Bo­rus­sia stark im Ab­schluss

Trotz ei­ner Ro­ten Kar­te für Ka­pi­tän Gra­nit Xha­ka hat sich Bo­rus­sia mit dem 3:2 ge­gen Darm­stadt 98 den an­vi­sier­ten po­si­ti­ven Hin­run­den­ab­schluss be­schert – und geht so auf ei­nem Cham­pi­ons-Le­ague-Platz ins neue Jahr.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Gra­nit Xha­ka war wohl noch nicht auf be­sinn­li­che Ta­ge ein­ge­stellt. Der Schwei­zer leis­te­te sich ge­gen Pe­ter Nie­mey­er En­de der ers­ten Halb­zeit ei­ne kla­re Tät­lich­keit und da­mit be­reits sei­nen drit­ten Platz­ver­weis in die­ser Spiel­zeit, aber auch in Un­ter­zahl be­hiel­ten die Glad­ba­cher beim tur­bu­len­ten 3:2 am En­de die Ober­hand und über­win­tern da­mit als Ta­bel­len­vier­ter mit 29 Punk­ten. „Wir ha­ben uns für ei­nen lei­den­schaft­li­chen Auf­tritt

„Wir ha­ben in Un­ter­zahl al­les ge­ge­ben, und auch nach dem Aus­gleich wei

ter an uns ge­glaubt“

Lars St­indl be­lohnt und sind jetzt ein­fach nur glück­lich“, sag­te Match­win­ner Os­car Wendt.

Über die Art von Spiel, die ih­nen da zum Hin­run­den­ab­schluss ins Haus ste­hen wür­de, hat­ten sich die Bo­rus­sen be­reits zu­vor we­nig Il­lu­sio­nen ge­macht. Darm­stadt agier­te dann auch als die er­war­tet kör­per­tont, ja hart zu Wer­ke ge­hen­de Mann­schaft, die ob ih­rer nach­ge­wie­se­nen Stär­ke bei Kopf­bäl­len den Ball so oft und so lan­ge wie mög­lich in der Luft hal­ten woll­te. Für die Gast­ge­ber hin­ge­gen ging es dar­um, ge­dul­dig das ei­ge­ne Kom­bi­na­ti­ons­spiel ge­gen die eng­ma­schi­ge De­fen­si­ve des Auf­stei­gers durch­zu­brin­gen. So weit al­so die tak­ti­sche Marsch­rou­te in ei­nem Du­ell, das es in der Bun­des­li­ga zu­letzt 1981/82 ge­ge­ben hat­te.

Den ers­ten Wir­kungs­tref­fer in Form der 1:0-Füh­rung setz­ten die Gäs­te nach 24 Mi­nu­ten – und ganz ent­spre­chend ih­rer Spiel­an­la­ge fiel dies, weil sich Li­li­en-Stür­mer San­dro Wa­gner im Glad­ba­cher Sech­zehn­me­ter­raum im Kopfballduell ge­gen den 19-jäh­ri­gen Schwei­zer Ni­co El­ve­di durch­set­zen konn­te, und Flü­gel­flit­zer Mar­cel Hel­ler so aus kur­zer Dis­tanz we­nig Mü­he mit ei­nem er­folg­rei­chen Tor­ab­schluss hat­te. Es war be­reits das 14. Ge­gen­tor von An­dré Schu­berts Bo­rus­sen in den ver­gan­ge­nen vier Spie­len.

Was folg­te, war der nächs­te in ei­ner Rei­he un­rühm­li­cher Auf­trit­te Gra­nit Xha­kas im Tri­kot der Bo­rus­sen: Als sich sein Lauf­weg in der Vor­wärts­be­we­gung mit dem von Ge­gen­über Nie­mey­er kreuz­te, ver­lor Glad­bachs Schwei­zer mal wie­der die Be­herr­schung und trat nach. Schieds­rich­ter Ben­ja­min Brand, seit die­ser Sai­son in Li­ga eins tä­tig, zeig­te Xha­ka Rot – es war für die­sen be­reits Platz­ver­weis Num­mer sechs, seit­dem der 23-Jäh­ri­ge 2012 aus Ba­sel an den Nie­der­rhein ge­kom­men war. Die fünf Feld­ver­wei­se zu­vor wa­ren in­des Gelb-Ro­te Kar­ten ge­we­sen – so auch die bis­he­ri­gen in die­ser Spiel­zeit in Bre­men und ge­gen In­gol­stadt.

Oh­ne Xha­ka, den Schu­bert bei Di­enst­an­tritt im Sep­tem­ber zum Zwe­cke ge­stei­ger­ten Ver­ant­wor- tungs­ge­fühls zum Ka­pi­tän ge­macht hat­te, und in ei­ner na­tur­ge­mäß nun end­gül­tig hek­tisch-hit­zi­gen At­mo­sphä­re im Bo­rus­sia-Park fan­den wü­ten­de Gast­ge­ber dann tat­säch­lich ins Spiel zu­rück, als Lars St­indl ei­nen schlecht ab­ge­wehr­ten Ball von der Straf­raum­kan­te mit links zum 1:1 ins Tor zir­kel­te.

Wenn Bo­rus­si­as so wech­sel­vol­le Hin­run­de ei­nes fast im­mer zu bie­ten hat­te, dann Spek­ta­kel – so al­so auch ges­tern zum Ab­schluss. Und den nächs­ten Spek­ta­kel-Tref­fer lan­de­ten dies­mal er­neut die zehn ver­blie­be­nen Haus­her­ren: Ha­vard Nordtveit, sonst als Ver­tre­ter bra­chia­ler Frei­stö­ße be­kannt, zir­kel­te ei­nen sol­chen ge­fühl­voll zum 2:1 um die Mau­er. Das Spiel und das Sta­di­on mit ihm stan­den Kopf. Darm­stadt muss­te nun sei­ne ab­war­ten­de Hal­tung end­gül­tig ab­le­gen, was dem Team a) sicht­lich nicht be­hag­te und b) um­schalt­star­ken Glad­ba­chern im­mer wie­der Räu­me zum Kon­tern bot. Dass Darm­stadt schließ­lich noch zum Aus­gleich kam, war er­neut das Er­geb­nis ih­rer Luft­ho­heit: Wa­gner köpf­te aus kur­zer Dis­tanz ziem­lich un­be­drängt das 2:2.

Doch der Schluss­akt in die­sem Dra­ma war wie­der den Bo­rus­sen vor­be­hal­ten: Wendt schloss in den Schluss­mi­nu­ten ei­ne se­hens­wer­te Kom­bi­na­ti­on zum 3:2 ab und be­scher­te da­mit ganz Glad­bach schö­ne Weih­nach­ten. Bis auf Gra­nit Xha­ka wahr­schein­lich.

FOTO: IMAGO

„Wer trifft jetzt auch in Un­ter­zahl? Os­car, Os­car Wendt“– dem Tor­schüt­zen aus Schwe­den ha­ben Fans ein ei­ge­nes Lied ge­wid­met.

FOTO: SCREENSHOT SKY

Be­rech­tig­te Ro­te Kar­te: Gra­nit Xha­ka tritt Pe­ter Nie­mey­er.

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