SPD: Jetzt Wei­chen für Schul­po­li­tik stel­len

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES -

(gap) Erst vor kur­zem hat ei­ne Stu­die er­neut dar­ge­stellt, dass Mön­chen­glad­bach zu den Groß­städ­ten mit der höchs­ten Quo­te von Schul­ab­gän­gern oh­ne Ab­schluss in NRW zählt. „Wenn wir jetzt nicht han­deln, wird die Zahl der Ju­gend­li­chen oh­ne or­dent­li­chen Schul­ab­schuss wei­ter stei­gen“, be­fürch­tet die schul­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on Mo­ni­ka Schuster.

Wenn jetzt nicht die In­klu­si­on ge­lin­ge und die In­te­gra­ti­on der zu­neh­men­den An­zahl von Kin­dern und Ju­gend­li­chen aus Flücht­lings­fa­mi­li­en er­folg­reich ge­stal­tet wer­de, „dann wie­der­ho­len wir die Feh­ler der Ver­gan­gen­heit“, so Mo­ni­ka Schuster wei­ter. Die Auf­ga­ben könn­ten aber trotz en­ga­gier­ter Leh­rer nicht al­lei­ne die Haupt­schu­len leis­ten. „Sprach­un­ter­richt ist der ers­te ele­men­ta­re Schritt, um Bar­rie­ren ab­zu­bau­en und den Kin­dern gu­te Bil­dungs­mög­lich­kei­ten zu er­öff­nen“, sagt Schuster.

Auf Ein­la­dung der SPD-Frak­ti­on dis­ku­tier­ten Micha­el Mül­ler vom Job­cen­ter, der Spre­cher der Haupt­schu­len Ans­gar Strerath, Dagmar Pe­ters, El­tern­in­itia­ti­ve der In­te­gra­ti­ons­kin­der, und Em­rah Bek­tas, AK Mi­gra­ti­on und Viel­falt, mit den Po­li­ti­kern von SPD und CDU. Wie kön- nen wir die Chan­cen für Kin­der und Ju­gend­li­che aus schwie­ri­gen so­zia­len Si­tua­tio­nen ver­bes­sern? Wie kön­nen wir ein viel­fäl­ti­ges För­der­an­ge­bot in über­schau­ba­ren Struk­tu­ren schaf­fen, das nicht schon nach der vier­ten Klas­se über den zu­künf­ti­gen Le­bens­weg ent­schei­det? Wie sen­ken wir die Zahl der Schul­ab­gän­ger oh­ne Ab­schluss? Wie kön­nen wir die vor­han­de­nen Schul­ge­bäu­de gut nut­zen? Wie ver­bin­den wir Schu­le, Ju­gend­hil­fe und Prä­ven­ti­on stär­ker mit­ein­an­der?

„In Mön­chen­glad­bach gibt es ei­ne Viel­zahl von Schul­ge­bäu­den, die ent­we­der zu groß für die Zahl der Schü­ler ge­wor­den sind oder so­gar kom­plett leer ge­zo­gen wur­den. Wir se­hen Ve­rän­de­rungs­mög­lich­kei­ten im vor­han­de­nen Be­stand, die nicht zwin­gend mit Mil­lio­nen­in­ves­ti­tio­nen ver­bun­den sein müs­sen. So kön­nen wir aber auf ver­än­der­te Be­dar­fe und An­for­de­run­gen re­agie­ren“, so Mo­ni­ka Schuster wei­ter. „Wir brau­chen mehr in­te­grier­te An­ge­bo­te und mehr Ganz­tag. Es wird je­doch nicht mit ein­fa­chen Lö­sun­gen ge­hen, wie die Grün­dung neu­er Ge­samt­schu­len“, sagt der Vor­sit­zen­de der SPD-Rats­frak­ti­on Felix Hein­richs.

Und: „Wir wol­len ein Sys­tem schaf­fen, um Kin­dern gu­te Bil­dungs­chan­cen zu er­öff­nen und da­mit zur qua­li­ta­tiv wach­sen­den Stadt Mön­chen­glad­bach bei­tra­gen. Es kann nicht sein, dass sich der wei­te­re Schick­sals­weg mit Ab­schluss der vier­ten Klas­se qua­si un­wi­der­ruf­lich ent­schei­det.“

RP-ARCHIV: TITZ

Die Ge­samt­schu­le Espen­stra­ße war die ers­te Ge­samt­schu­le in der Stadt. In­zwi­schen gibt es sechs. Aber die Rats­mehr­heit von CDU und SPD schließt aus, dass in na­her Zu­kunft ei­ne sieb­te Ge­samt­schu­le da­zu­kom­men wird.

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