­ra­ki­ri“, heißt es nach ei­nem ver­trau­li­chen Tref­fen mit dem Lan­des­vor­sit­zen­den in Düsseldorf.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON DETLEV HÜWEL

DÜSSELDORF Die nord­rhein-west­fä­li­sche CDU wird mit Par­tei­chef Ar­min La­schet als Spit­zen­kan­di­dat in den Land­tags­wahl­kampf 2017 zie­hen. Dies wur­de am Wo­che­n­en­de bei ei­ner Zu­sam­men­kunft von Lan­des­vor­stand und Be­zirks­vor­sit­zen­den in La­schets Düs­sel­dor­fer Land­tags­bü­ro „ein­mü­tig fest­ge­stellt“, wie aus Teil­neh­mer­krei­sen ver­lau­tet. „Al­les an­de­re wä­re ja auch Ha­ra­ki­ri“, heißt es da­zu. Wie be­rich­tet, hat es in der Land­tags­frak­ti­on Kri­tik an La­schet ge­ge­ben, der in der Flücht­lings­po­li­tik „zu we­nig kla­re Kan­te“zei­ge. Als Vor­bild wur­de ihm auch die rhein­land-pfäl­zi­sche CDU-Spit­zen­kan­di­da­tin Ju­lia Klöck­ner vor­ge­hal­ten, die „rich­tig Gas“ge­be.

Bei dem Tref­fen in Düsseldorf, über das strik­te Ver­trau­lich­keit ver­ein­bart wur­de, soll La­schet Feh­ler ein­ge­räumt ha­ben. Er hat zu­dem an­ge­kün­digt, sich künf­tig häu­fi­ger mit den CDU-Spit­zen­ver­tre­tern zu tref­fen und sich mit ih­nen ab­zu­stim­men.

Auf dem Lan­des­par­tei­tag, der am 11. Ju­ni in Aa­chen statt­fin­det, wird sich La­schet, der auch Stell­ver­tre­ter von CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel ist, zur Wie­der­wahl stel­len. Im April vo­ri­gen Jah­res hat­te er in Düsseldorf 84 Pro­zent der De­le­gier­ten­stim­men er­hal­ten. Ob in Aa­chen Stef­fen Kam­pe­ter, ei­ner von La­schets fünf Stell­ver­tre­tern, er­neut kan­di­die­ren wird, steht of­fen­bar noch nicht fest. Kam­pe­ter soll Mit­te nächs­ten Jah­res Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de wer­den.

Auf dem Tref­fen am Wo­che­n­en­de wur­de zu­dem ver­ein­bart, dass die NRW-CDU im No­vem­ber 2016 ih­re Re­ser­ve­lis­te zur Land­tags­wahl auf­stellt, die vor­aus­sicht­lich im Mai 2017 statt­fin­det. Die Rang­fol­ge auf der Lis­te ent­schei­det dar­über, wer in den Land­tag ein­zie­hen darf, wenn die Par­tei we­ni­ger Mandate di­rekt er­rin­gen kann, als ihr nach dem Wah­l­er­geb­nis zu­ste­hen.

Die NRW-Wahl dürf­te stark im Schat­ten der Bun­des­tags­wahl ste­hen, die nur we­ni­ge Mo­na­te spä­ter er­fol­gen wird. Für sie soll die Re­ser­ve­lis­te im Fe­bru­ar 2017 fest­ge­zurrt wer­den. Ge­naue Ter­mi­ne will CDUGe­ne­ral­se­kre­tär Bodo Lött­gen dem Lan­des­vor­stand Mit­te Ja­nu­ar prä­sen­tie­ren.

Für ei­ne in­halt­li­che Fest­le­gung zur Land­tags­wahl sei es der­zeit noch zu früh, heißt es in Uni­ons­krei­sen. Gleich­wohl zeich­net sich ab, dass die NRW-CDU die rot-grü- ne Lan­des­re­gie­rung von Han­ne­lo­re Kraft (SPD) mit Fra­gen der Bil­dung kon­fron­tie­ren wird. Hier geht es ins­be­son­de­re um den zum Teil mas­si­ven Un­ter­richts­aus­fall und um die Schwie­rig­kei­ten bei der Um­set­zung der schu­li­schen In­klu­si­on. Im Be­reich der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur dürf­te hautsäch­lich das Dau­er­pro­blem Staus und Bau­stel­len the­ma­ti­siert wer­den. In Sa­chen in­ne­rer Si­cher­heit wird die Uni­on vor al­lem die an­hal­tend ho­he Zahl von Woh­nungs­ein­brü­chen an­pran­gern.

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